Fernsehtürme im Garten

Der geplante Windpark auf dem Sonnenbühler Hochfleck stößt nach wie vor auf Widerstand. Jetzt wurden Flyer verteilt mit Argumenten gegen das Projekt, in denen zum Einspruch anregt wurde.

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"Sagen Sie nachher nicht, Sie hätten es nicht gewusst": Das steht auf der einen Seite des Flyers, der in den vergangenen Tagen über das Gemeindeblatt an Haushalte in Engstingen und Lichtenstein verteilt wurde. Dazu gibt es große Fotos, auf denen die Windmasten gezeigt werden, Visualisierungen, die zeigen, wie sich das Landschaftsbild ändern wird, etwa mit einem filigran anmutenden Schloss Lichtenstein, das von riesigen Windrad überragt wird.

Einer der Initiatoren ist der Honauer Ortsvorsteher Wilfried Schneider, der schon im Lichtensteiner Gemeinderat dafür sorgte, dass das Vorhaben der Sonnenbühler Firma Sovitec nicht einfach durchgewinkt wurde. Seine Mitstreiterin ist Sabine Wälder, Leiterin der Engstinger Volkshochschul-Außenstelle, die die Visualisierungen in Auftrag gegeben, sich intensiv mit dem Flächennutzungsplan auseinander gesetzt hatte. Sie ist nicht gut auf die Gemeinde Sonnenbühl zu sprechen: "Die drücken uns die Windräder aufs Auge: Die Nachbargemeinden haben die Hauptbelastung in optischer Hinsicht." Es sei ein Unding, dass an einer Stelle, wo kein Schuppen erstellt werden dürfte, jetzt Industrieanlagen errichtet würden. "Fünf Fernsehtürme in nur 1,8 Kilometer Entfernung, das ist wie im Vorgarten", ergänzt Schneider. Gerade vom Albvereins-Hauptwanderweg 1 aus sei der Blick auf das Schloss Lichtenstein ein Aushängeschild des gesamten Landkreises, so Schneider: "Wenn die Windräder auf die Achalm kämen, würde ganz Reutlingen aufschreien." Weder Neuschwanstein noch Hohenzollern würde man mit Windrädern umzingeln dürfen. Aber nicht nur das Schloss, auch die beiden Engstinger Kirchen, die denkmalgeschützt seien, würden in ihrer optischen Wirkung stark beeinträchtigt. Deshalb müsse es Kompensationen geben, eine Ausgleichsabgabe in Höhe von 377 000 Euro, die auf die beeinträchtigten Kommunen verteilt würden. Allein 170 000 Euro würden Sonnenbühl zugeschlagen, "und die haben gar keine Zerstörung des Landschaftsbildes", schüttelt Schneider den Kopf. Lichtenstein etwa werde nur 33 000 Euro erhalten. Insgesamt aber sei diese ein "Nasenwasser" für das, was zerstört werde. Und Sonnenbühl sei der große Nutznießer, werde die Gemeinde doch jährlich 40 000 Euro Pacht pro Windrad erhalten.

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