Ein großer Vernetzer

Untrennbar in Hechingen und weit darüber hinaus mit der Institution Caritas verbunden ist der Name Lothar Vees. In einer Feierstunde im Bildungshaus verabschiedete er sich von Weggefährten und -begleitern.

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Monsignore Bernhard Appel, Caritasdirektor der Erzdiözese Freiburg, heftete Lothar Vees das Ehrenzeichen des deutschen Caritasverbandes in Gold an.  Foto: 

1985 wurde der Caritasverband für das Dekanat Zollern gegründet und Lothar Vees der erste Geschäftsführer. Diese Funktion übte er bis jetzt aus. In dem der Verabschiedung vorausgegangenen Gottesdienst sprach Monsignore Bernhard Appel, Caritasdirektor der Erzdiözese Freiburg, von einer zu Ende gehende Ära. Vees habe der Caritas ein Gesicht gegeben. Der Dienst am Nächsten gegenüber demjenigen, der Not leidet, verfolgt wird, rassistischen Anfeindungen ausgesetzt ist, sei der Gedanke der Caritas und hier habe sich Vees beispielhaft eingesetzt.

Fritz Westphal, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes Zollern, erinnerte in einer launigen, mit viel Augenzwinkern gewürzten Begrüßung daran, dass der scheidende Geschäftsführer um nur ganz kurze Beiträge gebeten habe. "Damit mehr Zeit für Gespräche miteinander bleibt." Nichts desto trotz lieferte Westphal einen kurzen Abriss über die mannigfaltigen erfolgreichen Tätigkeiten des scheidenden Geschäftsführers, der sein Tun und Wirken immer in den Dienst der Sache gestellt habe.

Gabriele Rogowski, dienstälteste Mitarbeiterin, sprach Dank aus im Namen aller Kolleginnen und Kollegen und wünschte für den Ruhestand alles Gute.

Monsignore Bernhard Appel lobte Vees als "großen Vernetzer" und überreichte dem scheidenden Geschäftsführer das Ehrenzeichen des deutschen Caritasverbandes in Gold.

Konrad Bueb, stellvertretender Dekan, dankte Vees für dessen Engagement und innovativen Ideen und "für alles, was Sie Gutes getan haben".

"Unsere Freundschaft soll weitergehen" verkündete Jiri Stejskal, Direktor des Diözesan-Caritasverbandes Hradec Králové (Königgrätz), der mit Monsignore Joseph Suchar, Vorsitzender des dortigen Diözesan-Caritasverbandes extra aus Tschechien angereist war. Vees erhielt als erster Ausländer das bisher nur fünf Mal verliehene Goldene Caritaskreuz der Diözese Königgrätz.

"Wir haben dich als wichtigen und wissenden Kollegen sehr schätzen gelernt und werden dich sehr vermissen", meinte Diana Schrade-Geckeler, Geschäftsführerin der diakonischen Geschäftsstelle Balingen.

"Wertvolle Impulse, praktizierte Nächstenliebe, schnörkellose Artikulation, pragmatisches Herangehen an Probleme", waren nur einige Attribute, die Landrat Günther-Martin Pauli Vees bescheinigte. Er habe für seinen Beruf "gebrannt", meinte er und überreichte einen Feuerkorb. Auch Hechingens Bürgermeisterin Dorothea Bachmann dankte Vees für dessen Engagement.

Karitative Haltung bedeute Respekt, Würde, Mitmenschlichkeit im Zusammenleben und im Zusammenhalt. Und Zusammenhalt lebe von den Menschen, die diesen Zusammenhalt praktizierten, auch wenn es Probleme und Spannungen gebe, ließ die CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz wissen. Vees habe immer wieder konkrete Anstöße gegeben und "uns Politikern Beine gemacht". "Sie waren immer für die Menschen da, die am Rande stehen." Als Geschenk sprach die Politikerin eine Einladung nach Berlin aus.

Lothar Vees dankte dem Vorstand für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung. Großes Lob zollte er seinem Mitarbeiterstab, der "super engagiert" gewesen sei. Seinem Nachfolger wünschte er eine gute Weiterentwicklung eines erfolgreichen Modells.

Er sei hervorragend von seinem Vorgänger eingearbeitet worden und habe sich sofort heimisch gefühlt, erklärte Vees' Nachfolger Elmar Schubert. Er wolle dafür Sorge tragen, dass das Gesicht der Caritas nach wie vor gut erkennbar sei.

Nach dem gemeinsam gesungenen, und von Mario Peters am Klavier begleiteten Lied "Ubi Caritas", ging es über zum gemütlichen Teil der Feier, warteten doch ein vorzüglicher Imbiss und viele Begegnungen und Gespräche auf die Gäste. Ganz so, wie Lothar Vees es sich gewünscht hatte. Eigentlich wäre er gerne noch weiter in seinem Amt geblieben, doch habe ihm sein Gesundheitszustand ganz eindeutig andere Signale übermittelt.

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