Hohenzollern feiert dreifach: Festakt auf Schloss Sigmaringen

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  • Die voll besetzte Portugiesische Galerie im Schloss Sigmaringen mit Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern, Katharina Fürstin von Hohenzollern, Gerlinde Kretschmann und Landrätin Stefanie Bürkle mit Ehemann Roland Bürkle in der ersten Reihe (v. l.). 1/3
    Die voll besetzte Portugiesische Galerie im Schloss Sigmaringen mit Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern, Katharina Fürstin von Hohenzollern, Gerlinde Kretschmann und Landrätin Stefanie Bürkle mit Ehemann Roland Bürkle in der ersten Reihe (v. l.). Foto: 
  • Der Chor „Quartett Plus“, der die Veranstaltung musikalisch umrahmte, mit Werken von Komponisten, die an den Hechinger und Sigmaringer Höfen gewirkt hatten.  2/3
    Der Chor „Quartett Plus“, der die Veranstaltung musikalisch umrahmte, mit Werken von Komponisten, die an den Hechinger und Sigmaringer Höfen gewirkt hatten. Foto: 
  • Volker Trugenberger, Vorsitzender des Hohenzollerischen Geschichtsvereins, hielt den Festvortrag. 3/3
    Volker Trugenberger, Vorsitzender des Hohenzollerischen Geschichtsvereins, hielt den Festvortrag. Foto: 
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Hohenzollern ist reich an Traditionen, das Geschlecht wurde im Jahre 1061 erstmals erwähnt, das Burggebäude 1267, also vor 750 Jahren. Am Freitag wurde in Sigmaringen der vergleichsweise junge, aber nicht minder bedeutende 150. Geburtstag gleich dreier hohenzollerischer Institutionen gefeiert: des Hohenzollerischen Geschichtsvereins, der öffentlich zugänglich gemachten Sammlungen des Sigmaringer Fürstenhauses und der feierlichen Einweihung der dritten Zollernburg im Jahre 1867.

Auf Einladung von Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern fand die Veranstaltung in der stilvollen und voll besetzten Portugiesischen Galerie des Simaringer Schlosses statt. Musikalisch begrüßt wurden die zahlreichen Gäste vom Sigmaringer Vokalensemble Quartett Plus mit der Huldigungsmotette an Graf Eitelfriedrich von Hohenzollern und dessen Gemahlin von Ferdinando di Lasso, einem Komponisten, der im 16. Jahrhundert am Hechinger Hof wirkte.

In der Begrüßung von Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern wurde deutlich, dass er und seine Familie mit den drei Geburtstagskindern aufs Engste verbunden sind: als Protektor des Geschichtsvereins, als Eigentümer der fürstlichen Sammlungen und eines Drittels der Burg Hohenzollern – die weiteren zwei Drittel gehören dem preußischen Familienzweig der Hohenzollern.

Sigmaringens Landrätin Stefanie Bürkle grüßte für die zwei Landkreise Sigmaringen und Zollernalb, auch in Vertretung des Balinger Kollegen Günther-Martin Pauli, in deren Gebiet der größte Teil des früheren Hohenzollern aufgegangen ist. Sie hob besonders die heutige Rolle Hohenzollerns „zum Nutzen der Identität“ für die Bewohner der Region hervor.

Den Festvortrag hielt Volker Trugenberger, Vorsitzender des Hohenzollerischen Geschichtsvereins und Leiter des Staatsarchivs Sigmaringen. In seiner Beschreibung und Interpretation der Geschichte des Geschichtsvereins, der fürstlichen Sammlungen und der dritten Zollerburg ließ Trugenberger am Schluss keinen Zweifel, dass diesen Institutionen auch ein Platz in der politischen Entwicklung zugewiesen war: zwischen dem Deutschen Krieg 1866 und der Reichsgründung 1871 galt es, für die Vormachtstellung Preußens auch entsprechend deren Tradition und Kultur Symbole zu schaffen. Eine herausragende Stellung hatte dabei die neu und im romantischen Stil errichtete Zollerburg. Geplant seit den 1840er-Jahren, erklärte bereits 1845 der Sigmaringer Erbprinz Karl Anton, die Burg werde „ein wichtiges geschichtliches und deutsch-nationales Denkmal werden“.

Zur Einweihung der Burg Hohenzollern am 3. Oktober 1867 kam König Wilhelm I. von Preußen auf die Burg, der als Kronprinz 1850 bereits der Grundsteinlegung beigewohnt hatte. Ihm wurde in den „Hohenzollerischen Wochenblättern“ zugerufen: „Heil dem Könige, Heil! dreimal dem Könige Heil! Baue, o König das Reich!“ Damit war auch die urschwäbische Bevölkerung Hohenzollerns in Preußen angekommen.

König Wilhelm reiste mit seiner Familie am 4. Oktober nach Sigmaringen weiter, um dort am folgenden Tag der Einweihung des Fürstlichen Museums beizuwohnen, das Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen hatte errichten lassen. Er hatte die Sammlungen seiner Vorfahren beträchtlich erweitert: Gemälde, Skulpturen, sakrales Gerät, Fayencen, Majoliken, Gläser, Waffen, Bücher und Stiche.

Bereits ein halbes Jahr vor der Einweihung von Burg und Fürstlichem Museum, war am 15. April 1867 der Hohenzollerische Geschichtsverein gegründet worden, unter dem Namen „Verein für Geschichte und Alterthumskunde in Hohenzollern“. Es ist kein Wunder, dass der Intendant der Fürstlichen Sammlungen, Karl von Mayenfisch, auf der konstituierenden Sitzung am 15. April 1867 in Sigmaringen der erste Vorsitzende des neu gegründeten Vereins wurde. Dessen ursprünglich formulierter Zweck gilt – ausgedehnt inzwischen auch auf die Nachbarregionen Hohenzollerns – bis heute: „Zweck des Vereins in erster Reihe ist, Material für eine Geschichte Hohenzollerns in umfassendem Sinn zu sammeln und zu publiziren, darneben aber auch anderes historisch merkwürdiges Material, welches sich in Hohenzollern findet, bekannt zu machen.“

Abschließend konstatierte Volker Trugenberger die gute Zusammenarbeit der Hohenzollerischen Institutionen untereinander und machte deutlich: Hohenzollern ist ein Ort „kultureller Identität“.

Die Veranstaltung endete mit dem gemeinsam gesungenen Hohenzollernlied, danach schloss sich ein Empfang im Burghof an.

Monate zeigt das Staatsarchiv auf  Schloss Sigmaringen die Jubiläumsausstellung „Hohenzollern: Burg – Adelshaus – Land“. Nach Sigmaringen (23. November bis 27. April) ist sie im Hohenzollerischen Landesmuseum in Hechingen zu sehen.

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