Gefeierter Quantensprung im Weiherstadion Hechingen

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Hechingen bringt seine Sportstätten auf Vordermann: Während die Lichtenau-Sporthalle aus der Schullandschaft schon nicht mehr wegzudenken ist und der über acht Millionen Euro teure Hallenbad-Neubau noch der Einweihung harrt, knallten am Dienstag im Weiher die Sektkorken. Das für 1,55 Euro Millionen Euro runderneuerte Sportstadion wurde mit Festreden, dem kirchlichen Segen, Musik und viel Sport seiner Bestimmung übergeben.

Hechingens Erster Beigeordneter Philipp Hahn war in Gummi­stiefeln angetreten. Etwas übervorsichtig, denn die Regenschauer vom Morgen machten pünktlich zur Feierstunde einem schönen Herbsttag Platz. Die Generalsanierung des Stadions sei längst überfällig gewesen, stellte Hahn fest, und erinnerte daran, dass der Hechinger Gemeinderat das immer wieder verschobene Mammutprojekt im Jahr 2015 endgültig ganz oben auf die Agenda gesetzt hat. „Und jetzt hat das sportliche Leben in Hechingen hat ein neues Fundament“, freute sich Philipp Hahn. Das „in Rekordzeit“ runderneuerte Stadion sei im Vergleich zum alten „ein Quantensprung“. Dabei sei das Millionenprojekt im Zeit- als auch im Kostenrahmen geblieben.

Unter dem neuen Tribünendach, das in Kooperation mit der Hechinger Firma Techmaster realisiert werden konnte, hatten sich zu dem Festakt zahlreiche Gäste versammelt, darunter Alt-Bürgermeister Jürgen Weber, Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen und der Hechinger Schulen, Sportkreisvorsitzender Hendrik Rohm sowie die beiden Pfarrer Gabriel Maiwald und Herbert Würth, von der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde Hechingen, die das neue Stadion später weihten.

Ehrengäste im Hintergrund waren Herbert Selig, der die Leichtathletik-Abteilung des TV Hechingen ins Leben gerufen hat, und Karin Boll, die auch in Zeiten, da die Leichtathletik in Hechingen wegen der schlechten Trainingsbedingungen darniederlag, durch ihren Einsatz wenigstens die Wurzeln am Leben erhalten konnte.

Für den festlichen Rahmen sorgten die Stadtkapelle Hechingen unter Dirigent Bernd Haid mit ausgesuchten Musikstücken und das Landgasthaus „Kaiser“ aus Boll mit Sekt und Häppchen zum Stehempfang sowie der Dachverband der Hechinger Sportvereine mit der anschließenden Bewirtung.

Was das neue Stadion alles kann und hat, erläuterten Architekt Jürgen Haas vom Büro „Plankonzept“ und sein Namensvetter Jürgen Haas vom Sachgebiet Tiefbau der Stadt Hechingen. Der Architekt freute sich insbesondere, dass bei der Einweihungsfeier alle am Bau beteiligten Firmen vertreten waren (Moser Sportstättenbau, Zanger Gartenbau, Bauunternehmen Dehner und Dieringer und Techmaster – Elektro und Solar). In einem großen Kraftakt hätten Planer und Handwerker die schwer in die Jahre gekommene Sportstätte in die Moderne katapultiert. Dabei seien die Wünsche und Anregungen der Sportvereine in die Umbaumaßnahmen mit eingeflossen, so Haas.

Schon unterirdisch spielte sich während  der achtmonatigen Bauphase vieles ab: eine neue, vier Meter tief gelegte Entwässerungstechnik, Bodenstabilisierungsmaßnahmen, neue Elektroleitungen und Leerrohre. Oben dann die neue Tribüne mit Sitzstufen. Und die Hauptsache: eine vollwertige Kampfbahn vom Typ B, auf der regionale Meisterschaften, auch im Mehrkampf, nach IWR/DLV-Regeln durchgeführt werden können.

Mit sechs Laufbahnen, dazu Stabhochsprung, Speer- und Diskuswurf, Kugelstoßen, Stabhoch-, Hoch- und Weitsprung, ja sogar Basketballkörben lässt die Leichtathletikanlage das Herz eines jeden Sportlers höher schlagen. „Der Motivationsfaktor wird gegenüber dem alten Stadion um ein Vielfaches steigen“, prophezeite Dieter Schneider, Präsidiumsmitglied im Württembergischen Leichtathletik-Verband (WLV) in seinem Grußwort. Das Weiherstadion habe jetzt das Zeug dazu, „Anziehungskraft auf den Breitensport auszuüben und zugleich Keimzelle für den Leistungs- und Spitzensport zu sein“. Gerade jetzt sei die baden-württembergische Leichtathletik-Jugend „schwer im Kommen“, belege die LG Steinlach-Zollern (mit Leichtathleten aus dem TV Hechingen) im Vereinsranking Platz 7 unter 360 Vereinen im Ländle. Schneider versäumte nicht, auch allen Trainern, Betreuern und Funktionären zu danken. „Ohne sie läuft so eine Anlage nicht.“

Michael Mößner vom Dachverband der Hechinger Sportvereine freute sich, dass die Stadt nach langer Wartezeit nun „eines der schönsten Sportstadien im Umkreis“ ihr Eigen nennen kann. Es möge nun „viele sportliche Erfolge in die Zollernstadt bringen“. Der Dachverband werde noch das Mobiliar für eine Ruhezone bei den Umkleiden stiften, kündigte Mößner an.

Nach dem Festakt war es dann die Jugend, die das Weiherstadion voll und ganz in Besitz nehmen durfte. Schüler der Klassenstufen 1 bis 5 waren zur Aktion „WLV-Kinderleicht-Athletik vor Ort“ eingeladen und konnten, moderiert von Rene Stauss (WLV), an verschiedenen Stationen ihre Talente testen. Außerdem gab es einen Stadion-Rundgang mit Michael Grundmann (LG Steinlach-Zollern). Junge Athleten demonstrierten eindrucksvoll die jetzt idealen Trainings- und Wettkampfbedingungen.

:1 (2:1) endete am Dienstagabend zum Abschluss der Stadion-Einweihung das Kreisliga-A-Spiel FC Hechingen – SV Rosenfeld. Der souveräne Sieg der Hechinger krönte den Tag.

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