Einfach, klar und zweckmäßig

Das "Sonnenhaus" in Boll marschierte im Auszeichnungsverfahren "Beispielhaftes Bauen" glatt durch. Die Jury bewertete es als "wirtschaftlich optimierten Beitrag zum Thema Einfamilienhausbau".

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  • Kompakt, energieeffizient und preisgünstig: Das Musterhaus der Hechinger Firma Sonnenhaus Huber & Schelling GbR in der Eichgasse 39 in Boll gehört zu den Preisträgern im Auszeichnungsverfahren "Beispielhaftes Bauen im Zollernalbkreis 2009 bis 2015". Das Foto links unten zeigt Dr. Marc Hirschfell von der Architektenkammer Baden-Württemberg und Jurymitglied Dr. Veronika Mertens, Direktorin der Galerie Albstadt" bei der Hausbesichtigung; rechts unten Jurymitglied Pit Müller, Freier Landschaftsarchitekt aus Freiburg, der die Außenanlagen mit Gartenteich genau in Augenschein nahm. Fotos: Andrea Spatzal 2/3
    Kompakt, energieeffizient und preisgünstig: Das Musterhaus der Hechinger Firma Sonnenhaus Huber & Schelling GbR in der Eichgasse 39 in Boll gehört zu den Preisträgern im Auszeichnungsverfahren "Beispielhaftes Bauen im Zollernalbkreis 2009 bis 2015". Das Foto links unten zeigt Dr. Marc Hirschfell von der Architektenkammer Baden-Württemberg und Jurymitglied Dr. Veronika Mertens, Direktorin der Galerie Albstadt" bei der Hausbesichtigung; rechts unten Jurymitglied Pit Müller, Freier Landschaftsarchitekt aus Freiburg, der die Außenanlagen mit Gartenteich genau in Augenschein nahm. Fotos: Andrea Spatzal Foto: 
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"Einfach, klar und zweckmäßig" sei das Häuschen in der Eichgasse 39 in Boll, stellten die Juroren fest. Das Musterhaus der Hechinger Firma Sonnenhaus Huber & Schelling GbR vereint mehrere Qualitäten. Wie Bauherr Roland Huber nach der Einweihung im Jahr 2012 erklärte, bestand ein wesentlicher Grund für den Entwurf des Sonnenhauses darin, "für ältere Menschen ein geeignetes Wohnkonzept zu schaffen, bei dem barrierefreies und komfortables Wohnen möglich wird, ohne dass stetig steigende Energiekosten Stück für Stück die Rente auffressen".

Entwickelt wurde das Sonnenhaus mit dem Hechinger Architekten Jürgen Sprenger. Er sagt, dass bei diesem Projekt durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Bauherrn und Planungsbüro "Technik als integraler Bestandteil der Architektur" ermöglicht wurde. "Damit konnten mehrere wichtige Ziele gleichzeitig realisiert werden: hohe architektonische Qualität mit nachhaltiger Energieversorgung in einem finanzierbaren Rahmen", so Sprenger.

Diese Vorteile erkannte die Jury der Architektenkammer Baden-Württemberg bei der Hausbesichtigung am 16. Juli ohne Abstriche an. In der abschließenden Beurteilung der Jury heißt es: "Einfach, klar und zweckmäßig, außerdem städtebaulich gut in die Umgebung integriert ist das Sonnenhaus ein wirtschaftlich optimierter Beitrag zum Thema Einfamilienhausbau. Die kompakte Form ermöglicht einen geringen Energieverbrauch. Die Grundrisse sind funktional und klar organisiert. Durch eine Galerieebene wird das Raumvolumen erlebbar und schafft dadurch auf kleiner Fläche sowie durch das Material Holz ein spannungsreiches Raumerlebnis. Alle Bestandteile zur Energiegewinnung werden flächig und im Zusammenhang mit der Architektur integriert. Insgesamt ist das Gebäude zurückhaltend und energetisch bilanziell nahezu C02-neutral."

Nur zwölf von 58 eingereichten Objekten wurden in dem Bewertungsverfahren "Beispielhaftes Bauen im Zollernalbkreis 2009 bis 2015" ausgezeichnet. Unter den vorgeschlagenen 19 Arbeiten in der Kategorie "Wohnen" erhielten nur zwei Einfamilienhäuser eine Auszeichnung - beide in Hechingen: Das Haus in der Taubenschmidstraße 28 auf dem Killberg (wir berichteten) und das Sonnenhaus in Boll.

Neben der Energieautarkie besticht das als Ferienhaus errichtete Musterhaus der Firma s & h vor allem durch den Preis, der mit 240 000 Euro angegeben wird. In seinem Erscheinungsbild fügt sich das Satteldachgebäude perfekt in die ländliche Atmosphäre ein. Das Haus ist konsequent nach Süden orientiert, die Fassade nach Norden, Osten und Westen ist weitgehend geschlossen. Das setzt sich in der Raumaufteilung fort: Die Schlaf- und Nebenräume sind im Norden, die Aufenthaltsräume im Süden. Durch bewusste Optimierung der Nebenräume und durch zweigeschossige Wohnbereiche erreicht man trotz der Kompaktheit des Hauses ein großzügiges Raumgefühl. Als seniorengerechtes Gebäude ist im Erdgeschoss, neben dem Wohnbereich, auch ein Schlafzimmer mit Bad angeordnet. Das Obergeschoss beherbergt ein flexibles Schlafzimmer sowie eine Aussichts-/Arbeitsgalerie. Die Marktfähigkeit des Gebäudeentwurfs wird durch eine flexible Grundrissgestaltung erreicht: Das Haus ist auch als Zweipersonenhaushalt, barrierefreie Altersresidenz oder als Zuhause einer vierköpfigen Familie denkbar. Eine optimierte Holzkonstruktion (Joist-Ständer und Brettstapeldecke) bildet den CO2-neutralen Kern des Tragwerks. Außenfassade und Teile der Innenverkleidung sind ebenfalls aus diesem nachwachsenden Rohstoff. Eine Recyclingdämmung ermöglicht einen hohen Dämmstandard von 0,19 Watt pro Quadratmeter Kelvin (Wm²K).

Geheizt wird mit der Sonne: Das Prinzip des Sonnenhauses basiert darauf, möglichst viel der Heiz- und Warmwasserversorgung mit Sonnenenergie zu decken. Die Warmwasserkollektoren an der Südseite bieten durch ihre senkrechte Anordnung eine optimale Lichtausbeute im Winter. Die Reflektionen des Teiches unterstützen diesen Effekt. Die gewonnene Wärme versorgt einen zweigeschossigen Warmwassertank, der auch Schlechtwetterphasen überbrücken kann. Im Sommer kann überschüssige Solarenergie abends für die Beheizung des Terrassenboodens genutzt werden. Für Extremwetterlagen dient ein Pelletsofen für die Nachheizung. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung minimiert die Wärmeverluste und versorgt das Gebäude kontinuierlich mit Frischluft. Die Photovoltaikanlage produziert zirka 6000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, womit der CO2-neutrale Gebäudebetrieb erzielt wird.

Das ausgezeichnete Sonnenhaus in Boll bekommt übrigens demnächst "Nachwuchs": Auf Gemarkung Stetten entsteht nach dem bewährten Grundkonzept ein komplett barrierefreies, mit Aufzug ausgestattetes Mehrfamilienhaus.

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