Ein herrlich fröhliches Irrenhaus

Altenkrise, Fasnetsmüdigkeit, Nachlassen der traditionellen Narretei? Vielleicht sonstwo. Hechingen quoll am Auseliga über vor Kostümierten, Mäschkerle, Musikern. Teils gab es kein Durchkommen mehr.

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In der ganzen Stadt Hechingen herrschte am Auseliga schon nachmittags buntes Treiben, vergnügten sich nicht nur einheimische Narren, sondern feierten Gäste aus der ganzen Region. Sie alle amüsierten sich bestens. Nur ein paar bedauernswerte Menschen traf man. Das waren die Türsteher mit ihrer verantwortungsvollen Aufgabe, den Zugang in die Kneipen zu regulieren: Schlangen vor jedem Einlass, Gruppen, die nicht glauben wollten, dass im "Fecker", im "Schwarzbrenner" oder im "Glufamichel"-Zelt gerade kein Platz mehr frei sein sollte. Es war aber so! Teilweise konnte man dort nicht mehr umfallen. Keine leichte Aufgabe für die Securities, die Narren weiterzuleiten - oder zu vertrösten. Grund zum Verdruss? Umkehr mit Schwäbischem Gruß? Man hörte kein böses Wort, die Maskierten warteten. Oder versuchten es eben woanders. Im geräumigen "Museum" konnte man zu Beginn des Abends noch ein wenig wählen, mit zunehmender Stunde gingen aber auch beim Ball der Zoller-Hexen die Plätze aus. Besser bei der Narrhalla? Deren Zelt auf dem Gelände des City-Parks lag ja etwas abseits. Aber der Geheimtipp war reine Fehlkalkulation. Auch dort proppevoll, Bombenstimmung. Der Platz reichte gerade noch, ein Tänzchen zu wagen. Auch eine Polonaise schaffte es gelegentlich sich durchzuschlängeln. In den frühen Abendstunden jedenfalls. "Wir ziehen los. . ."

Wenn aber nun die Narrhalla so viele Partygänger aufgefangen hatte, würde sich das dahinter liegende "Wunderwerk" lichter besetzt präsentieren? Von wegen. Dort steppte ebenfalls der Bär. Er steppte überall, nicht nur in diesen und all den anderen Lokalitäten, sondern auch auf den Straßen und auf dem Marktplatz, wo immer wieder die bekannten Fasnetskapellen der Zollernstadt aufspielten. Stimmung wie bei einer Fiesta mexicana.

Besonders schön: An Alten herrschte kein Mangel, es wuselte nur so von ihnen. Gut, es waren vor allem "junge" Alte, die da mit Schirmchen und Schleier durch die Straßen stromerten. Aber ist das nicht eigentlich positiv? Woran der enorme Zuspruch gelegen hat? Möglicherweise entzündete bereits der nachmittägliche Sonnenschein die Fasnetsverrückten, wurde vorgefeiert, war dadurch die Lust entbrannt, weiterzufeiern. Und wo besser als in der Traditionsfasnetshochburg Hechingen? Aber das Warum ist ja auch wurscht. Phantastisch war's.

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