Handwerk im Landkreis schafft sich Platz

Hauptthema am "Tag des Handwerks" gestern in Hechingen war der drohende Fachkräftemangel. "Wir müssen mit allen Mitteln gegensteuern", forderte Kreishandwerksmeister August Wannenmacher.

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In der Hechinger Stadthalle wurde gestern der Tag des Handwerks begangen.

Zahreiche Gäste aus Politik, Bildung und Wirtschaft waren zu der mit "Tag des Handwerks" überschriebenen Hauptversammlung der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb gestern Abend in der Hechinger Stadthalle gekommen. Kreishandwerksmeister August Wannenmacher begrüßte insbesondere Landrat Günther-Martin Pauli und Bürgermeisterin Dorothea Bachmann, den Bundestagsabgeordneten Martin Rosemann, den Landtagsabgeordneten Karl-Wilhelm Röhm sowie die Vertreter der Handwerkskammer Reutlingen, der gewerblichen Schulen, der Banken und Krankenkassen.

Eine Jahresbilanz für das Handwerk allgemein zu ziehen, sei nicht möglich, so Wannenmacher. Dazu sei es zu breit aufgestellt. Er nahm die Bauwirtschaft in den Blick, die, nicht zuletzt wegen der enormen Hagelschäden, Zuwächse von knapp drei Prozent verzeichnete. "Das Problem der Zukunft sind nicht die Aufträge, sondern das Personal, das die Aufträge ausführt", kam Wannenmacher auf den drohenden Fachkräftemangel, das Hauptthema des Abends, zu sprechen. Nur Betriebe, die regelmäßig ausbilden, seien von der Problematik zwar noch nicht so stark betroffen. Dennoch müsse die Kreishandwerkerschaft "alle Möglichkeiten nutzen, über Werbung an den Schulen, Bildungspartnerschaften und andere Aktivitäten dieser Entwicklung entgegen zu treten". Die erfolgreiche Imagekampagne des Handwerks müsse fortgeführt werden, um Außen- und auch Innenwirkung zu zeigen. "Wir müssen stolz auf Handwerk sein."

Dass die Metallinnung mit Alwin Tollkühn, Rangendingen, einen neuen Obermeister gefunden hat, und "wieder in die Bahn" kommt, merkte Wannenmacher positiv an. Damit sei die Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb eine der wenigen in Baden-Württemberg, bei der alle Innungen ihre Geschäftsführung haben.

Wannenmacher kündigte an, dass die Kreishandwerkerschaft als bleibende Erinnerung an den "Tag des Handwerks 2014" an einer noch nicht ausgewählten Stelle im Landkreis einen "Platz des Handwerks schaffen werde.

Bürgermeisterin Dorothea Bachmann betonte in ihrem Grußwort die enge Verbundenheit der Stadt Hechingen mit dem Handwerk.

Als Gastredner verdeutlichte anschließend auch Oskar Vogel, Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT), dass der Fachkräftemangel eines der zentralen Probleme im Handwerk ist. Während sich in Baden-Württemberg die Zahl der Handwerksbetriebe (132 000), die Zahl der Mitarbeiter (730 000) und der Umsatz (80 Millionen Euro) im Vergleich zu 2012 kaum verändert haben, ist die Zahl der Auszubildenden um 3,4 Prozent auf 51 000 gesunken. Vogel nahm die neue Bundesregierung in den Blick, lobte vorhaben den Verzicht auf Steuererhöhungen und den Erhalt der Minijobs. Kritik übte er am gesetzlichen Mindestlohn oder der Rente mit 63: Solche Themen sollte der Staat besser den Tarifpartnern überlassen. In der Vorausschau auf die Europawahlen stellte Vogel fest: "In Brüssel spielt die Musik". Das deutsche Handwerk sollte auch auf europäischer Ebene stärker für seine Interessen eintreten, unter anderem für den Meisterbrief kämpfen, der in Brüssel gerade auf dem Prüfstand steht.

Auf kommunalpolitischer Ebene besitze das Handwerk bereits ein starkes Gewicht. Die Kommunen seien aufgefordert, für innenstadtnahe Gewerbeflächen (Stichwort: Wohnen und Arbeiten), Wohnungsbau, Verkehrsinfrastruktur und vor allem -Stichwort: Fachkräftemangel - für eine Schulentwicklung zu sorgen, die eine wohnort- und betriebsnahe Beschulung der Nachwuchskräfte ermöglicht.

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