GEDANKEN ZUM SONNTAG: Bach, Brahms, Gospel und Pop

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Pfarrer Ingo Bauer, evangelische Gesamtkirchengemeinde Zillhausen-Streichen.  Foto: 

Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. (Kol 3,16b) Was eigentlich jeden Sonntag in den Gottesdiensten geschieht - an diesem Wochenende steht es noch mehr im Mittelpunkt: Das Singen, die Kirchenmusik in all ihren verschiedenen Facetten. Kantate - singet! So heißt der Sonntag.

Mit dem Singen und der Musik überhaupt ist es heutzutage ja so eine Sache: Wir sind quasi rund um die Uhr der mehr oder weniger musikalischen Dauerbeschallung ausgesetzt - Radio, Fernsehen, Smartphone sei Dank. Und doch wird wohl weniger gesungen als je zuvor. Zu früheren Zeiten saßen die Leute auf dem Dorf draußen vor ihrem Haus und erzählten sich Geschichten, sangen gemeinsam Lieder. (Das alles freilich nur, wenn sie nicht gerade am Schaffen waren.) Heute sitzen die meisten wohl vor dem Fernseher und sind jedenfalls draußen kaum zu sehen. Der Gesang, auch in den Kirchen, wird immer dünner.

Gleichzeitig gibt es seit Jahren aber auch Gegenbewegungen: TV-Shows wie "The Voice of Germany", wo immer wieder neue Talente entdeckt und gefördert werden. Oder das Liederprojekt: Schön aufgemachte Bücher mit Wiegenliedern, Volksliedern, Kinderliedern. Die jeweils beiliegende CD enthält Mitsing-Fassungen, so dass man wirklich gleich loslegen kann mit dem Mitsingen. Oder der Boom von Gospelchören, der seit Jahren anhält: Die englisch- oder auch deutschsprachigen Texte sind mitreißend vertont und gehen direkt ins Herz.

Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Schon in diesem kurzen Vers wird deutlich: Bereits zu biblischen Zeiten scheint es eine gewisse Vielfalt an Liedern und Musikstilen gegeben zu haben. Heute ist die musikalische Landschaft beinahe unüberschaubar geworden. Nehmen wir die Vielfalt als Reichtum! Dann müssen auch in der Kirche nicht nur die alten Choräle, sondern können immer wieder auch neuere Lieder erklingen. Zur Orgel? Ja, aber vor allem auch zu Klavier, Keyboard und Gitarre! Kirchenchor? Gerne, aber neben Bach und Brahms auch Gospel und Pop! So oder so: Singet! Ob nur unter der Dusche oder auch in der Kirche. Denn singen macht Freude, bewegt das Herz und bringt uns in Verbindung mit dem Schöpfer, der auch die Musik geschaffen hat.

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