Die Ehemaligen können es noch

Eine glänzende Solistin und 17 eigens für das Konzert reaktivierte ehemalige Rangendinger Musikanten als Besonderheit machten das Jubiläums-Jahreskonzert des Musikvereins Rangendingen unvergesslich.

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Der Clou des Jubiläumskonzertes: Ehemalige Rangendinger Musiker spielten zusammen mit den Aktiven - unter anderem im Trompeten-Register.  Foto: 

Musikdirektor Arno Hermann hat bei dem mit 500 Gästen besuchten Jahreskonzert des 90 Jahre alten Musikvereins Rangendingen einen weiten musikalischen Bogen gespannt und exakt den Geschmack des Publikums getroffen.

Den Auftakt gestaltete die Jugendmusikkapelle Rangendingen-Bietenhausen-Höfendorf, ebenfalls unter der Leitung von Arno Hermann. Mit großem Enthusiasmus widmeten sich 56 Nachwuchsakteure populären Kompositionen wie "The Pioneers". Mit diesem aufwändigen Werk hatten sie beim Jugendkritikspiel in Grafenberg das Prädikat "hervorragend" geholt. Bei "Little Drummer Boy" standen die Blockflötenkinder im Einklang mit dem Jugendblasorchester und sorgten so für eine vorweihnachtliche Atmosphäre in der Festhalle. Nächstes Jahr unternimmt der Musikernachwuchs in den Pfingstferien eine Konzertreise in den US-Staat Florida.

Dass das Blech in der Musikkapelle durch alle Register gut besetzt ist, zeigte sich sofort im Richard-Strauss-Königsmarsch, mit dem das 75 Mitglieder starke große Orchester den Hauptteil eröffnete. In "Arche Noah" erzählt der Komponist Bert Appermont die biblische Geschichte der Sintflut in vier Sätzen. Mit Trompetenfanfaren befiehlt Gott Noah, die Arche zu bauen, exotische Klänge und Perkussionsmotive illustrierten die Parade der Tiere, und der Sturm war ein wahres Feuerwerk aus Zischlauten und Geräuschen sowie wilden Klangkaskaden. Das strahlend optimistische Lied der Hoffnung schilderte den Neuanfang.

Mit dem "Concerto for Clarinet" spielte der Musikverein eines der grandiosen Stücke des berühmten Jazz-Klarinettisten Artie Shaw. Die Solistenrolle kam hier Selina Lohmüller zu. Die 28-Jährige Tochter des einstigen Rangendinger Dirigenten Josef Lohmüller ist auf vielen nationalen und internationalen Bühnen zu Hause. Gemeinsam mit dem Orchester gelang es ihr, das Publikum mit ihrem Spaß an der Jazz-Musik anzustecken. Moderator Siegfried Kuhn lud sie schon jetzt zur Jubiläumsgala in zehn Jahren zum 100-jährigen Vereinsbestehen ein.

Mit dem Konzertmarsch von John Williams aus dem Film "1941", einer köstlichen Parodie auf alle amerikanischen Militärmärsche, nahm die Musikkapelle ihr Publikum mit auf eine Reise durch die Tonarten und tauchte bei "Les Miserables" ab in die Welt der Musicals. Nach "Santa Claus is coming to Town" folgte die eigentliche Krönung des Abends. Das Vorhaben der 2. Vorsitzenden Uta Schoder, ehemalige aktive Rangendinger Musikanten in das Konzert einzubinden, ist geglückt. Von 120 angeschriebenen Musikanten ließen sich 17 reaktivieren. Die weiteste Anreise hatten Chris Märkle aus Freiburg, Andreas Gürth aus Karlsruhe und Anton Dieringer aus der Rhön. Einige hatten eigens für das Konzert sogar Musikunterricht genommen. Unter den Ehemaligen war auch Paul Strobel, der als Geburtstagskind hinten im Schlagwerk in "My Way" von Frank Sinatra und im Gute-Kameraden-Marsch mitspielte. Als Zugabe gab's den Radetzky-Marsch.

Minutenlanger Beifall zeigte, dass dem Publikum das zweieinhalbstündige Konzert gefallen hat - auch den drei Flüchtlingen, die in Begleitung von Pfarrer Frank Steiner gekommen waren.

Vorsitzender Paul Wannenmacher machte schließlich schon auf das Frühjahrskonzert am 23. April aufmerksam, das anlässlich des 500. Jahrestages des "Reinheitsgebots" als Wunschkonzert unter dem Motto "Tag des Bieres" steht.

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