Lehrerkollegium der Musikschule konzertiert in Alter Synagoge

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Das Lehrerkollegium der Jugendmusikschule Hechingen und Umgebung gab ein höchst abwechslungsreiches Konzert in der Alten Synagoge.  Foto: 

Man nehme einen Schuss Jazz und eine Prise Klassik, Tangoklänge und moderne Musik, dazu einen großen Löffel Leichtigkeit, Virtuosität und Spielfreude: Aus diesen Zutaten zauberten elf Dozenten der Hechinger Musikschule mit neun verschiedenen Instrumenten in der Alten Synagoge einen erlesenen musikalischen Cocktail.

Die Klangreise durch verschiedene Epochen, Stile und Genres, mit der die Musiker ihre künstlerische Visitenkarte abgaben, begann mit dem ersten Satz aus der „Suite hébraique“ für Bratsche (Achim Braun) und Klavier (Jordi Altimira) aus der Feder des schweizerisch-amerikanischen Tonschöpfers Ernest Bloch (1880-1959). Das außergewöhnliche Werk verdankt seine Strahlkraft den traditionellen, jüdischen Elementen, die darin verwoben sind. Im schönem, nonverbalen Dialog formten die Musiker die frei fließende Rhapsodie unglaublich gesanglich und elegisch, manchmal etwas rau, aber immer warm im Klang.

Das zarte, pastorale Dolce der A-Dur Sonate BWV1015 von Johann Sebastian Bach entwickelten Kathrin Osswald (Violine) und Hanns Stefan Doege (Klavier) gemeinsam mit einer Ruhe, die ihren ganz eigenen Zauber hatte. Barocke Lebensfreude verbreitete das folgende Allegro, das Doege am Flügel virtuos, klanglich klar strukturiert und verständlich und Osswald mit kräftigen Strichen gestalteten. Als kleiner Höhepunkt und neu im Repertoire der Musikschule entpuppte sich „The Sound of Jazz“. Als dessen versierte Sachwalter erwiesen sich Jürgen Hagenlocher (Saxophon) und Magnus Lopez-Diaz (Piano), die mit wieselflinker Leichtigkeit Jazz-Standards von Bobby Timmons und John Coltrane präsentierten.

Mit der Posaune und in Begleitung von Jordi Altimira brillierte Stefan Riethmüller in der schönen Liebeshymne „Sang till Lotta“ des zeitgenössischen  schwedischen Komponisten Jan Sandstrom. „Adieu, Großväterchen!“ hieß es im Vortrag von Tanja (Akkordeon) und Alexander (Saxophon) Deines. „Adiós Nonino“ ist ein bezaubernder und leidenschaftlicher Tango, geschaffen von dem berühmten Argentinier Astor Piazzolla. Mit viel Gefühl und starkem Ausdruck, Präzision und mit innigem Verständnis für den Gehalt der Musik zeichneten die beiden Künstler ein plastisches Panorama an lateinamerikanischen Rhythmen mit ihren melodischen Wendungen.

Die „Sonatina op 205“ des Mario Castelnuovo-Tedesco (1895-1968) verbindet den Klang der Flöte (Hanns Stefan Doege) und der Gitarre (Michael Gern) zu einem aparten Hörerlebnis, in dem sich zarte Klangbänder mit lyrischen Einsprengseln vermischen und eine breite Palette musikalischer Charaktere von zarter Lyrik bis zu ausgelassener Vitalität aufweisen – eine Textur, die das Ensemble mit besonderer Raffinesse umsetzte.

Lyrische Klänge, beseelte Momente und klassische Passagen bilden das Spannungsfeld von Robert Schumanns entzückenden „Märchenerzählungen“ op. 132, die Bernd Holtmann (Klarinette), Achim Braun (Bratsche) und als Gast Eri Nakamura-Holtmann präzise artikuliert, leicht und verspielt gestalteten. Sie markierten den Schlusspunkt des abwechslungsreichen, gut besuchten Konzerts, das Musikschulleiterin Susanne Jaggy moderierte.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „Hechinger Musiker zu Gast in der Alten Synagoge“ der Initiative Alte Synagoge in Zusammenarbeit mit der Musikschule und der Stadt Hechingen statt.

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