Den Sommer konservieren

Den Sommer konservieren - das geht mit Kräutern besonders einfach. Im Sommer getrocknet oder eingefroren, erinnern sie im Winter an warme Zeiten. Die Kräuterexpertin Susanne Weber hat dazu Tipps.

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Grün steht der Rosmarin im kalten Frühlingslicht. Der Strauch hat es geschafft, den Winter auf der rauen Alb, genauer gesagt im Garten von Susanne Weber in Jungingen, im Freien zu überleben. Doch das, so erklärt die Kräuterexpertin, gelingt nur, wenn man den eigentlich nicht frostfesten Strauch ganz besonders schützt. Auch im späten März noch wird der Rosmarin vor der Terrasse jeden Abend zugedeckt, damit ihn die kalten Nächte nicht erfrieren lassen. Einfacher für Pflanze und Mensch ist, so empfieht Weber, den Rosmarin im Herbst in einen Topf zu versetzen und ihn kühl im Haus zu überwintern. Auch den anderen Mittelmerkräutern tut ein Winterschutz gut. Oregano, Ysop, Majoran, Lavendel und Thymian können aber, so Susanne Weber, draußen überwintern, wenn sie, falls nötig, einen Frostschutz bekommen.

Mit dem Auspflanzen der wärmeliebenden Kräuter rät die Expertin aber noch bis Mai zu warten. Dann sollten sie einen warmen, sonnigen Platz und sehr durchlässigen Boden bekommen. Staunässe vertragen diese Pflanzen gar nicht. Dabei darf der Humus auch nicht zu sehr gedüngt werden. "Bei den mediterranen Kräutern bilden sich viel mehr ätherische Öl, wenn der Boden nicht so viel gedüngt wird", empfiehlt Susanne Weber. Dünger lässt die mehrjährigen Stauden ins Laub schießen, "dann sehen sie vielleicht besser aus, sind aber nicht mehr so aromatisch".

Im März und frühen April ist die perfekte Zeit für einen Schnitt der Kräuterstauden. Ein Rückschnitt tut den Stauden gut und regt das Wachstum an, erläutert die Kräuterexpertin. Beim Salbei wird nicht zu mutig geschnitten, nur das tote Holz kommt weg und Zweige, die quer stehen. Beim Ysop darf es deutlich mehr Schnitt sein. Der Strauch wird bis etwa 20 Zentimeter über dem Boden komplett abgeschnitten und treibt mit den warmen Tagen dann neu aus. Der Lavendel soll etwa um ein Drittel gekürzt werden. Idealerweise wurden im Herbst schon die verblühten Teile abgeschnitten, so dass der Lavendel jetzt seinen Formschnitt bekommen kann. Ab April ist es Zeit, die frischen Kräuter zu säen. Dill, der sich sehr gut für eine Mischkultur mit Möhren oder Kopfsalat eignet, Kerbel, Liebstöckel oder Schnittlauch können alle auch an einem halbschattigen Platz gedeihen. Sie brauchen mehr Feuchtigkeit als die mediterranen Kräuter und vertragen auch kalkigen Boden. Auch Sauerampfer und Blutampfer, Löffelkraut, Waldmeister und Bärlauch brauchen keine Vollsonne, um ihr Bestes zu geben.

Die Minze- und Melissearten benötigen Feuchtigkeit, um gut zu wachsen. Im späten Frühjahr, wenn die Triebe sich schon einige Zentimeter aus der Erde geschoben haben, kann man Pfefferminze und Co. sehr einfach durch Teilung vermehren. Wegen der Ausbreitung durch Wurzelausläufer müssen die Minzen viel Platz im Garten bekommen oder am besten gleich in ein extra Beet oder großen Topf gepflanzt werden.

Gut verrotteter Kompost als Düngegabe im Frühjahr, vor der Aussaat ins Beet geharkt, tut diesen Kräutern gut. Etwa zehn Liter (einen Wassereimer voll) verrottetes Pflanzenmaterial auf einen Quadratmeter Beet empfiehlt Susanne Weber vor der Neubepflanzung.

Ab sofort, so warnt die Kräuterexpertin, muss auch wieder auf die ungebetenen Mitesser geachtet werden: Mit dem Frühjahr kommen die Schnecken, die auch bei den Kräutern viel Schaden anrichten können. Das wäre schade, sind Kräuter doch vielfältig wie wenige andere Pflanzen im Garten: Sie sind schön, sie sind gesund und heilen, und bei alledem schmecken sie auch noch gut - im Essen oder als Tee.

Die Kräuterspirale - so geht's

Eine gute Methode, möglichst viele Kräuter mit unterschiedlichen Standortansprüchen auf kleinstem Raum anzupflanzen, ist die Kräuterspirale. Ein sonniger Platz von etwa zwei mal drei Metern Größe genügt. Perfekt, wenn sich dieser Platz in Hausnähe befindet. Aus einem spatentief ausgehobenen Graben heraus wird mit Natursteinen, ohne Mörtel, eine spiralförmige Mauer gesetzt. Die Spirale sollte mindestens eine, besser zwei Windungen bekommen. Am höchsten Punkt in der Mitte sollte die Mauer einen knappen Meter hoch sein und nach Süden hin in eine Mulde auslaufen. Die Mauer wird zur Hälfte mit Schotter und Steinen gefüllt, darauf kommen die unterschiedlichen Böden. Ganz oben werden die Hungerkünstler Thymian, Lavendel und Oregano auf einem Sand-Kies-Gemisch mit ganz wenig Erde wachsen. Darunter wird etwas Muttererde untergemischt. Darauf stehen beispielsweise Salbei und Weinraute. Das dritte Substrat enthält zu gleichen Teilen Sand, Reifkompost und Muttererde. Hier werden sich Majoran, Basilikum, Koriander, Pimpinelle, Estragon und Ysop wohl fühlen. Der nächste Abschnitt wird mit reichlich Reifkompost und Gartenerde gefüllt: für die Petersilie, den Schnittlauch und den Kerbel. Und ganz am Ende der Spirale in der feuchten Mulde lässt man Minzen gedeihen.

TJA

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