Hechinger Mordprozess: Machtwort des Richters zu erwarten

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Am Mittwoch, 19. Juli, um 9 Uhr wird der Hechinger Mordprozess fortgesetzt.  Foto: 

„Mörder“ schallte es am Mittwochnachmittag durch den Gerichtssaal, kaum dass die Große Jugendkammer hinausgegangen war. Kurdische Angehörige und Freunde des erschossenen Umut K. zofften sich lautstark mit den italienischen Angeklagten im Hechinger Mordprozess und deren Bekannten. So emotional ging es zu, dass Polizei- und Justizbeamte alle Hände voll zu tun hatten, um die Streithähne zu trennen, und es brauchte sogar Notarzt und Rettungssanitäter, um Nervenzusammenbrüche zu behandeln.

So steht zu erwarten, dass der fünfte Verhandlungstag, der am Mittwoch, 19. Juli, um 9 Uhr beginnt, mit einem Machtwort des Richters Dr. Hannes Breucker beginnen wird – dahingehend, wie man sich in einem Gerichtssaal zu benehmen hat. Schon am ersten Tag hatte der die Prozessbeteiligten und das Publikum warnen müssen, dass eindeutige Gesten und Drohgebärden strafrechtlich verfolgt würden.

Tagesfüllendes Programm

Ein großes Programm hat sich die Kammer für den Mittwoch vorgenommen. Den ganzen Tag über – mit offenem Ende – sollen Zeugen zum Hechinger Tötungsdelikt gehört werden – und zwar in chronologischer Reihenfolge, wie sie am Abend des 1. Dezember 2016 an der Staig erschienen sind: zunächst die Rettungssanitäter, die vergeblich um das Leben des in die Brust geschossenen Umut K. kämpften, dann die erste Streifenwagenbesatzung, die am Tatort eintraf, und schließlich weitere Polizisten, die in die Ermittlungen eingebunden wurden.

Im Zentrum des Interesses steht weiterhin die Frage, welcher der beiden Hauptangeklagten den tödlichen Schuss aus dem roten Fiat Panda abgegeben hat: Der 22-Jährige Beifahrer (wie sein Komplize behauptet und auch der einzige Augenzeuge, Umut K.s italienischer Begleiter, vermutete, aber im Zeugenstand nicht belegen konnte) oder doch der 21-jährige Fahrer (wie der Beifahrer ausgesagt hat und was wohl auch von der Tatrekonstruktion her nicht gänzlich auszuschließen ist)?

An ein schnelles Ende des Prozesses, der bis weit in den September hinein terminiert ist, ist jedenfalls nach dem bisherigen Verlauf nicht zu denken. Bislang ließ sich noch nicht einmal zweifelsfrei klären, ob der rote Fiat einmal oder dreimal um den Block fuhr, bevor der Schuss fiel. Selbst in diesem Detail widersprachen sich diejenigen, die dabei waren.

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