Intensive Sicherheitskontrollen bei Auftakt von Hechinger Mordprozess

|
Tödlicher Schuss an der Staig in Hechingen  Foto: 

Das Interesse an dem Prozess wird groß sein: Ab morgen, Donnerstag, wird der Todesschuss vom 1. Dezember 2016 an der Hechinger Staig verhandelt. Beginn ist um 9 Uhr vor der 1. Großen Jugendkammer in Sitzungssaal 168. Damit alles geregelt über die Bühne geht, hat der Vorsitzende Richter Dr. Hannes Breucker eine umfassende Verordnung mit Sicherheitsvorkehrungen erlassen.

Der Sitzungssaal wird fünfzehn Minuten vor Beginn der mündlichen Verhandlung um 9 Uhr geöffnet. Zehn Plätze sind für die Presse reserviert. Für alle anderen Sitzplätze heißt es: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Es werden nicht mehr Zuhörer eingelassen wie es Sitzplätze gibt, allerdings werden Plätze, die frei werden, alsbald auch wieder vergeben.

Als Zuhörer wird nur zugelassen, wer sich mit einem Personalausweis oder einem Pass ausweisen kann, sich durch den Ordnungsdienst durchsuchen lässt und keine unzulässigen Gegenstände bei sich trägt. Dies sind Handys, Kameras und „sonstige Gegenstände, die zur Fertigung von Bild- und Tonaufnahmen geeignet sind“, heißt es in der Verordnung. Gleiches gilt für Waffen und Wurfgegenstände wie Flaschen oder Becher. Begründet wird dies mit der „ungestörten Wahrheitsfindung“. Insbesondere Zeugen sollen nicht durch Ton- und Bildaufnahmen nicht gehemmt sein oder aufgeregt werden. Dies könne die Wahrheitsfindung erschweren. Mitschriebe sind sowohl für Zuhörer als auch die Presse erlaubt. Die Durchsuchung erstreckt sich deshalb auf alle Gegenstände, die die Hauptverhandlung stören könnten beziehungsweise jedwede Möglichkeit zur Aufnahme haben. Die Kleidung wird abgetastet, Taschen werden durchsucht. Mäntel und Jacken müssen abgelegt werden. Spricht das Suchgerät an, „so sind auf Verlangen die Kleidungsstücke, von denen die Reaktion ausgeht, so weit zu öffnen, dass eine weitergehende Überprüfung möglich ist“, heißt es in der richterlichen Verfügung. Frauen werden von weiblichen Kontrollpersonen durchsucht.

In dem Prozess, für den zehn Verhandlungstage bis Ende September angesetzt sind, soll geklärt werden, warum der 22-jährige Umut K. aus Bisingen sterben musste. Er wurde an der Staig aus einem fahrenden Auto heraus erschossen. Mutmaßlich sollte ein anderer getroffen werden. Die Ermittler vermuten Drogengeschäfte als Hintergrund der Tat.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ermittlungen im Drogenmilieu: Ein Kaltstart von 0 auf 100

Kripo-Beamte sagen am vierten Verhandlungstag über Vernehmungen der Angeklagten aus. Verteidiger legt Widerspruch gegen Verwertung ein. weiter lesen