HZ-Parkhaus statt Tiefgarage?

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  • Das HZ-Gebäude als Parkhaus? Ganz so wie auf dieser Fotomontage muss man sich Werner Becks Plan nicht vorstellen. Dem Freien Wähler ist es aber gelungen, eine weitere Alternative zur Obertorplatz-Tiefgarage ins Gespräch zu bringen. Fotomontage: Stephanie Apelt 1/3
    Das HZ-Gebäude als Parkhaus? Ganz so wie auf dieser Fotomontage muss man sich Werner Becks Plan nicht vorstellen. Dem Freien Wähler ist es aber gelungen, eine weitere Alternative zur Obertorplatz-Tiefgarage ins Gespräch zu bringen. Fotomontage: Stephanie Apelt Foto: 
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    Das Gebäude der alten Hof-Apotheke gerät wieder ins Blickfeld der Stadträte. Foto: 
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und-Schick-Gebäude steht zur Zwangsversteigerung an. 3/3
    Das ehemalige Schairer- und-Schick-Gebäude steht zur Zwangsversteigerung an. Foto: 
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Das „Schäfer-Projekt“ für die Belebung der Hechinger Oberstadt – von Bürgermeisterin Dorothea Bachmann lange favorisiert – ist seit Donnerstagabend passé. Und Martin Hahns „Sofort-Alternative“ ist nach Auffassung des Gemeinderates keine. Und nun? Hat sich damit auch die heftig umstrittene Tiefgarage unterm Obertorplatz erledigt?

Eindeutig nein. Bachmann betonte am Freitag auf Nachfrage der HZ: „Der Baubeschluss des Gemeinderates gilt weiterhin. Die Stadtverwaltung ist gehalten, diesen umzusetzen.“ Der Beschluss zum Bau der Tiefgarage, so hatte die Bürgermeisterin bereits am Donnerstagabend im Gemeinderat gesagt, sei bereits vor dem „Schäfer-Projekt“ ergangen – und unabhängig von diesem zu betrachten. Das Sechs-Millionen-Bauwerk verteidigt hatten in der Sitzung auch CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Ermantraut und SPD-Sprecher Jürgen Fischer. „Sobald die Einsprüche abgehandelt sind, können wir die Bagger anrollen lassen“, sagte der Sozialdemokrat. Stadtverwaltung und Ratsmehrheit teilen die Zuversicht, dass das grüne Licht der Sigmaringer Verwaltungsrichter in wenigen Monaten kommen wird.

Werner Beck schwenkt um

Ein recht maßgebliches Ratsmitglied ist in Sachen Tiefgarage aber umgeschwenkt: Werner Beck. Der Fraktionschef der Freien Wähler propagiert seit Donnerstagabend seinen „Plan B“, der für ihn persönlich inzwischen jedoch die erste Wahl ist: Die Stadt, so Beck, solle die Tiefgarage sein lassen und dafür das HZ-Gebäude selbst erwerben, um dort ein Parkhaus zu bauen, direkt an einem dann viel früher frisch gestalteten Obertorplatz. Diese beiden Aspekte bleiben für Beck untrennbar miteinander verknüpft: die Neugestaltung des Platzes und die Lösung der Parkierungsfrage direkt am Obertorplatz – nicht am First und nicht unter der Fürstenweise. Beide Areale hält Beck für zu weit entfernt: „Wenn mehr als 50 Meter zu gehen sind, wird’s in unserer Stadt nicht angenommen.“ Deshalb stellen für ihn ein HZ-Parkhaus und ein neuer Obertorplatz im Verbund das städtische „Leuchtturmprojekt“ zum Start der Oberstadt-Belebung dar.

Weitere Gründe, warum er der Tiefgarage abschwört: Zum einen traut Beck den (Kosten-)Zahlen nicht, mit denen aktuell operiert wird: „Wenn wir nächstes Jahr tatsächlich bauen können, sind die Zahlen drei Jahre alt.“ Eine Aktualisierung der Baukosten, vermutet er, werde dem ganzen Gremium die Augen öffnen. Zum anderen hält er es zumindest in diesem einen Punkt mit Martin Hahn: Ohne Tiefgaragen-Baustelle ließen sich schwere Beeinträchtigungen für die Betriebe am Obertorplatz vermeiden.

Seine Fraktion hat Werner Beck bei seinen Überlegungen freilich noch nicht komplett im Boot. Die Freien Wähler, räumt er ein, seien in der Tiefgaragenfrage gespalten: „Die Fraktion verlässt die Beschlusslage noch nicht.“

Die Bürgermeisterin zeigte sich am Freitag von Becks Idee überrascht: „Da haben wir noch nicht drüber gesprochen.“ Persönlich sei sie, so Bachmann, für alle Vorschläge offen, weiterhin übrigens auch für Martin Hahns Ideen. Doch abermals: „Es gilt die Beschlusslage des Gemeinderates.“ Jenseits des Knackpunktes Tiefgarage sind sich die großen Fraktionen im Gemeinderat offenbar einig darüber, dass die Hechinger Oberstadt für die Drogerie-Müllers und H&Ms dieser Welt nicht attraktiv genug ist. Der Geschäftsmann Martin Hahn hatte den Räten in diesem Punkt die Augen geöffnet: Es findet sich kein Investor, weil er in Hechingen keine rentablen Mieteinnahmen erzielen kann. „Nein“, schwant Werner Beck, „die großen Handelsketten werden auch in Zukunft nicht kommen.“ Und sein CDU-Kollege Andreas Ermantraut meint: „Vielleicht brauchen wir gar nicht den großen Frequenzbringer, vielleicht liegt die Chance eher in kleineren Geschäften, die ausgefallenere Sachen haben.“ Da ist er recht nah bei Almut Petersen (Bunte Liste), die am Ratstisch für eine Entwicklung aus eigenen, Hechinger Kräften plädiert hatte.

Zurück an den Marktplatz

Ermantraut empfiehlt, den Blick auf andere Immobilien als auf das HZ-Gebäude zu richten: vorneweg auf das Haus Marktplatz 3 neben dem Rathaus, das bereits in städtischem Besitz ist und auch ohne den abgetauchten Projektentwickler Udo Schäfer saniert werden könnte. Das städtische Bürger- und Tourismusbüro würde er dort gerne sehen. Für die Stadt zum Kaufen interessant, so Ermantraut, könnten auch das ehemalige Vermessungsamt oder das Riedel-Areal sein – und die Altstadt-Immobilien, die demnächst zur Zwangsversteigerung anstehen: das Haus Schloßstraße 9 (ehemals Schairer und Schick) und das Haus Münzgasse 2 mit der alten Schreinerei (siehe Info-Kasten).

Nicht wundern würde es Er­mantraut, wenn demnächst auch die Hof-Apotheke auf demselben Wege zu haben wäre. Die hat ja schließlich denselben (Noch-)Besitzer, einen stadtbekannten italienischen Geschäftsmann. „Vielleicht“, so ist dem CDU-Fraktionschef gar nicht bange, „ergeben sich da ganz neue Möglichkeiten“.

Münzgasse 2 Die erste interessante Altstadt-Immobilie aus dem Besitz eines italienischen Geschäftsmannes, die vom Amtsgericht Hechingen zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben ist, ist das Haus Münzgasse 2. Das Mehrfamilienhaus beherbergt im Erdgeschoss eine ehemalige Schreiner-Werkstätte. Das als „Abbruchobjekt“ bezeichnete Haus, das laut Gerichtsgutachten erhebliche Feuchtigkeitsschäden aufweist und als nicht mehr nutzbar gilt, hat einen Verkehrswert von 62 000 Euro. Interessant ist seine Lage direkt am Parkdeck Münzgasse. Unter den Hammer kommt es am Dienstag, 6. Dezember, um 9 Uhr.

Schloßstraße 9 Gleich im Anschluss daran, am 6. Dezember um 11 Uhr, wird das Haus Schloßstraße 9 zwangsversteigert. Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus, das einst die Elektrohandlung Schairer und Schick beherbergte und direkt gegenüber der Marktstraßen-Brandbrache liegt, wird vom Gutachter als „sanierungsbedürftig“ beschrieben. Der Verkehrswert der Immobilie wird auf 87 000 Euro beziffert. hy

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