Der Einbrecher mit dem kleinen Kopf Injoy-Prozess: Vier Monate auf Bewährung

Am Ende gab es für den angeklagten Hechinger vier Monate und zwei Wochen auf Bewährung wegen Hehlerei und Hausfriedensbruch: Für die Einbrüche ins Injoy fehlten dem Gericht letzte Beweise.

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Vier Zeugen waren gestern, am letzten Verhandlungstag des Prozesses um zwei Einbrüche ins Fitnesstudio Injoy und der WTAA-Schule in der Hechinger Holger-Crafoord-Straße geladen: Die Schwester des Angeklagten, zwei Handwerker, die ihre Lagerräume im Untergeschoss des Gebäudes haben, und ein forensischer Anthropologe, der die Überwachungskamerabilder ausgewertet hatte.

Als erste Zeugin sagte die Schwester des Angeklagten aus. Ihr Bruder sei zwischen Oktober 2012 und Mai 2013 quasi durchgängig in der Monatsmitte bei ihr in Stuttgart gewesen. Dazu sei er immer "zwischen dem 6. und 10. des Monats" gekommen und dann Ende des Monats wieder abgereist, um seine Angelegenheiten in Hechingen zu regeln. Dann sei er höchstens mal zum Baumarkt oder mit dem Hund raus, der im Übrigen auch gebellt hätte, wenn sich nachts die Tür geöffnet hätte. Weil der Angeklagte allerdings bei der Hausdurchsuchung am Tag nach dem zweiten Einbruch, am 6. März des vergangenen Jahres, zu Hause in seiner Hechinger Wohnung war, musste die Schwester das Alibi dann doch auf den ersten Einbruch beschränken.

Die beiden Handwerker bezeugten einen Streit zwischen dem Angeklagten und dem Besitzer der WTAA-Kampfschule. In diesem Streit ging es um drei Schlüssel, die der Angeklagte vom Besitzer der Kampfschule bekommen hatte, als er noch dort arbeitete. Nach dem Rauswurf sollte er die Schlüssel zurückgeben, brachte aber nur zwei wieder - und so kam es zu dem Streit, den die Zeugen hörten. Beim zweiten Diebstahl im März gab es keine Einbruchsspuren - der Täter hatte wohl einen Schlüssel.

Beim vierten Zeugen ging es dann - wenn auch nicht sprichwörtlich - um Kopf und Kragen: Der Sachverständige hatte auf den Bildern des Überwachungsvideos festgestellt, dass der Einbrecher einen "ausgesprochen kleinen Kopf" habe - und auch einen kurzen, kaum erkennbaren Hals. Dieses eine Merkmal von 22 - alle anderen seien "ordinär" und würden auf drei Viertel der Menschheit zutreffen - sei für ihn der Hinweis, dass der Einbrecher auf dem Video "eher nicht" der Angeklagte war, so der Sachverständige. Zum Abgleich der anderen Merkmale ließ er den Angeklagten noch um den Zeugenstand herumgehen. Doch den Gang, an dem andere Zeugen den Angeklagten im Video erkannt haben wollten, fand er unauffällig.

Trotz dieser Aussage des Sachverständigen war der Staatsanwalt überzeugt: Der Angeklagte hat "irgendwas mit der Sache zu tun", denn in seiner Wohnung wurde ein Laptop gefunden, der definitiv aus dem Injoy stammte, und außerdem Bargeld in 50-Euro-Scheinen, die aus dem Trinkgeldbestand des Sportstudios stammen könnten.

Wegen des vorgefundenen Laptops befand Richter Patrick Bader den Angeklagten der Hehlerei für schuldig. Den dritten Anklagepunkt, ein Hausfriedensbruch im Jobcenter in Balingen, hatte der Hechinger zugegeben. Die Freiheitsstrafe von vier Monaten und zwei Wochen setzte Bader zur Bewährung aus.

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