Gemeinschaftsschule als Option

Mit Bildungspolitik als zentralem Thema führte die FDP Hechingen ihren Wahlkampf in dieser Woche auf die Zielgerade. Zu Gast war Gabriele Heise, Mitglied des Bundesvorstands der Liberalen.

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  • Wahlkampfendspurt bei der FDP mit Gabriele Heise (Mitte), dem Ehepaar Linckersdorff, Stadt- und Kreisrätin Marlene Weber und Gästen. Privatbild 1/2
    Wahlkampfendspurt bei der FDP mit Gabriele Heise (Mitte), dem Ehepaar Linckersdorff, Stadt- und Kreisrätin Marlene Weber und Gästen. Privatbild
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Nach dem in der Redaktion der Hohenzollerischen Zeitung stattgefundenen Pressegespräch von Europa-Parlamentarier Michael Theurer und Dr. Bernd Leweke, bei welchem Europa im Fokus gestanden hatte, begrüßte der Hechinger FDP-Ortsvorsitzende Matthias Linckersdorff am Abend die vormalige FDP-Landesgeneralsekretärin , Rechtsanwältin und im FDP-Bundesvorstand wirkende, Gabriele Heise. Sie und Linckersdorff kennen sich von vielen Terminen, unter anderem von der jährlich stattfindenden Glückstour mit dem Hechinger/Münsinger Landtagsabgeordneten Andreas Glück, sowie dem FDP-Gipfeltreffen auf dem Plettenberg, einer ebenfalls jährlich stattfindenden FDP-Veranstaltung des Kreises.

Gabriele Heise, die in Begleitung ihrer beiden Kinder Teska und Hendrik ursprünglich diesen vor der Veranstaltung die Burg Hohenzollern zeigen wollte, stand jedoch unvermittelt vor verschlossenem Burgtor. Dies nicht etwa, weil die Burgverwaltung den Liberalismus nicht in ihrem Gemäuer haben wollte, sondern, weil das verkehrstechnische Nadelöhr Tübingen einen in diesem Fall kulturverhindernden Zeitfresser gespielt hatte und irgendwann auch die Burgführer ihren Feierabend genießen möchten.

Welch ein besseres Plädoyer für Tourismus und gelebtem Bildungsbürgertum, so meint die FDP, gäbe es für den zügigen Bau des Schindhaubasistunnels? Oder will Tübingen gar die Bildung vom Zollernalbkreis fernhalten?

Diesen Verdacht von sich weisend, verwies Gabriele Heise in ihrer Begrüßung vor einer in ihrer Zahl übersichtlichen Gruppe Liberaler auf ein unbekanntes Bonmot, nämlich, dass Bildungshunger und Wissensdurst keine Dickmacher seien. Matthias Linckersdorff lächelte beglückt.

In ihrem Impulsvortrag favorisierte Gabriele Heise grundsätzlich Stelleneinsparungen von Lehrkräften bei rückläufigen Schülerzahlen, verwies aber energisch darauf, dass es in hohem Maße widersprüchlich sei, 12 000 Planstellen einsparen zu wollen, aber schon jetzt nicht mehr zu wissen, woher man ausreichend Grundschullehrer, gerade auch für die gewollte Inklusion, sowie Lehrkräfte für den zunehmend angebotenen Ganztagesschulbetrieb zu generieren. Die liberale Position zu den Gemeinschaftsschulen sei keinesfalls ablehnend, vielmehr seien Gemeinschaftsschulen im Einzelfall eine Option. Die Grün-Rote Landesregierung sei aber bislang nicht

in der Lage, den gymnasialen Teil in dieses Konzept zu integrieren. So blieben die mit großem medialen Tam-Tam eingeführten Gemeinschaftsschulen mehr oder weniger umbenannte Werkrealschulen, ohne dem selbst gesetzten Ziel, auch die Hochschulreife zu erlangen, Genüge zu tun.

In der lebhaften Aussprache wurde vor allem auf die in der öffentlichen Diskussion stiefmütterlich behandelten Beruflichen Schulen und deren für das örtliche Handwerk und die vielen Mittelständler im gewerblichen Bereich hingewiesen. Hier müssten mehr Mittel eingesetzt werden, da es häufig auch die Beruflichen Schulen seien, welche als Vorreiter der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund dienten. Matthias Linckersdorff zitierte eine bereits vor über 30 Jahren von Helmut Kohl kurz nach Erlangung seiner Kanzlerschaft getätigte Aussage: "Nur Bildungspolitik schafft keine Arbeitsplätze". Die ständige Reformiererei behindere eine qualitativ hochwertige Wissensvermittlung.

Mit einem süßen Gruß aus Hechingen sowie einem kleinen Buchgeschenk wurde Gabriele Heise in Richtung Stuttgart verabschiedet.

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