Förderverein geht sehr gern in die Verlängerung

Es läuft beim Förderverein Villa Eugenia. Das Haus ist gut belegt die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind voll beschäftigt. Und doch macht man sich Sorgen. Denn der Schuldenstand wird nur langsam kleiner.

|
Der Vorstand des Fördervereins Villa Eugenia hat bei der Hauptversammlung über die Zeit nach 2017 diskutiert (von links nach rechts): Michael Hakenmüller, Edmund Belser, Joachim Wien, Franz-Josef Heukamp und Anita Anders. Foto: Eberhard Wais

Die Berichte der Hauptversammlung des Fördervereins Villa Eugenia bezeugen den hohen ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder - manche sind geradezu Vollzeit beschäftigt. Das liegt auch an dem überaus guten Ruf als Veranstaltungsort, den man sich fleißig erarbeitet hat. Ob bei Hochzeiten, Ausstellungen, Konzerten oder anderen Terminen - die Villa ist gefragt.

Würde die Stadt wie vereinbart nach Auslauf des Zehnjahresvertrages 2017 den Betrieb der Villa selbst übernehmen, käme der aktuelle Arbeitseinsatz der Ehrenamtlichen wohl zwei Vollbeschäftigten gleich, vermutet Vorsitzender Joachim Wien. Aber die Stadt hat Stellenstopp. Gut, dass es eine Option auf Verlängerung um fünf Jahre gibt, die der Verein gerne wahrnehmen würde. Das entspannt die Zukunftsfrage etwas, wenngleich man sich beim Verein bereits jetzt Gedanken über die Zeit danach macht. Und darüber, wie man mehr jüngere Mithelfer für den Tagesbetrieb in der Villa gewinnt, "denn wir werden nicht jünger".

Von einer ungebrochenen Nachfrage bei den Anmietungen berichtet Anita Anders. Schätzungsweise haben rund 5500 Menschen im vergangenen Jahr in der Villa Eugenia ihre Feste gefeiert: "Die Villa ist ein wichtiger Frequenzbringer in der Stadt." Das bestätigen Gertrud Buckenmayer und Doris Strobel, die seit sieben Jahren unermüdlich das sonntägliche Kaffee-und-Kuchen- Angebot organisieren und mittlerweile sogar Gäste aus Stuttgart haben. Im Jahr macht das rund 2000 Besucher. Im Ausstellungssektor sieht das nicht anders aus, wie Angelika Kalchert betont. Die Villa ist bei Künstlern sehr beliebt, die Nachfrage ist hoch, die Qualitätsanforderungen ebenso. Rund 3000 Ausstellungsbesucher waren es 2013. Bewährt habe sich der sonntägliche 14-Uhr-Termin für die Vernissagen.

Den Bausektor verwaltet Hermann Schwendemann. Es gibt kaum mehr größere Sanierungsarbeiten, von der Außenfassade einmal abgesehen. Dafür aber machen die technischen Anlagen Arbeit, etwa die hochkomplizierte elektrische Steuerung, oder auch das anfällige Schieferdach.

Im kulturellen Veranstaltungsbereich war der Förderverein mit fünf eigenen Terminen (Konzerte, Theater, Sommerfest) präsent, daneben der Kulturverein. Für den ist die Villa Eugenia inzwischen zu einem kulturellen Kristallisationspunkt in Hechingen geworden ist, wie Margarete Kipp-Lenkeit erfreut feststellte. Bei all dem habe die Villa aber noch mehr historisches Potenzial, merkte Michael Hakenmüller an, das es zu nutzen gelte.

Edmund Belser hatte sehr ausführlich die Vereinsfinanzen aufbereitet, die im vergangenen Jahr außergewöhnlich positiv ausgefallen waren, nicht zuletzt wegen einer stattlichen Rückzahlung vom Finanzamt. Das sei aber nicht das zukünftige Niveau, schränkte Belser gleich ein, vielmehr könne man mit einem jährlichen Plus von rund 10 000 Euro rechnen, mehr nicht. Entsprechend bescheiden sieht der Doppelhaushalt 2014/2015 aus. Bei aktuellen Schulden von 150 000 Euro aus der Renovierungszeit bedeutetet dies, dass der Verein (oder die Stadt) noch lange nicht schuldenfrei ist. Sonderkündigungsrechte des 2017 auslaufenden Kredits gibt es nicht.

Nach den einstimmigen Entlastungen von Kassier und Vorstand war das Zukunftsthema das beherrschende. Auch wenn der Verein nach 2017 nochmals fünf Jahre die Villa weiter betreibe, stelle sich doch die Altersfrage, skizzierte Joachim Wien. Es gelte, jüngere aktive Helfer zu werben. Die rege Diskussion zeigte weitergehende Befürchtungen, dass etwa die Stadt nach 2017 die Villa privat veräußern könnte, weil ihr Unterhalt ohne ehrenamtliche Helfer zu teuer käme. Das würde die mit Herzblut helfenden Mitglieder tief treffen. Aber: "Aufgeben werden wir nicht."

Jetzt aber werden erst einmal wieder die Ärmel hochgekrempelt fürs Sommerfest am 26. Juli.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Amtsarzt hält Bachmann für dienstunfähig

Landrat Günther-Martin Pauli hat jetzt ein Verfahren eröffnet, um die Hechinger Bürgermeisterin Dorothea Bachmann vorzeitig in den Ruhestand zu schicken. weiter lesen