Einzigartige Erfahrung

Zwei Wochen arbeitete die Reutlinger Anästhesistin Dr. Renate Weber in der Republik Kongo - ehrenamtlich - auf dem größten privaten Hospitalschiff der Welt. Für sie eine tolle Sache - und sinnvoll dazu.

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Dr. Renate Weber arbeitete ehrenamtlich in Afrika.

Ein befreundeter Chirurg, der auch schon an Bord der M/S Africa Mercy war, brachte Renate Weber die Idee nahe, sich mal um die Ärmsten der Erde, die sonst keine Chance auf eine ärztliche Versorgung haben, zu kümmern: "Das wäre doch was für dich." Und so nahm die Reutlinger Anästhesistin, beschäftigt am Steinenberg-Klinikum, die Afrika-Mission in Angriff, sammelte vorab zusätzliche medizinische Erfahrungen und lernte das "Medical English", weil auf dem größten privaten Hospitalschiff der Welt Englisch Bordsprache ist.

Renate Weber nahm zwei von ihren vier Wochen Urlaub, opferte die Zeit für das hier kaum bekannte Projekt und flog von Frankfurt nach Pointe-Noire, der Hafenstadt der Republik Kongo. Freunde zahlten ihr - auch nicht gerade billig - den Flug, sie selbst übernahm eine Pauschale für Unterkunft und Verpflegung an Bord und arbeitete zwei Wochen lang ehrenamtlich. Anders würde sich das Hospitalschiff nicht über Wasser halten können. Man ist auf die unentgeltliche Arbeit an Bord und Spenden angewiesen.

Die Reutlingerin befand sich dabei in guter Gesellschaft. 450 Leute arbeiten auf dem Schiff, weitere kommen dazu, um die nötige Übersetzungsarbeit zu leisten, denn im Kongo wird Französisch gesprochen. Ein buntes Völkchen Erde aus unterschiedlichen Kulturen und Generationen fand sich auf dem Schiff zusammen: Australier, Norweger, Ugander und auch etliche amerikaische Mediziner. Die M/S Africa Mercy schippert allerdings unter maltesischer Flagge.

Erstaunt war Renate Weber, die über eine 30-jährige klinische Erfahrung verfügt und lange als Krankenschwester gearbeitet hat, über das "hohe Niveau" von Monitoring und Equipment; alles gesponsert und "westlicher Standard wie auf dem Steinenberg". Sie habe absolut nichts vermisst.

Das Schiff beherbergt einen Operationstrakt mit fünf Sälen, morgens werden die Volunteers eingeteilt, um den Kongolesen medizinische Hilfe angedeihen zu lassen. Nach dem auch hier üblichen Acht-Stunden-Tag habe man meistens noch Vorbereitungen für den nächsten Tag getroffen, etwas gegessen und E-Mails gecheckt.

Die Arbeit an Bord hat Renate Weber mit tiefer Zufriedenheit erfüllt. "Man hat einfach das Gefühl, man macht etwas Sinnvolles."

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