Den Wald hats voll erwischt

Grundwasser in etlichen Kellern, aber keine überschwemmten Häuser. Jungingen ist beim jüngsten Hochwasser glimpflich weggekommen. Dies wertet Bürgermeister Harry Frick auch als Erfolg der Vorsorge.

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Der vom Junginger Bauhof gebaute Treibgutrechen an der Starzel im Bereich Schüttestraße hat ganze Arbeit geleistet.

Eine Woche nach dem Dauerregen hat man in Jungingen Bilanz gezogen. An der Nachbesprechung des Hochwasserereignisses nahmen Vertreter der Feuerwehr und der Gemeinde mit Bauhof teil. Grundsätzlich, so lässt es die Gemeinde in einer Pressemitteilung wissen, wurde festgestellt, dass das Wochenende vom 31. Mai bis bis zum 2. Juni nicht mit der Hochwasserkatastrophe vom 2. Juni des Jahres 2008 vergleichbar ist, da die jetzige Regenmenge über mehr als drei Tage abregnete. Bei dem Gewitter vor fünf Jahren schlug eine erheblich größere Regenmenge innerhalb weniger Stunden auf die Gemeinde nieder.

Dennoch könne aktuell von einem starken Hochwasser gesprochen werden, bei dem die Starzel deutlich an ihre Grenzen kam. Im Bereich des Cafés Antlitz und der Volksbank trat der Fluss sogar über seine Ufer. Zu Überschwemmungen von Häusern kam es aber nicht. Lediglich Grundwasser drang in verschiedene Keller ein - "was sicherlich auch ärgerlich ist", wie Verwaltungschef Harry Frick betont.

Erhebliche Schäden allerdings gibt es im Junginger Wald: Verschiedene Waldwege sind beschädigt und sogar fortgeschwemmt worden. Deutliche Geländerutschungen sind erkennbar, so dass die der Forstverwaltung mit Schäden von insgesamt über 100 000 Euro gerechnet wird.

Als sehr erfreulich wertet es die Gemeinde, dass das Mühlbächle dieses Mal nicht über seine Ufer getreten ist. Dorte zeige sich nun deutlich, dass die Vorsorgemaßnahmen der Gemeinde entfalten konnten, erklärt Harry Frick. Zur Erinnerung: Das Gewässer, das sich von einem Rinnsaal rasch in einen reißenden Bach verwandeln kann, wurde an verschiedenen Stellen aufgeweitet und damit Puffervolumen geschaffen. Die Treibgutrechen zeigten ebenso ihre Wirkung.

Zudem soll die jährliche Gewässerschau der Gemeinde dazu beitragen, dass Ablagerungen an Mühlbächle und Starzel schnell beseitigt werden und somit enge Gewässerdurchlässe nicht verstopft werden können. Ebenfalls wichtig für einen guten Gewässerabfluss ist das regelmäßige Reinigen von Straßenschächten, Ablaufbauwerken und Feldwegeabflüssen. Besonders das bituminöse Befestigen des Feldweges im Bereich Hochmeisterstraße sei vorteilhaft gewesen, schreibt die Gemeinde weiter. Die Abflüsse wurden nicht mehr mit Schotter zugeschwemmt, und das schützte mehrere Wohnhäuser auf der Winterseite vor einer Überflutung.

Als entscheidend für den relativ guten Abfluss der Starzel wertet die Gemeinde Jungingen den vom Bauhof kostengünstig gebauten Treibgutrechen im Bereich der Schüttestraße. Dort wurde kubikmeterweise Gehölz, Geröll und Abfälle abgehalten, was ansonsten die ersten Brücken im Ort verstopft und zu einem kritischen Austritt der Starzel geführt hätte. Harry Frick: "An dem Beispiel Treibgutrechen ist erkennbar, dass auch mit einem geringen Aufwand große Erfolge erzielt werden können". Der besondere Dank des Bürgermeisters gilt den Grundstücksanliegern des Rechens, deren Wiesen in arge Mitleidenschaft gezogen wurden.

"Durch den tatkräftigen Einsatz aller Hilfskräfte mit beherzter Unterstützung seitens der Bevölkerung konnte Jungingen dem Hochwasser trotzen und das außergewöhnliche Ereignis mit einem blauen Auge überstehen," unterstreicht Harry Frick, der allen Beteiligten dafür Dank zollt.

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