Dietmar Schönherr und Andreas Kerstan zeigen ihre Kopf-Kunst in der Villa

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Die Ausstellung „Doppelkopf“ mit Arbeiten von Dietmar Schönherr (links) und Andreas Kerstan ist am Sonntag in der Villa Eugenia eröffnet worden.  Foto: 

Zeitgenössische, stimulierende Kunst, die bewegt, verblüfft, herausfordert und zum Nachdenken anregt ist seit Sonntag in der Galerie der Villa Eugenia zu sehen. Unter dem Titel „Doppelkopf“ präsentieren der Hechinger Künstler Dietmar Schönherr und der aus Althütte stammende Kunstschaffende Andreas Kerstan abstrakte und gegenständliche Exponate aus Malerei und Skulptur in einer Gemeinschafts-Ausstellung.

Der Mensch, insbesondere der menschliche Kopf, als Zentrum allen Denkens, Fühlens und Handelns beherrscht das Themenfeld und steht im Mittelpunkt des kreativen Schaffens beider Künstler. Dietmar Schönherr zeigt farbintensive Bilder mit Gesichtern und Körpern von Frauen und Männern, von Paaren. Meist sind es gewöhnliche Gesichter aus dem Alltag, aus der Straßenbahn oder beim Einkauf. Es sind Charakterbilder, Spiegelbilder, Traumbilder, die momentane Gemütsbewegungen darstellen, und die der Künstler verfremdend und malend deutet. Gesichter sind immer in Bewegung. Das Bild jedoch hält still. Der Betrachter kann schauen, in dem Gesicht lesen und versuchen, den Menschen auf dem Bild zu ergründen. Was erzählen uns die auch teilweise humorvollen Bilder von „Menschen, die sich fremd sind oder sich entfremdet haben, die gefangen sind in Beziehungen, Konventionen oder der eigenen Fantasie“, wie der Künstler es selbst ausdrückt? Dietmar Schönherr verwendet klare, kräftige Farben – Rot, Gelb, Grün und Blau, meist Acryl – um seinem Sujet Ausdruck zu verleihen.

Expressive Plastiken

Faszinierte bei Dietmar Schönherr die enorme Aussagekraft seiner malerischen Bildgestaltung, so verblüffen die außergewöhnlich expressiven Plastiken von Andreas Kerstan den Besucher. Teilnahmslos dreinblickende Holzköpfe, „fiktive Persönlichkeiten“ versieht der Künstler mit Uhren, Radios, Schreibmaschinen, Musikinstrumenten oder Telefonen und verarbeitet sie symbolhaft zu einer neuen Einheit: einer modernen Kopfskulptur. Alte handgeschnitzte Perückenköpfe werden zu einzigartigen Bildwerken und Objekten. Unter dem Titel „Hamsterrad“ stellt Kerstan den heutigen, industrialisierten Menschen, der im Takt unserer Zeit gleichsam wie mit einem alten Uhrenschlüssel aufgezogen „richtig tickt“, in den Mittelpunkt seiner Arbeiten. Doch bei aller Kritik an den Auswirkungen der leistungsorientierten Gesellschaft kommt bei Andreas Kerstans Objekten auch die pure Freude am Spiel mit Materialien und Symbolen zum Ausdruck. Der Mensch der heutigen Zeit aus der Sichtweise der Künstler: In der sehenswerten Ausstellung ergänzen sich Malerei von Dietmar Schönherr und skulpturelle Arbeit von Andreas Kerstan auf ideale Weise und eröffnen einen spannenden Dialog.

Auch Dr. Hans-Jürgen Kleiner, der die Veranstaltung mit Gitarre und Saxophon musikalisch begleitete, befasste sich in seinen Rap-Gedicht mit dem Thema Kunst.

Info Die Ausstellung ist noch bis 30. April zu den gewohnten Öffnungszeiten in der Villa Eugenia zu sehen.

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