Der Raps ist Segen und Fluch zugleich

Imkern bleibt ein absolut angesagtes Thema. Beim Obst- und Gartenbauverein Stetten referierte jetzt vor vollem Haus der Rangendinger Bienenzüchter Herbert Beiter. Der Fachmann gab Einblick und Ratschläge.

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    Die Bienenzucht bleibt weiterhin im Trend. Der Obst- und Gartenbauverein Stetten plant nun ebenfalls ein Wildbienenhotel.
  • Der Imker Herbert Beiter referierte in Stetten. 2/2
    Der Imker Herbert Beiter referierte in Stetten.
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Im vollbesetzten Nebenzimmer des Gasthofs "Grüner Baum" erläuterte Herbert Beiter den interessierten Besuchern in einem durch Lichtbilder unterstützten Vortrag die Geheimnisse der Bienenzucht. Dabei führte er die Zuhörer von Anfang bis Ende des Jahres durch die Arbeit eines Bienenvolkes. Herbert Beiter betonte dabei stets die enorme Wichtigkeit der Bienen für die Bestäubung der Blüten, die vielfach verkannt wird.

Im Frühjahr ist als erste Weide für die Bienen der Löwenzahn äußerst wichtig. Es folgen dann Kirschblüten, Apfel- und Birnenblüten und dann vor allem der Raps, der sowohl ein Segen als auch ein Fluch für die Bienen sein kann, weil er ohne Spritzmittel nicht blühen kann. Blühende Brachfelder sind laut Beiter im Sommer gut für die Bienen, vor allem Facelia, Buchweizen, Goldrute, Königskerzen und Sonnenblumen. Der Referent ging dann auf die Geschichte der Bienenzucht ein und beschrieb die Zucht in hohlen Bäumen beziehungsweise Baumstammstücken. Auf diese Art der Bienenhaltung folgten dann die Bienenkörbe aus Stroh, dann der als Gebäude ausgebaute feste Bienenstand.

Heute wird die Bienenzucht in beweglichen Magazinen betrieben. So muss die Biene nicht ihre Nahrung suchen und weite Strecken zurücklegen, sondern der Imker kann seine Bienenmagazine dorthin bringen, wo die Bienenweide gerade für die Bienen interessant ist. Beiter erklärte den Zuhörern anschließend den Aufbau einer Wabe, beschrieb die Vermehrung und das Schwärmen der Bienenvölker und welche außerordentliche Sorgfalt der Imker in dieser Zeit seinen Völkern zukommen lassen muss.

Der Rangendinger Imker führte auch aus, welchen ungeheuren Wert die Bestäubung durch die Bienen für die Volkswirtschaft darstellt und dass die Honiggewinnung in keinem vergleichbaren Verhältnis dazu stehe. Von den Bienen gewinnt man die Pollen, Propolis, Honig hell und dunkel, Bienenwachs aus den Waben und Bienengift.

Faulbrut, Spritzschäden, Milben sind die Hauptprobleme der Imker, und diese Krankheiten müssen durch sie bekämpft werden. In Deutschland werden nur 20 Prozent des in Deutschland verbrauchten Honigs produziert, 80 Prozent müssen importiert werden. Herbert Beiter erläuterte ebenso die Produktion von Blütenhonig und von Waldhonig. Im Vortrag ging er zudem ein auf die Verwandten der Honigbienen und erklärte das Leben von Hornissen, Wespen und Wildbienen.

Da der Obst- und Gartenbauverein Stetten ein Wildbienenhotel im neuen Lehrgarten plant, beschrieb Beiter äußerst genau den Bau einer solchen Unterkunft. Beiter gab Tipps, wo vorbildliche Wildbienenhotels zu besichtigen sind und empfahl nach diesen Mustern zu bauen.

Am Ende des mit viel Aufmerksamkeit aufgenommenen Diavortrags beantwortete der Referent zahlreiche Fragen. Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Stetten, Walter Pröpster, dankte dem Rangendinger Referenten für seinen für jeden Besucher gut verständlichen Vortrag, und die Zuhörer bedachten den Referenten mit reichlichem Beifall.

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