Ein Versuch über Theodor Heuss

Der Verein Alte Synagoge startet am kommenden Donnerstag seine neue Veranstaltungsreihe die bis Juli acht Termine umfasst. Den Auftakt macht der Tübinger Theologe Karl-Josef Kuschel mit Theoder Heus.

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Prof. Karl-Josef Kuschel eröffnet am nächten Donnerstag die neue Veranstaltungsreihe in der Alten Synagoge.

Am bevorstehenden Donnerstag, 30. Januar, beginnt in der Alten Synagoge um 19 Uhr die neue Veranstaltungsreihe 2014. Karl-Josef Kuschel, emeritierter Professor an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen, stellt sein jüngst erschienenes Buch über den ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland vor, das den Titel trägt "Theodor Heuss, die Schoa, das Judentum, Israel. Ein Versuch". Man erfährt, welch einzigartig freundschaftliches Verhältnis Theodor Heuss zu vielen jüdischen Zeitgenossen und zum Judentum überhaupt hatte. Er prägte das Wort von der "Kollektivscham" und engagierte sich lebenslang für eine wahrhaftige Erinnerungskultur , für Aussöhnung und "Wiedergutmachung" der Verbrechen am jüdischen Volk.

Durch diese Buchvorstellung wird der offiziell am 27. Januar festgelegte Holocaust-Gedenktag begangen, an dem jährlich der Befreiung des KZ-Lagers Auschwitz durch die Rote Armee gedacht wird. Jochen Brusch und Norbert Kirchmann werden zu der Buchvorstellung ausgewählte Musikstücke von Max Bruch, Karl Goldmark und John Williams beisteuern.

Wie angekündigt, wird Jochen Brusch seine im Dezember sehr erfolgreich begonnene Reihe "Portraits jüdischer Geiger" fortsetzen. Der Abend am Dienstag, 25. Februar, ist ab 19 Uhr Josef Joachim gewidmet, einer zentralen Künstlerpersönlichkeit des 19. Jahrhunderts von ungewöhnlicher Begabung als Komponist, Solist, Kammermusiker und Pädagoge. Brahms, Dvorak, Bruch und Schumann widmeten ihm bedeutende Werke.

Am Dienstag, 8. April, wird der Pole Henryk Wieniawski um 20 Uhr als der Prototyp eines europaweit bekannten brillanten und mitreißenden Violinvirtuosen dargestellt. Seine Polonaisen, Mazurken und Konzerte gehören zum eisernen Repertoire aller Violinsolisten von Format. Alexander Reitenbach von der Musikhochschule Stuttgart begleitet am Klavier Jochen Brusch, der in üblich charmanter, kurzweiliger und kenntnisreicher Weise die Programme moderiert.

Am Sonntag, 9. März, wird um 11 Uhr vom Initiator Immo Opfermann eine Ausstellung eröffnet, die einen besonders dramatischen Einblick gibt in das furchtbare Leben von KZ-Häftlingen in der Region, wobei zugleich aber auch deren Überlebenswillen und Widerstand zur Geltung kommt: "Portraits und Glückwunschkarten der KZ- Häftlinge" zeigt Zeugnisse aus dem KZ Erzingen. Die Ausstellung dauert dann bis 23. März.

Am Dienstag, 11. März, ist ab 19 Uhr Paul Münch , emeritierter Professor der Neueren Geschichte, wieder mit einer bedeutenden historischen Übersicht zu erleben. Der Abend wird mit Amnesty International gemeinsam ausgerichtet. Münch spricht über das spannende Thema "Hexenverfolgung. Geschichten der Ausgrenzung". Der Vortrag versucht das verwickelte Faktorenbündel dieses geschichtlichen Phänomens neu zu entwirren.

Am Dienstag, 27. Mai, gestaltet Ernst Konarek, der bekannte Schauspieler und Regisseur vom Stuttgarter Staatstheater, ab 20 Uhr eines seiner beliebten Programme. Unter dem Titel "Pohodna lebt" lässt er anhand von Liedern und Geschichten bedeutender Autoren - Josef Roth, Scholem Alejchem, Edgar Hilsenrath - das Leben im jüdischen Stetl in Ostgalizien wiederaufleben, das nach der Vernichtung durch die Nazis nur noch in der Erinnerung existieren kann. Ernst Konarek wird am Akkordeon von Ernst Kies begleitet.

Am Donnerstag, 10. Juli, präsentieren um 20 Uhr Ariana Burstein (Cello) und Roberto Legnani (Gitarre) ihr neues Programm mit dem Titel "Die magische Welt der Klänge und Rhythmen" . Die in Hechingen seit langem beliebten Künstler bringen neben weltbekannten Kompositionen von Albeniz, Albinoni und Faurè Eigenkompositionen und Arrangements aus den Bereichen Klassik, Celtic, Swing, Jazz, Tango nuevo und Weltmusik zur Aufführung.

Am Mittwoch, 16. Juli, ist ab 20 Uhr der ehemalige, landesweit gern gehörte Landesrabbiner Joel Berger wieder in Hechingen zu Gast. Er stellt seine Autobiographie "Der Mann mit dem Hut" vor. Berger, der auch Geschichte studiert hat, verknüpft in seinem Buch auf seine charakteristische sprachmächtige, temperamentvolle und humorvolle Weise persönliche Erlebnisse und Anekdoten mit der Zeitgeschichte und ihren vielfältigen Facetten.

Info Kontakt zum Hechinger Synagogen-Verein über AlteSynagoge-Hechingen@t-online.de.

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