Endlich zeitgemäß arbeiten können

In einem Anbau auf den "zweckmäßigen Standard" gebracht wurde im Rahmen der Feuerwehrhaus-Generalsanierung die Wache. Hier stehen nur noch Restarbeiten aus, freut sich Kommandant Maik Bulach.

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  • Kommandant Maik Bulach freut sich mit seinen Feuerwehrkollegen über die neue, endlich zeitgemäße Wache. Fotos: Sabine Hegele 1/2
    Kommandant Maik Bulach freut sich mit seinen Feuerwehrkollegen über die neue, endlich zeitgemäße Wache. Fotos: Sabine Hegele
  • Am Standort der alten Wache finden sich jetzt die Kleiderspinde; sie waren zuvor unerlaubterweise in der Fahrzeughalle untergebracht. 2/2
    Am Standort der alten Wache finden sich jetzt die Kleiderspinde; sie waren zuvor unerlaubterweise in der Fahrzeughalle untergebracht.
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Lange, zu lange hat Hechingen seine Feuerwehr vernachlässigt. Davon kann inzwischen keine Rede mehr sein: Die Generalsanierung des Gerätehauses nimmt immer konkretere Formen an - vor allem die Wache, eingerichtet in einem Anbau, steht kurz vor ihrer Fertigstellung. Zum Glück.

Rückblick: Die alte Wache verfügte über zwei Funk-Arbeitsplätze; zusätzlich standen, informiert Kommandant Maik Bulach, ein "normaler" PC und ein Funkgerät zur Verfügung, um auf einem Kanal funken und auf diesem Weg Einsätze koordinieren zu können. Diese überschaubare Ausstattung und räumliche Enge war längst nicht mehr zeitgemäß. Spätestens nach den Hochwasser-Großeinsätzen in den Jahren 2007 und 2008 war klar: Die Hechinger Feuerwehr braucht eine neue, größere und modern ausgestattete Wache. Die hat sie jetzt.

Besetzt sein wird sie bei Großbränden, Unwettern, Erdbeben. . . Vor Ort ist dann eine Führungsgruppe mit einem Zugführer als Leiter (der Kommandant kann das nicht sein - er hat die Einsatzleitung am Unglücksort). Insgesamt besteht die Führungsgruppe aus fünf Wehrmännern. Sie koordinieren in der Wache nicht nur die Einsätze ihrer Kollegen, sondern gegebenenfalls ebenso die zu verrichtenden Arbeiten des THW, des DRK, der Verwaltung, der städtischen Werke - und unter Umständen auch mal die der Polizei. Dazu verfügt das neue Refugium der Hechinger Feuerwehr über zwei Funk-Arbeitsplätze, zwei separate PC-Arbeitsplätze und einen Arbeitsplatz für den Leiter der Führungsgruppe.

Die eingehenden Schadensfälle werden über drei große, an der Decke angebrachte Flachbildschirme priorisiert und dokumentiert. Diese Aufgabe fiel den Wachhabenden schon in der Vergangenheit zu - doch fehlte ihnen die Möglichkeit, das Einsatzgeschehen entsprechend zu visualisieren.

Einer der drei Flachbildschirme zeigt die offenen Einsatzstellen auf, der zweite die Fälle in Bearbeitung. Der dritte Bildschirm dient unter anderem dem Abrufen der aktuellen Wetterlage; ebenso gewährt er Zugriff auf den Fahrzeug-Status.

Mit alledem (und dazu einem Headset, mit dem sich funken, telefonieren und die Abläufe im Gerätehaus koordinieren lässt - was bisher nur über eine Lautsprecheranlage möglich war) verfügt die Hechinger Wehr jetzt über eine Wache, die der der Feuerwehren in Balingen und Albstadt entspricht. Vor allem aber ist sie zweckmäßig. Nein, sagt Maik Bulach, Luxus sei an der Ermelesstraße nicht eingezogen. "Aber sehr guter Standard." Das gilt ebenso für den angrenzenden, ebenfalls neu geschaffenen Stabsraum mit vier Telefon- und PC-Anschlüssen. Bei Großschadenslagen finden hier alle verantwortlichen Entscheidungsträger Platz.

Natürlich, räumt Bulach ein, sind die jüngsten und noch ausstehenden Investitionen in die Feuerwehr sehr kostspielig - sie seien aber überfällig gewesen. In diesem Zusammenhang ist es ihm außerdem wichtig zu erwähnen, dass seine Kollegen viele Hunderte von Stunden an Eigenleistungen erbracht hätten - beispielsweise fürs Installieren und Programmieren der PCs. Das hätten sie mit großer Leidenschaft gemacht, ergänzt der 39-Jährige - auch weil sie ihr Engagement mit der Sanierung, Modernisierung und Erweiterung ihres Domizils honoriert sehen. Und das zurecht, schließlich leisten die Floriansjünger "in diesem Haus jährlich rund 20000 ehrenamtliche Arbeitsstunden". Ein Letztes noch: Mit der Unterbringung der neuen Wache in einem Anbau konnten endlich die Kleiderspinde aus der Fahrzeughalle raus (was ohnehin nicht mehr erlaubt ist). Die Spinde sind jetzt am Standort der alten Wache untergebracht.

260 Floriansjünger

Die Feuerwehr der Gesamtstadt Hechingen zählt 260 Angehörige - samt der jugendlichen Floriansjünger und der Mitglieder in der Altersabteilung.

Die Feuerwehr-Abteilung Stadt hat 65 Aktive in ihren Reihen; in den Abteilungswehren tun weitere zirka 180 Männer und Frauen aktiven Dienst.

Mit Freddy Konstanzer und Patrick Gompper hat die Feuerwehr zwei hauptamtliche Gerätewarte, die neben den Hechinger Gerätschaften für die Instandhaltung der Schläuche und Atemschutzausrüstungen der benachbarten Wehren Rangendingen, Jungingen, Grosselfingen und Bisingen verantwortlich zeichnen.

In Hechingen stehen zwölf Fahrzeuge - vom Kommandowagen bis zum Wechsellader - in der Feuerwehrhalle. Dazu kommen weitere sieben Fahrzeuge der Abteilungswehren.

SBS

Die Sanierung: im Zeit- und im Kostenplan

Die Sanierung, Erweiterung und Modernisierung des Hechinger Feuerwehrgerätehauses ist im Zeit- und im Kostenplan, freut sich die Stadtverwaltung.

Aktuell liegen die Bauabschnitte zwei und drei in den letzten Zügen, sprich der Anbau der Wache sowie die technische Ausrüstung im Untergeschoss (Heizung, Lüftung, Elektrik. . .). Hier stehen nur noch Abschlussarbeiten aus.

In diesem Frühjahr folgt Bauabschnitt vier mit der energetischen Sanierung des Gebäudekomplexes. Unter anderem werden Fenster und die Tore der Fahrzeughalle ausgetauscht; zusätzlich gibt's einen Vollwärmeschutz. Dazu wird das Gebäude komplett eingerüstet. Gefördert werden die Arbeiten aus Landesmitteln des Klimaschutz-Plus-Programms.

Nach diesem Sommer wird zusätzlich ein Teil des Bauabschnitts fünf vorgezogen, nämlich die Erneuerung des Bodens in der Fahrzeughalle.

Der größere Teil des Bauabschnitts fünf, die Sanierung der Aufenthalts- und Schlafräume sowie des Kommandantenbüros, wird nächstes Jahr in Angriff genommen.

Die Gesamtkosten der umfangreichen Arbeiten am Hechinger Feuerwehrhaus sind mit 4,4 Millionen Euro veranschlagt: Für die Bauabschnitte eins bis drei waren es rund 3,1 Millionen Euro, für Bauabschnitt vier zirka 620000 Euro und für Bauabschnitt fünf etwa 650000 Euro.

SBS

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