HZ sammelt für Tafelladen in Hechingen

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Schon vor über zehn Jahren mussten Christina Bummer, damals Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, der einstige Hechinger Stadtpfarrer Dr. Benedikt Ritzler und der inzwischen pensionierte Caritas-Geschäftsführer Lothar Vees mit Erschrecken feststellen, dass es „auf allen Ebenen Menschen gibt, die eine Tafel brauchen“. Christina Bummer erinnert sich noch gut an die folgenden Schritte. Nachdem die Stiftung St. Elisabeth das Gebäude in der Gutleuthausstraße 29 ohne konkrete Nutzungsabsicht gekauft hatte, konnte es der Caritasverband günstig anmieten.

Zur Realisierung des Projekts Hohenzollern-Tafel an eben diesem Standort wurde sie, Christina Bummer, von der Caritas angestellt. Nachdem sie sich bei den Tübinger Kollegen kundig gemacht hatte, wie ein Tafelladen funktionieren kann, folgte ein Aufruf in der örtlichen Tagespresse zur ehrenamtlichen Mitarbeit. Die Resonanz war überwältigend. Etwa zur gleichen Zeit  stieg Franz Weck in das Projekt ein – in seine Zuständigkeit fiel die Einrichtung des Ladens.

Am 28. November des Jahres 2006 hatte der Hechinger Tafelladen das erste Mal geöffnet – und schnell war klar, dass in der Zollernstadt Bedarf für mehr als einen, nämlich für mindestens zwei Öffnungstage bestand. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Zum Tragen kam damals vor allem der wirtschaftliche Abschwung. Der habe regelrecht zu einem „Boom“ in der Tafel geführt. Das habe sich inzwischen  zum Glück wieder eingependelt, doch gebe es nach wie vor viele, zu viele, Menschen, die dringend darauf angewiesen seien, im Hechinger Tafelladen einkaufen zu können. Damit sei dessen Fortbestand „leider gesichert“.

Christina Bummer und Franz Weck beziffern die Zahl der Kunden auf wöchentlich rund 200, wobei ihnen klar ist, dass die tatsächliche Zahl derer, die bedürftig sind, weit höher anzusiedeln ist. Nur: Speziell für die aus Hechingen stammenden  Menschen „an der Armutsgrenze“ sei die Schamschwelle trotz aller Not zu hoch. Denn schön reden müsse man hier nichts: „Der Tafelladen-Kunde ist Bittsteller.“

Jene, die den Schritt hin zum Caritasverband dennoch getan und eine so genannte Kundenkarte ausgehändigt bekommen haben, sind in der Mehrzahl Alleinstehende und Alleinerziehende – und stetig zunehmend ältere Menschen.

Ihren Einkauf in der Tafel sichern zirka 50 Ehrenamtliche, von denen zehn seit der ersten Stunde engagiert sind. Denn allein mit der Abgabe der Ware ist es nicht getan. Fürs Abholen der Lebensmittel an immerhin 35 Stellen zwischen Hechingen, Bisingen, Haigerloch, Rangendingen und Burladingen braucht es einen Fahrer samt Beifahrer; fürs Sortieren und Aufbereiten der Güter sowie das Einräumen der Regale weitere fleißige Hände.

An verderblichen Lebensmitteln herrscht – damals wie heute – kein Mangel. Dafür an haltbarer Ware. Drogerieartikel, Kaffee, Mehl, Zucker… Nudeln, Konserven, Süßigkeiten… Tierfutter und, und, und – all das würden die Frauen und Männer des Tafelladens ihren Kunden gerne öfter über die Theke reichen. Und jetzt vor Weihnachten? Tiefgefrorenes für ein Festmahl an den Feiertagen  – das wär’ schon was. Oder Christstollen für die Adventszeit. Die füllen die Regale erfahrungsgemäß immer erst im neuen Jahr, wenn sie in den Supermärkten keine Abnehmer mehr finden. Schön wäre es, sagen Christina Bummer und Franz Weck, die Christstollen nicht erst im ­Februar im Sortiment zu haben. Zuletzt noch ein Wort zum Kleiderladen der Caritas. Wo fehlt’s da zur Zeit? In erster Linie an Winterbekleidung – für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Zwar wird  der Laden im ehemaligen Hosen Bader als Second-Hand-Shop geführt, in dem jeder einkaufen kann – Tafel-Kunden jedoch bekommen noch einmal  20 Prozent Rabatt.

Armut Die Zahl der Kunden, die wöchentlich in der Hohenzollern-Tafel einkaufen, ist groß. Zu groß. Zum Einkauf berechtigt sie eine Kundenkarte, die einzig beim Caritasverband Zollern ausgegeben wird – sofern der Antragsteller sein (geringes) Einkommen und ebenso seine Ausgaben offen legt.

Alter Wer Arbeitslosengeld II bezieht oder von der Grundsicherung lebt, ist garantiert ein Fall für den Tafelladen. Betroffen sind in der Mehrzahl Alleinstehende, Alleinerziehende und zunehmend ältere Menschen.

Dunkelziffer Aus Scham, sind Christina Bummer und Franz Weck überzeugt, verzichten viele Bedürftige auf ihr Recht, im Tafelladen einzukaufen.

Das Konto Die IBAN-Nummer des Spendenkontos für die HZ-Weihnachtsaktion „Gute Taten“ lautet: DE20 6535 1260 0077 0400 00. Der BIC-Code lautet: SOLADES1BAL.

Die Stichworte Weil es in diesem Jahr zwei Projekte gibt, sollten Sie mit Stichworten arbeiten, wenn Sie einzig den Tafelladen (Stichwort: Tafelladen) oder aber nur das Busle für die Tagespflege des Sozialwerks (Stichwort: Sozialwerk) unterstützen wollen. Wenn nichts vermerkt ist, wird halbe-halbe gemacht.

Die Bescheinigung Sollten Sie eine Spendenbescheinigung brauchen, vermerken Sie dies bitte ebenfalls auf dem Überweisungsträger. Ansonsten gilt der Beleg bis 200 Euro als Bescheinigung.

Der Name Sollten Sie als Spender in der HZ nicht veröffentlicht werden wollen, so bitten wir Sie, dies ebenfalls kenntlich zu machen.

Flickwerk Älter als der Tafelladen ist das Inventar, denn schon vor zehn Jahren waren die Küchenmöbel gebraucht und die Regale ausrangiert gewesen, als sie  für die Hohenzollern-Tafel in der Gutleuthausstraße zurechtgezimmert wurden. Das Ergebnis: ein Flickwerk, das dringend ausgetauscht werden muss. Weniger aus optischen, als vielmehr aus hygienischen Gründen.

Wartebereich Das gilt vor allem für den Thekenbereich. Schön wäre es außerdem, könnten mit den Spenden der HZ-Leserinnen und -Leser auch ein paar neue Stühle für den Warteraum angeschafft werden. Dort müssen die Kunden oft länger als eine Stunde auf ihren Einkauf warten.

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