Inklusion und Streuobst

"Miteinander - Füreinander": Dieser neue Slogan löst bei der KBF den früheren ("Wir helfen") ab. Und auch sonst hat sich einiges getan, wie KBF-Geschäftsführer Thomas Seyfarth erzählt.

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    Das neue Streuobstprojekt bietet jetzt schon sechs früheren KBF-Schülern Arbeitsplätze. Foto: 
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    KBF-Geschäftsführer Thomas Seyfarth sucht einen Nachfolger. Foto: 
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Neue Gesetze, neue Projekte, neue Konzepte, neue Häuser, neuer Stiftungsrat, neuer Slogan: Bei der KBF gibt es viele Veränderungen. Eine der grundlegendsten ist, dass "das Merkmal Behinderung nicht mehr so im Vordergrund steht", wie Geschäftsführer Thomas Seyfarth sagt. Denn: Erstmals sind in den inklusiven Kinderbetreuungs-Einrichtungen der KBF mehr Kinder ohne Behinderung als mit. Auch in anderen Bereichen, beispielsweise Arbeitsmarktprojekten oder Angeboten für Ältere, geht es nicht mehr - wie früher - nur um Körperbehindertenförderung. Die frühere Abkürzung dieses Begriffs ist deshalb längst ein eigenständiger Name geworden: KBF. Und auch der Slogan "Wir helfen" schien nicht mehr ganz passend. Auf einem Konzeptionstag wurde deshalb ein neues Schlagwort für die Arbeit der Stiftung gesucht. Das Ergebnis: "Miteinander - Füreinander". Dieser Slogan soll die Gegenseitigkeit und Partnerschaftlichkeit der Arbeit betonen.

Wegen eines neuen, seit Juni 2014 geltenden Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetzes (WTPG), das das frühere Landesheimgesetz ablöst, baut die KBF außerdem: In Balingen und Mössingen wird jeweils ein Haus mit 16 Wohnplätzen entstehen. Der Grund für den Neubau: Ab 2019 darf es in den Wohneinrichtungen keine Doppelzimmer mehr geben.

Die neue Wahlfreiheit von Eltern in Bezug auf die Schulform, die ihre Kinder besuchen, bedeutet außerdem, dass der verpflichtende Sonderschulbesuch abgeschafft wurde. Auch das macht sich in der Arbeit der KBF bemerkbar: Während früher hauptsächlich Kinder mit Behinderung die Schulen und Kindergärten besuchten, sind die 330 Kinder ohne Behinderung heute gegenüber 300 Kindern mit Behinderung in der Überzahl. Doch nicht nur die Projekte mit Kindern sind integrativ. Neu ist beispielsweise ein Streuobstprojekt, das in Mössingen und dem umgebenden Obstbaumgürtel schon jetzt einen hauptamtlichen Baumwart und sechs Menschen mit Behinderung beschäftigt. Thomas Seyfarth nennt dieses Projekt "ein Beispiel, wie wir und gerade bemühen, Arbeitsplätze in neuen Bereichen zu bekommen." Das Streuobst-Projekt wird dank einer Förderung der Aktion Mensch umgesetzt. Und mit der Arbeit in der Landschaftspflege ist es noch nicht getan: In Zukunft sollen ein Café und ein Laden dazukommen. Dort können dann die regionalen Produkte von den Streuobstwiesen - Marmelade, Schnaps, Kompott - verkauft werden.

Personelle Veränderungen gibt es auch: Weil in der Satzung der KBF-Stiftung eine Altersgrenze bei 75 Jahren eingeführt wurde, endet die Amtszeit von Hermann Wenzel und Roland Haaß nächstes Jahr. Bereits 2014 waren Helmut Veitshans und Udo Schmidt, die beide über 30 Jahre im Stiftungsrat waren, verabschiedet worden. Dieter Gust aus Mössingen und Gerhard Fiedler aus Kusterdingen wurden in den Stiftungsrat gewählt.

"Auch meine Amtszeit endet 2016", sagt Thomas Seyfarth. Deshalb war seine Stelle als 3. Vorsitzender mit Personalverantwortung auch ausgeschrieben, die Bewerbungsphase läuft noch bis 23. März. Thomas Seyfarth möchte seinen Nachfolger in der Übergangszeit noch einlernen, bevor er sich dann in den Ruhestand verabschiedet.

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