GEDANKEN ZUM SONNTAG: Vom Mut zur Entscheidung

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Christina Schmittdiel, Jugendreferentin im Dekanat Zollern,

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie viele Entscheidungen Sie jeden Tag treffen? Ich muss schon beim Wachwerden entscheiden, ob ich liegen bleibe oder aufstehe. Es geht weiter: Welchen Pullover ziehe ich heute an, nehme ich zum Frühstück einen Kaffee oder einen Tee? Unser Tag steckt voller Situationen, in denen ich mich entscheiden muss; Wissenschaftler nehmen 20 000 Entscheidungen pro Tag an!

Klar, viele Entscheidungen treffe ich eher unbewusst, aus Routine. Aber es gibt auch Entscheidungssituationen, die trage ich lange mit mir herum. Ich wäge alle Argumente ab, die für die eine oder die andere Alternative spre-chen. Ich befrage meine Familie oder Freunde nach ihren Ratschlägen. Aber eigentlich will ich mich nicht festlegen, ich will mir mehrere Optionen offen halten.

Das ist für mich sehr praktisch, denn wenn mir der eine Weg nicht mehr gefällt, dann gehe ich einfach auf dem anderen weiter. Warum ist es so, dass ich mich nicht festlegen will?

Ich denke, es geht immer auch um die Frage "Wie wird mein Leben zu einem erfüllten Leben?" Bedeutet "erfüllt" für mich: Ich habe nichts verpasst, ich habe alles mitgenommen, was irgendwie möglich war? Wenn das "erfüllt" meint, dann passt es für mich gut, mich nicht für die eine Möglichkeit entscheiden zu müssen. Denn wenn ich mich festlege, dann verpasse ich ja die andere Möglichkeit.

Dieses Sich-entscheiden-Müssen kennen auch die Menschen, die im Umfeld Jesu lebten. Von der Berufung der ersten Jünger erzählt das Matthäusevangelium an diesem Sonntag. Jesus fordert sie auf: "Kommt her, folgt mir nach!" Stellen Sie sich vor, Sie sind eine beziehungsweise einer, die beziehungsweise der von Jesus so angesprochen wird, und Sie müssen sich entscheiden.

Ich lasse mir das Für und Wider durch den Kopf gehen. Eine Veränderung in meinem Leben wäre schön, aber eigentlich ist es auch gut so, wie es ist. Und wenn ich mir einfach ein bisschen von allem offen halte?

Das Matthäusevangelium berichtet weiter, dass die Angesprochenen sofort alles stehen und liegen ließen und Jesus nachfolgten. Ich stelle mir vor, dass sie Jesus und seine Botschaft bereits kannten. Vielleicht waren sie erst nur zufällige Zuhörer seiner Predigten. Mit der Zeit besuchten sie bewusst seine Predigten. Der Mann hatte für sie etwas Faszinierendes, eine Ausstrahlung.

Aber kann dies der Grund gewesen sein, warum die Menschen damals sofort alles stehen und liegen ließen und ihm nachfolgten? Ich denke nicht. Ich stelle mir vor, dass Jesus sie in ihrer tiefen Sehnsucht nach einem erfüllten Leben getroffen hat.

Sie spürten, dass bei ihm ein erfülltes Leben nicht gleichzusetzen ist mit einem Leben, das angefüllt ist mit Dingen, die nur kurzfristig die Sehnsucht nach dem erfüllten Leben stillen. Jesus hat die Menschen eingeladen dieses Leben in Fülle nicht nur in schönen Worten zu beschreiben, sondern es wie er selbst zu leben. Die Jünger haben sich sicher nach guter Überlegung für dieses Leben entschieden.

Ich wünsche Ihnen diesen Mut der ersten Jünger, sich in allen Entscheidungssituationen des Lebens entscheiden zu können!

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