Innenstadtbelebung in HZ-Eigenregie

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  • Seit 1949 hat die Hohenzollerische Zeitung ihren Standort am Obertorplatz, und das definitiv auch weiterhin: Das HZ-Verlagsgebäude weicht keinem Kaufhaus und bleibt der Zollernstadt erhalten. Die Geschäfte in der früheren Passage werden wieder vermietet. 1/2
    Seit 1949 hat die Hohenzollerische Zeitung ihren Standort am Obertorplatz, und das definitiv auch weiterhin: Das HZ-Verlagsgebäude weicht keinem Kaufhaus und bleibt der Zollernstadt erhalten. Die Geschäfte in der früheren Passage werden wieder vermietet. Foto: 
  • Sie ist auch weiterhin am Obertorplatz 19 erste Anlaufstelle für Leser und Kunden: Alis Janz in der HZ-Geschäftsstelle. 2/2
    Sie ist auch weiterhin am Obertorplatz 19 erste Anlaufstelle für Leser und Kunden: Alis Janz in der HZ-Geschäftsstelle. Foto: 
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Zwei volle Jahre hat die Hohenzollerische Zeitung der Stadt die Hand gereicht: Ja, wir sind bereit, das Verlagsgebäude samt voluminösem Grundstück zur Verfügung zu stellen, wenn Hechingen dann den Obertorplatz und damit die ganze Oberstadt durch einen großen Einkaufskomplex neu belebt.

Jetzt aber ist genug mit dem Handreichen. Nachdem inzwischen sogar die Bürgermeisterin  ihr Kaufhaus zu Grabe getragen hat und sowieso seit Monaten kaum jemand mehr daran geglaubt hatte, geschieht am Obertorplatz nun in Eigenregie etwas: Die HZ vermietet wieder die Geschäftsflächen in der ehemaligen Passage (wo der VdK noch und weiterhin mit seiner Geschäftsstelle daheim ist). Gleichzeitig hofft man wie alle anderen Anlieger darauf, dass endlich der Platz saniert wird. Und nachdem neuerdings auch gegen das geplante Cityhaus beim Notariat geklagt wird: Warum lässt die Lebenshilfe ihre dortigen Café-Pläne nicht sausen und übernimmt das pächterlose „Museum“? Damit wäre allen geholfen!

Die Geschäftsstelle der Hohenzollerischen Zeitung bleibt wie die Anzeigenabteilung und die Redaktion definitiv an der seit 1949 angestammten Adresse Obertorplatz 19 (wo zuvor schon die Vorgängerzeitung „Der Zoller“ residierte). Damit geht eine zwei Jahre währende Hängepartie zu Ende. Die HZ wäre im Falle des Falles selbstredend in der Oberstadt geblieben. Im Glauben aufs fest zugesagte Gelingen des Kaufhausprojektes hatte man sich nach neuen Räumlichkeiten umgeschaut, die Umzugskartons allerdings in weiser Voraussicht noch nicht geordert.

Zunächst hatte alles nach einer bombigen Idee geklungen. Im Herbst 2014 war die Sensation perfekt gewesen: Bürgermeisterin Dorothea Bachmann vermeldete den vermeintlichen Coup ihrer Amtszeit nach dem ersten Erfolg beim Hochwasserschutz: Innenstadtbelebung durch ein Kaufhaus, einen Drogeriemarkt, einen Biomarkt, einen Textiler und einen Discounter. Das alles auf dem Gelände der HZ, des  Nachbargebäudes am Herrengässle und auf dem Firstparkplatz. Richten sollte es der Bruchsaler Projektmanager Udo Schäfer. Der hat insbesondere im Badischen etliche darniederligende Innenstädte mit Einkaufsstätten versorgt und wollte nun auch die harte Nuss Hechingen knacken.

Doch nachdem der erste Anlauf mit dem Kaufhaus im Rathaus gescheitert war am Einspruch des Denkmalschutzes, ist die Nachfolgenummer am Obertorplatz ebenfalls verpufft. Gescheitert ist ganz offenkundig genauso der kleine Innenstadtbelebungsableger auf dem Grundstück der ehemaligen Rathaus-Apotheke. Auch dort hätte Udo Schäfer mit einem neuen Gebäude wiederbeleben wollen, und die Nachbarn saßen bereits mit im Boot.

Einen äußerst unguten Beigeschmack hinterlässt das gescheiterte Kaufhaus am Obertorplatz mit dem Tiefgaragenprojekt. Offiziell herrscht derzeit Stillstand, weil die Stadt das Urteil des Verwaltungsgerichts Sigmaringen gegen den Baubeschluss abwarten will. Allerdings sind da noch die Klagen vor dem Verwaltungsgerichtshof… Und überhaupt: Braucht es diese Tiefgarage noch? Sollte nicht besser endlich der Obertorplatz saniert werden, der seit Monaten eine Baustelle ist? Fest steht, dass beim Kleinstadtleben-Projekt unter viel Bürgerbeteiligung die Platzsanierung beschlossen wurde. Die Tiefgarage brachte erst danach die Bürgermeisterin ins Spiel. Wie es heißt, auf Anraten des Projektmanagers und des Obertorplatz-Planers. Die bisherigen Ausgaben für die Tiefgarage hat die Stadt auf eine halbe Million Euro taxiert.

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Kommentare

21.11.2016 09:18 Uhr

Obertorplatz und Lichterglanz

Dass Hechingen nicht barrierefrei und auch nicht besonders behindertengerecht ist, ist ja nun weitläufig bekannt. Dass aber während einer Veranstaltung, wie der Lichterglanz, auch noch die sowieso nicht üppig vorhandenen Behindertenparkplätze durch ein Halteverbotsschild gesperrt sind, grenzt schon an Diskriminierung. So viel zur Oberstadtbelebung.

Romy Maute

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Die Zukunft des Obertorplatzes in Hechingen beschäftigt die Gemüter. Tiefgarage? Kaufhaus? Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

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