Hechinger Mordprozess geht am Mittwoch weiter: Gibt es Geständnisse?

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Die Große Jugendkammer unter dem Vorsitz von Landgerichtsvizepräsident Hannes Breucker (Mitte) setzt am Mittwoch den Strafprozess um den Todesschuss an der Hechinger Staig fort.  Foto: 

Gegenüber den Ermittlern der Kriminalpolizei haben sie beharrlich geschwiegen. Vor Gericht aber wollen sie reden, die Angeklagten im Hechinger Mordprozess. Sowohl der 21-jährige Italiener, der laut Anklage am Abend des 1. Dezember 2016 den tödlichen Schuss an der Hechinger Staig abgegeben haben soll, als auch sein 36-jähriger Landsmann, der wegen der Drogengeschäfte im Hintergrund der Bluttat angeklagt ist, haben angekündigt, sie würden sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern. Der 20-Jährige, der das Tatfahrzeug, den roten Fiat, gesteuert haben soll, hat die Ankündigung einer Aussage zur Sache mit „voraussichtlich“ eingeschränkt.

Am heutigen zweiten Verhandlungstag, der um 13.30 Uhr im Saal 168 des Hechinger Landgerichts beginnt, sollen die Angeklagten „die Möglichkeit bekommen, sich zu positionieren“, sagt der Vorsitzende der Großen Jugendkammer, Landgerichtsvizepräsident Dr. Hannes Breucker.

Gibt es heute Geständnisse?

Und so wartet die interessierte Öffentlichkeit gespannt: Gibt es heute Geständnisse? Erfährt man vielleicht sogar aus erster Hand, was seit dem Abend der Tat spekuliert wurde und wovon die Staatsanwaltschaft ausgeht: dass der erschossene Umut K. aus Versehen getroffen wurde, dass die Pistolenkugel vielmehr einem 25-jährigen Italiener gelten sollte, in dessen Begleitung der 22-jährige Bisinger am Tatort war? Und ob das von den Anklägern vermutete Tatmotiv sich bestätigt – nämlich dass der italienische Landsmann der Angeklagten erschossen werden sollte, um dessen Geschäftspartner „in Todesangst zu versetzen“ und somit dazu zu bewegen, eine offene Drogenrechnung über 5000 Euro zu begleichen? Und schließlich könnte aus dem Mund der Angeklagten zu erfahren sein, ob Umut K. ein Zufallsopfer war oder ob auch er eine Rolle in ihren Drogengeschäften spielte.

Zu erwarten ist heute ein ähnlich großer Publikumsandrang wie zum Prozessauftakt, als allein Familie, Freunde und Bekannte des Opfers in einheitlichen schwarzen T-Shirts mit Umuts Konterfei die Hälfte der Zuschauerplätze füllten. Wer einen Platz ergattern will, sollte deutlich vor der Saalöffnung um 13.15 Uhr da sein. Es gelten dieselben strengen Sicherheitsvorkehrungen wie schon am ersten Tag: Leibesvisitation wie am Flughafen, Ausweiskontrolle, keine Handys, keine Kameras.

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