Beim Hechinger Akkordeonclub tanzen die Finger über die Tasten

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Das Hechinger Akkordeonorchester konzertierte in der Johanneskirche.  Foto: 

Das Akkordeon, der „tönende Blasebalg“, schickt sich an, die Herzen und Konzertsäle in Hechingen zu erobern. Bereicherte es doch in jüngster Zeit als vielseitiges Solo- oder Begleitinstrument so manchen Konzertabend. In den Genuss einer außergewöhnlich reizvollen Darbietung kamen die zahlreichen Besucher des Konzerts am Sonntagabend in der Johanneskirche. Mit einem schwungvollen, abwechslungsreichen Melodienreigen, der die verschiedensten Stile und Genres von Klassik über Tango und Gospel bis hin zu den modernen Evergreens der Popmusik umfasste, bündelten die Musiker unter der Leitung von Franc Zibert anspruchsvollste Akkordeonmusik in all ihren Facetten und demonstrierten eindrucksvoll, wie vielseitig dieses Instrument sein kann.

Im ersten Teil des Konzerts wandte sich das in blendender Form agierende, wie aus einem Guss prägnant zusammenspielende Orchester klassisch-konzertanten Werken zu. Hier ist Akkordeonliteratur nicht gerade häufig zu finden. Doch führte die allmähliche Anerkennung des Instrumentes im Bereich der sogenannten E-Musik – unter anderem
beeinflusst durch russische und südamerikanische Komponisten – erfreulicherweise zu interessanten Originalkompositionen und beachtenswerten Adaptionen.

Mit bestechender musikalischer Präzision und mitreißender Spielfreude kleideten die rund zehn Akkordeonspieler das eröffnende barocke „concerto in a-moll“ von Josef Bodin de Boismortier (1689-1755) in einer Bearbeitung von Franc Zibert in ein schillerndes, farbenreiches, so noch selten gehörtes Klanggewand. Die zwei großen Werke der sinfonischen Literatur – Johann Sebastian Bachs „Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565 und „Asturias“ von Isaac Albeniz – formte Franc Zibert (Solo) kunstvoll und brillant zu facettenreich-funkelnden Tongemälden, angereichert mit einer Fülle von feinsten Raffinessen und hauchzarten Schattierungen.

Wie geschaffen für das Orchester

Mit pulsierenden Rhythmen, wehmütigen Passagen und hinreißenden, harmonischen Wendungen ertönte Isaac Albeniz‘ „Tango“, arrangiert von Franc Zibert, zu Beginn des zweiten Konzertabschnitts in neuem Licht, doch wie geschaffen für das Orchester. Da tanzten die Finger über die Tasten und ließen zauberhafte Töne durch den Raum flirren. Zur Freude des Publikums und beinahe zum Mitsingen servierte das Orchester, ergänzt durch Electronium (Marius Kramer) und Schlagzeug (Lisa Herberger), lustvoll und federleicht in der Folge noch Ohrwürmer und Evergreens wie „Leningrad“, den durch Frank Sinatra bekannten gewordenen Song „My Way“ und den Nummer-eins-Hit von Whitney Houston. „One Moment in Time“. Charmant erklang „Elvira Madigan“ nach einem Klavierstück von Mozart. Und mit „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan erfüllte ein wundersamer Stilmix aus Barock, Pop und Swing, aus sanften, harmonischen Melodien, gepaart mit fetzigen Rhythmen das Gotteshaus.

Als kleinen Höhepunkt des Konzerts gestaltete Sabrina Kramer das „Hallelujah“ von Leonard Cohen mit wunderbar weicher, samtiger Stimme gesanglich mit. Ein Gospel-Medley von außerordentlich hoher dynamischer Spannbreite mit schönen gesanglichen Passagen beendete das überaus ansprechende Konzert.

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