Gelebte Clavichordkultur

Zarte Klänge in historischem Ambiente: Vier Tage lang dreht sich in der Villa Eugenia in Hechingen alles um ein empfindsames Instrument, das ansonsten nur selten zu hören ist: das Clavichord.

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In Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Hechingen veranstaltet die Deutsche Clavichord Societät die 41. Clavichordtage, die für Liebhaber klassischer Musik ganz besonderen Hörgenuss bieten. Mit dem Clavichord steht dabei ein leises, empfindsames Tasteninstrument im Mittelpunkt, dessen Wirkung umso intensiver ist und in der Rotunde der Villa Eugenia voll zur Entfaltung kommt. "Der Klang in diesem Raum ist wunderbar", lobte der Reutlinger Musiker Alfred Gross, der am Donnerstagabend das Auftaktkonzert gestaltete. Er ist eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Clavichord Societät, der mittlerweile rund 170 Mitglieder angehören. Über ihn kam auch der Kontakt mit dem Kulturverein Hechingen zustande. Hand in Hand setzten sich beide Vereine dafür ein, die Villa Eugenia zum Schauplatz der 41. Auflage der Clavichordtage zu machen.

Ein bis zweimal im Jahr organisiert die Societät diese Tage, die in unterschiedlichen Städten in ganz Deutschland stattfinden. Gelebte Clavichordkultur - das ist es, was dabei im Rahmen von Konzerten, Vorträgen und Workshops vermittelt werden soll. Denn die Pflege und Wiederbelebung der Clavichordtradition ist das oberste Anliegen der Gesellschaft. "Für uns ist diese Veranstaltung ein Geschenk", freute sich Christoph Schanze, stellvertretende Vorsitzender des Kulturvereins, über vier Tage voller Musik. Rund 30 Tonkünstler, Instrumentenbauer und Liebhaber des Clavichords sind noch bis morgigen Sonntag in der Zollernstadt zu Gast, wo sie ein abwechslungsreiches Programm erwartet.

Beim Eröffnungskonzert mit Alfred Gross erklang am Donnerstag "Tastenmusik aus Schweizer Tabulaturen", die der Musiker auf dem Renaissanceclavichord und dem Renaissancecembalo intonierte. Eine außergewöhnliche Kombination, sind die beiden Instrumente aufgrund ihres unterschiedlichen Klangvolumens doch ansonsten kaum nebeneinander zu hören. Zur Aufführung brachte Gross dabei Werke aus dem 16. Jahrhundert. Vokale Vorlagen wurden in dieser Zeit häufig von den Tastenspielern auf ihr Instrument übertragen und mit instrumentalen Elementen wie Umspielungen und Verzierungen angereichert. Unterschiedlichste Stilebenen brachte der Musiker in fein nuanciertem Spiel zum Tragen.

Miklós Spányi konzertierte am Freitag unter der Überschrift "Empfindsamkeit und Frühromantik I", indem er unter anderem Werke von Johann Gottfried Eckard und Friedrich Wilhelm Rust erklingen ließ. Das Abendkonzert wurde erneut von Alfred Gross gestaltet, indem er "Tastenmusik aus Deutschen Tabulaturen" präsentierte, darunter auch Kompositionen der einst in Hechingen tätigen Musiker Leonhard Lechner und Jakob Hassler.

Programm wird heute und morgen fortgesetzt

Am heutigen Samstag wird das Programm um 11 Uhr mit einer Exkursion in die Klosterkirche St. Luzen fortgesetzt. Dort wird es eine Orgelführung und ein kleines Konzert mit Alfred Gross geben. Für 14 Uhr ist in der Villa Eugenia der Vortrag "Ut-Re-Mi-Fa-Sol-La - tota musica, oder todte Musica?" mit Diez Eichler vorgesehen. Eine Vorführung der ausgestellten Clavichorde schließt sich um 15.30 Uhr an. Um 18 Uhr wird Miklós Spányi noch einmal konzertieren und dabei weitere Werke aus "Empfindsamkeit und Frühromantik II" zur Aufführung bringen.

Am morgigen Sonntag um 11 Uhr findet das Abschlusskonzert der 41. Hechinger Clavichordtage statt. Thomas Leininger wird dabei unter der Überschrift "Der junge Mozart" musizieren.

All diese Programmpunkte stehen Interessierten offen.

SWP

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