In HzL-Zügen im Killertal wirds deutlich enger

In HzL-Zügen im Killertal ist es zu Stoßzeiten plötzlich mächtig eng. Manche, die mitfahren wollten, blieben auch schon auf dem Bahnsteig zurück.

|
Mittlerweile Standard auf der Stammstrecke im Killertal: HzL-Zug mit nur einem Wagen. Zu Stoßzeiten kanns da mächtig eng werden. Foto: Hardy Kromer

Empörte Eltern haben sich an die Hohenzollerische Zeitung gewandt: Vergangenen Freitagmittag blieb eine stattliche Gruppe von Schülern, die wie üblich mit dem HzL-Zug um 13.10 Uhr das Killertal hoch nach Hause wollten, in Hechingen auf dem Bahnsteig stehen. Der Grund: Der Zug bestand nur aus einem einzigen Triebwagen. Diejenigen, die mitgenommen wurden, fühlten sich "wie in einer Sardinenbüchse", wurde der HZ übermittelt. Und außerdem: Ein Einzelfall sei dies nicht. Auch auf anderen Fahrten sei es so eng wie nie zuvor. So zum Beispiel frühmorgens zwischen 6.30 und 7 Uhr, wenn Dutzende von Schülern und einige Berufspendler mit der Hohenzollerischen Landesbahn killertalabwärts fahren. Bis zum vorigen Jahr bestand dieser Zug aus drei Triebwagen, neuerdings nur noch aus zwei. Entsprechend eng geht es zu. Sitzplätze sind Mangelware.

"In den Zügen der HzL kann es insbesondere in den Hauptverkehrszeiten durchaus zu großem Fahrgastandrang kommen. Dies ist leider auch bei anderen Verkehrsunternehmen nicht zu vermeiden", sagte René Dera, Leiter Vertrieb bei der HzL, als wir ihn mit den Beschwerden konfrontierten. Richtig sei, dass an den beiden vergangenen Freitagen um 13.10 Uhr Schüler in Hechingen zurückgelassen werden mussten. Dera: "Wir haben schnell reagiert und einige Fahrgäste mit dem Taxi nach Hause befördern lassen." Andere hätten eine halbstündige Wartezeit bis zum nächsten Zug um 13.40 Uhr in Kauf nehmen müssen. "Aufgrund von Fahrplan- und Fahrzeugumstellungen vor Weihnachten ist das aktuelle Problem nun erst in der ersten Schulwoche des neuen Jahres aufgefallen", räumte Dera ein und fügte hinzu: "Wir sind natürlich stark daran interessiert, dass niemand stehen bleibt." Weitere derartige Vorkommnisse habe es allerdings nicht gegeben. Freilich müsse in Kauf genommen werden, "dass nicht jeder einen Sitzplatz findet".

Doch was ist der Grund dafür, dass die HzL auf stark frequentierten Kursen auf ihrer Stammstrecke neuerdings weniger Wagen einsetzt? René Dera klärt auf: "Grundsätzlich hängt das mit der Neuvergabe des Auftrags für die Zollernbahn zusammen." Seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember haben sich die Wagenzahlen auf der Strecke zwischen Tübingen und Sigmaringen geändert. Der HzL, so Dera, stünden deshalb für die Bedienung des Killertals zu dieser Tageszeit nicht mehr Fahrzeuge zur Verfügung. "Das Land", sagt Dera, "bestellt nicht nur den Fahrplan, sondern auch die Zugbehängung", sprich: mit wie vielen Wagen jeder Zug zu fahren hat. Das hat zur Folge, dass die Triebwagen "strikt eingetaktet" und nicht nach täglich wechselndem Bedarf verfügbar sind.

Die Auswirkungen spüren die Fahrgäste auf der HzL-Stammstrecke im Killertal. Die betreibt die Landesbahn, so Dera, eigenwirtschaftlich: "Deshalb können wir ohne Zuschuss von anderer Stelle leider zu den genannten Zeiten nicht mehr Waggons einsetzen."

Ergebnis: Die Killertäler Schüler und Berufspendler müssen sich anGedränge und Stehplätze zu Stoßzeiten gewöhnen. Verlässliche Mitnahme will die HzL aber gewährleisten. Von diesem Freitag an fährt parallel zum 13.10 Uhr-Zug in Hechingen ein Bus nach Schlatt. Damit niemand mehr stehen bleibt.

Info Die HzL bittet alle 61 Schüler mit dem Reiseziel Schlatt, an Freitagen um 13.10 Uhr den Bus vom Bahnhof Hechingen zu nehmen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Wohnhaus in Dotternhausen brennt: Familie unverletzt

In Dotternhausen hat in der Nacht zum Samstag ein Wohnhaus gebrannt. Die Bewohner – eine vierköpfige Familie – konnten sich unverletzt retten. weiter lesen