In Erinnerungen schwelgen

Erinnerungen an früher wurden wach beim Gastspiel des Albstädter Salonorchesters im Hechinger Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth.

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Ob die "gute, alte Zeit" wirklich so gut war, sei dahin gestellt. Aber zurück versetzt in jene Epoche fühlte man sich beim Auftritt des Albstädter Salonorchesters, dessen Darbietungen bei Heimbewohnern und Personal in St. Elisabeth großen Anklang fanden und Erinnerungen wachriefen.

Der Besuch des zwölfköpfigen Ensembles sei nicht zuletzt einem Weihnachtsgeschenk der Friseurin des Hauses mit zu verdanken, erklärte Rita Klein, für die Aktivierung im Heim zuständig, in ihrer Begrüßung. Sein Orchester und er freuten sich, wieder einmal im St. Elisabeth auftreten zu können, verkündete Hubert Boniek, musikalischer Leiter des Ensembles.

Bei den Mitgliedern handele es sich um engagierte Hobbymusiker im Rentenalter. "Die Damen und Herren fiebern schon immer der nächsten Probe entgegen", lachte der Dirigent. Man wolle mit schöner Musik und heiteren Geschichten Freude schenken. "Wir würden uns freuen, wenn Sie nach dem Konzert mit einem Lachen wieder nach Hause gehen."

Mit dem Walzer "Wiener Bürger" begann das Programm, das aus vielen bekannten Melodien namhafter und weniger namhafter Komponisten bestand. Es folgten viele weitere Stücke, wie etwa der Marsch "Unter dem Doppeladler", der "Zigeunertango", "Donauwellen" und das berühmte "Ständchen".

Aus "Ungarische Rhapsodie" von Franz Liszt waren von Karl Wiedenfeld Sequenzen zum Potpourri "Beim Ungarwein" verarbeitet worden. Neben Straußschen Kompositionen sorgte auch Brahms "Ungarischer Tanz Nr. 5" für hohen Hörgenuss.

Zwischen den einzelnen Musikstücken unterhielt Hubert Boniek die aufmerksam lauschenden Gäste mit wissenswerten Informationen, Gedichten und humorvollen Anekdoten. Mit einem "Galopp" verabschiedete sich das Salonorchester unter großem Beifall des Publikums. Dieses seinerseits bedankte sich mit dem gemeinsam gesungenen Lied: "Kein schöner Land in dieser Zeit".

Ob das (augenzwinkernde) Angebot von Heimbewohnerin Luise Rohfleisch, die die ganze Zeit von ihrem Stuhl aus mitgesungen und -dirigiert hatte, doch mit dem Orchester auf Reisen gehen und es gesanglich begleiten zu wollen, auf Zustimmung stieß, war nicht zu erfahren. Vermutlich hat sich Orchesterleiter Hubert Boniek Bedenkzeit erbeten.

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