Hechinger Dennis Nuzdic nimmt an Kurzfilmwettbewerb mit Elyas MBarek teil

Mit seinen 24 Jahren hat der Hechinger Dennis Nuzdic schon viel durchgemacht. Sein Ziel: Einen Film über sein Leben zu drehen, der ehrlich ist und die Menschen berührt. Sein Gegner: die Zeit.

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Dennis Nuzdic aus Hechingen nimmt am weltgrößten Kurzfilmwettbewerb teil.

Das Telefon des 24-jährigen Hechingers klingelt. Es meldet sich Elyas MBarek, der Star aus dem Kinohit "Fack ju Göhte". Dennis Nuzdic kann es nicht glauben, vermutet einen Scherz seiner Freunde - und legt auf. Doch es klingelt wieder. Jetzt kapiert Nuzdic, was läuft: Der Anruf des Shootingstars aus Berlin ist sein Ticket zum größten Kurzfilmwettbewerb der Welt. Jetzt gehört der Hechinger offiziell zu den Teilnehmern des "99Fire-Film-Awards".

24 Stunden nach Elyas MBareks Anruf, am Donnerstag punkt 10 Uhr, erhält Dennis Nuzdic eine E-Mail. Jetzt kennt er das Thema, das er mit der Filmkamera beackern soll. Details will der 24-Jährige nicht verraten. Nur so viel: "Es ist etwas aus dem Leben."

99 Stunden hat Nuzdic Zeit, seinen Film zu drehen. Exakt 99 Sekunden muss er lang sein. Für den Einspann stehen zusätzlich sechs Sekunden, für den Abspann weitere zehn zur Verfügung. Die Jury nimmt das sehr genau. "Eine Sekunde drüber und der Film fliegt raus." Am Montag ist Abgabeschluss.

Der Hechinger mit Migrationshintergrund hat viel zu erzählen. Nicht nur Gutes. Sein junges Leben ist gezeichnet von Depressionen, zwei Selbstmordversuchen, Drogen- und Alkoholproblemen. Dennis Nuzdic steht dazu. Gerade von diesen Schwierigkeiten, in und mit der Gesellschaft klar zu kommen, soll sein Kurzfilm handeln. "Ich will was von mir erzählen", sagt Nuzdic. Für ihn ist klar, dass es "kein lustiger Film" wird. Wichtig sei ihm, dass die Story und die Bilder "emotional und ehrlich" sind.

Die Drehorte sind festgelegt: sein Zuhause, seine Straßen, sein Fußballplatz. "Fußball war meine einzige Stütze", erklärt der 24-Jährige - bis auch diese Stütze durch eine Verletzung weggebrochen sei. Nuzdics Freunde machen bei dem Filmprojekt mit. Auch seine Freundin Jennifer unterstützt ihn nach Kräften. Ein einigermaßen taugliches Film- equipment hat er sich besorgt. "Gegen eine Profiausrüstung komme ich damit natürlich nicht an", weiß der Hechinger. Aber er weiß auch, dass beim selben Wettbewerb 2013 in einer der Kategorien ein Filmer gewonnen hat, dessen Beitrag nur mit einem Handy produziert wurde. Hilfreich wäre es, wenn Wolfgang Schmidt in der Nähe wäre. Der Mitarbeiter aus dem Hechinger Jugendzentrum ist aber gerade in Berlin. Schmidt, ein ausgezeichneter Fotograf, kennt Dennis Nuzdic von Kindesbeinen an. "Ich war mit ihm auf einigen Fotoshootings. Er hat mir viel beigebracht." Aber auch ohne Schmidts Hilfe weiß der 24-jährige Filmemacher, welche Botschaft er transportieren will: "Die Zuschauer sollen aus meinem kleinen Film lernen, dass man es schaffen kann."

Der größte Kurzfilmwettbewerb der Welt
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