Die Vielfalt beeindruckt

Die enorme Vielfalt das Lebens in der Evangelischen Kirchengemeinde Hechingen wurde beim Gemeindeforum erkennbar, mit dem die alle zehn Jahre stattfindende Visitation am Donnerstag in Gang gesetzt wurde.

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Der Arbeitskreis Kinder und Jugend macht sich Gedanken über die Weiterentwicklung des Gemeindelebens.  Foto: 

"Visitation" - das klingt nach Aufsicht, Kontrolle durch das übergeordnete Dekanat, ist aber viel mehr ein Marktplatz der Meinungen, ein Diskussionsforum und damit auch Basis für die gemeindliche, gemeinsame Fortentwicklung in den nächsten zehn Jahren.

Nachdem Dekan Beatus Widmann das Ziel der Visitation skizziert sowie Pfarrer Herbert Würth und Manfred Steger, der gewählte Vorsitzende des Gemeindeforums, die Teilnehmer begrüßt hatten, präsentierten sich die einzelnen Gruppen der Gemeinde. Ob dies die Frauengruppen sind, der evangelische Kindergarten, die evangelische Kinderkirche, der Hauskreis, die Kirchenpflege, die Süddeutsche Gemeinschaft, der Posaunenchor und die Jungbläsergruppe oder die Jugendband "Holy Beatz", ökumenisches Frauenfrühstück, offener Gesprächskreis, Hauskreis, der Seniorennachmittag, der Kirchenchor, die drei Pfarrämtern, die Erwachsenenbildung oder die Außengemeinde Jungingen - die Vielfalt war beeindruckend. Jede Gruppe hatte dabei ihren eigenen Stil: Die einen hielten sich sachlich kurz, die Frauen sagten es durch Blumen, der Kirchenchor gesanglich und der Posaunenchor bläserisch, der Kirchenkaffee durch ein fulminantes Buffet, die Pfarrer in Andachten.

Dieses aktive gemeindliche Leben wirkt auch positiv nach außen, wie vier geladene Gäste deutlich machten: Pfarrer Gabriel Maiwald von der katholischen Gemeinde legte den Fokus auf die Ökumene und wünschte sich ein noch engeres Miteinander der Geistlichen beider Konfessionen.

Der geschäftsführende Schulleiter Stefan Hipp hatte ein großes Lob parat: "Es läuft gut." Schule und Kirchengemeinden würden Hand in Hand und konstruktiv zusammenarbeiten. Wichtig sei auch die seelsorgerische Betreuung der Schulen.

Bürgermeister a. D. und Sozialwerkschef Jürgen Weber hat die Kirchengemeinde in den vergangenen 30 Jahren, seit er in der Region lebt, als sehr vital empfunden, die sich auch aktuellen Herausforderungen (wie dem Flüchtlingsthema) stelle und ihre Ziele beharrlich verfolge, wie beim Bau der Kindertagesstätte. Er wünschte sich mehr Zusammenarbeit mit dem Sozialwerk.

Das "sich Kümmern" als Wesenszug der Gemeinde hatte Amrei Steinfort vom pädagogisch-theologischen Zentrum ausgemacht, die einen großen Zusammenhalt spürte, der durch die gemeinsamen Aufgaben wie Kirchenrenovierung und Ausbau der Kindertagesstätte noch intensiviert worden sei. Gut fand sie auch, dass die Gemeinde vielfach Lebenshilfe bereit stelle und gesellschaftlich einen aktiven Faktor in Hechingen darstelle.

In sieben Gesprächsrunden über die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die drei Pfarrämter und die Außenorte der Gemeinde, die Gottesdienste, die Öffentlichkeitsarbeit, die Kirchenmusik, die Ökumene und die Erwachsenenbildung wurden die Themen vertieft und künftige Aufgaben skizziert. Nach einer Stärkung am Buffet, zubereitet vom Kreis Kirchenkaffee und Tafeln, wurden die Perspektiven aufgezeigt: Kirche als gemeinsames Erlebnis, eine engere Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden im Gottesdienstgeschehen, ein Liturgie-Knigge, die verbesserungsfähige Binnenwirkung der Gruppen, ein intensiveres kirchenmusikalisches Geschehen, etwa durch ein Treffen der hohenzollerischen Kirchenchöre, mehr Angebote für die Ökumene auch für "gemischte" Paare oder Aktivitäten der Bildung auch für junge Erwachsene - an Aufgaben mangelt es der Gemeinde nicht. Auch das ist eine Erkenntnis einer solchen Visitation durch das Dekanat.

In ihrem Resümee stellte Moderatorin Yvonne Skerhut die große Verschiedenheit der gemeindlichen Ideen in Hechingen fest, eine Weitläufigkeit, die schwerlich "unter einen Hut" zu bringen sei, was man dennoch weiter versuchen werde.

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