Elegant, sprühend und delikat

Ein zauberhaftes Matinee-Konzert, gestaltet von Thomas Leininger, bildete den krönenden Abschluss der deutschen Clavichordtage in der Villa Eugenia.

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Mit der wohldurchdachten Auswahl repräsentativer Musikstücke zeichnete Thomas Leininger ein lebendiges Bild des jungen Mozart und seiner weitgehend in Vergessenheit geratenen Zeitgenossen Anton Cajetan Adlgasser (1729 - 1777), Georg Christoph Wagenseil (1715 - 1791) und Johann Christian Bach (1735 - 1782), dem jüngsten Sproß der Bach-Familie. Leininger beleuchtete das Musikschaffen der Großen jener Zeit und verschaffte faszinierende Einblicke in die klangliche Aura einer Periode des stilistischen Umbruchs zwischen der alten, dem spätbarocken Stilideal verpflichteten Komponistengeneration und dem neuen "galanten" Zeitstil, wie er durch Wolfgang Amadeus Mozart repräsentiert wurde.

Mit seinem abwechslungsreichem Vortrag, bei dem er Werke des jungen Mozart den Kompositionen denen der damaligen Zelebritäten gegenüberstellte, öffnete der Clavichordist ein Schatzkästchen bezaubernder Miniaturen, die nach langer Zeit wieder im Licht der Öffentlichkeit funkelten. Ausgewählt und vorgetragen mit viel Liebe zum Detail und freigiebig an rhythmischer und melodischer Finesse waren diese Stücke mehr als nur Dokumentationen der Schnittstelle am Übergang zweier Epochen. Sensibel und einfühlsam verlieh der Künstler jedem Werk, jeder Phrase individuellen Ausdruck und eigenes Gepräge und stellte sein hohes technisches Vermögen immer in den Dienst der Musik.

Vom jungen Mozart spielte Leininger "Drei Stücke" KV 1, 3,2 und die Sonate in D-Dur (KV 7), die von dem Wunderknaben im Alter von sieben Jahren geschaffen wurde. Seine brillante, differenzierte, doch lebhaft dargebotene Interpretation machte die gute dynamische Klangdifferenzierung des Clavichords deutlich hörbar. Der besonders feine, silbrige Klang des Clavichords von Thomas Leininger, in der Werkstatt von Andreas Hermert nach einem Original aus dem süddeutschen Raum gefertigt, ließe sich am treffendsten mit elegant, sprühend und delikat umschreiben - doch verblassen solche Wörter angesichts einer so überzeugend virtuos vorgetragenen Interpretation.

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