Der Glücksbringer

"Mehr als nur ein Glücksbringer: Der Schornsteinfeger und seine Aufgaben heute" war jüngst Thema bei den Landfrauen. Referent war Bezirksschornsteinfegermeister Jürgen Breuling.

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Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt und Glückwünsche dafür werden noch gerne ausgesprochen und geschrieben. Als klassischer Glücksbringer gilt seit jeher der Schornsteinfeger.

Beim Landfrauenverband Zollernalb in der Region Hechingen stellte das Glückssymbol in Gestalt von Bezirksschornsteinfegermeister Jürgen Breuling im Landgasthaus "Kaiser" seinen Beruf mit den dazugehörigen umfangreichen Arbeiten vor.

Sein Vortrag gab auch Einblicke in die Sagenwelt der "schwarzen Männer" dieser Zunft ab dem 12./13. Jahrhundert und den Beginn des Handwerks, dessen Ursprung in Italien angesiedelt ist. Nach den Rauchschloten aus Lehm und Holz entstanden steinerne Schornsteine. Die Eigentümer sorgten damals zuerst alleine dafür, dass Kamine, Öfen, Herde und Rauchfänge in einwandfreiem Zustand und vom Ruß befreit waren.

Ab dem 17. Jahrhundert erledigten dies reisende Handwerker. Es entstanden Feuer- und Brandordnungen, die das regelmäßige Kehren der Schornsteine vorschrieb. Auch die Kehrbezirke wurden darin geregelt. Die heutigen hoheitlichen Tätigkeiten von Jürgen Breuling umfassen die Ausführung der Feuerstättenschau, Bauzustandsbesichtigungen, Bauabnahmen von Feuerungsanlagen und die Überwachung der Termine mit eventuellen Meldungen an die zuständige Behörde.

Im Zollernalbkreis ist er zusammen mit einem Mitarbeiter für den Kehrbezirk 12 zuständig. Er sprach in seinen Ausführungen auch den Nachwuchsmangel in diesem Handwerk an und das Kehrmonopol, das seit 1935 galt und Ende 2012 außer Kraft gesetzt wurde.

Ab dem 1. Januar 2013 erlaubt es der freie Markt, den Schornsteinfeger selbst zu wählen, der die gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungen, Messungen und das Kehren vornimmt. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik können ebenfalls (mit Qualifikation) Wartungsarbeiten an Feuerstätten ausführen. Neuabnahmen von Kaminen, Kehrbuch-Kontrollen, Feuerstättenschau - jetzt bereits nach drei bis vier Jahren - sowie die Begutachtung der gesamten Brennanlage erfolgen aber weiterhin durch den Bezirksschornsteinfeger.

Jürgen Breuling sprach auch über das Erneuerbare-Wärme-Gesetz und beantworte zahlreiche Fragen aus dem Zuhörerkreis. Für seinen Vortrag bedankte sich Hechingens Landfrauen-Ortsvorsitzende Brigitte Steger mit einem Präsent.

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