Chlorgas-Alarm am Hechinger Hallenbad

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  • Das Hechinger Hallenbad ist nach wie vor Großbaustelle. Am Dienstagmorgen hatte die Feuerwehr hier einen Gefahrguteinsatz. 1/3
    Das Hechinger Hallenbad ist nach wie vor Großbaustelle. Am Dienstagmorgen hatte die Feuerwehr hier einen Gefahrguteinsatz. Foto: 
  • Aus dieser Flasche ist Chlorgas ausgetreten. 2/3
    Aus dieser Flasche ist Chlorgas ausgetreten. Foto: 
  • Blick in den neuen Raum, in dem die Chlorgasanlage untergebracht ist. Die Feuerwehr hatte die Lage rasch im Griff. 3/3
    Blick in den neuen Raum, in dem die Chlorgasanlage untergebracht ist. Die Feuerwehr hatte die Lage rasch im Griff. Foto: 
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Alarm am Dienstagmorgen: Um 8.57 Uhr riefen die Schwimmmeister des Hechinger Hallen-Freibades die Feuerwehr, weil bei Wartungsarbeiten in einem Technikraum Chlorgas freigesetzt wurde. Zwei Dutzend Mann stark rückten die Einsatzkräfte unter dem Kommando von Stadtbrandmeister Maik Bulach an, und auch eine Einheit der DRK-Bereitschaft Hechingen eilte unter der Leitung von Tobias Kopf zur Badstraße hinüber.

Wenige Minuten später drangen bereits einige Feuerwehrleute – in Chemieschutzanzüge gekleidet – in den Technikraum ein, den das Badepersonal noch rechtzeitig zugemacht hatte, bevor giftige Dämpfe ins Freie austreten konnten. Den Einsatzkräften gelang es rasch, die undichte Chlorgasflasche vom System zu trennen und damit den Druck wegzunehmen. Damit war die Gefahr auch schon gebannt.

„Es ist nur wenig Chlorgas ausgetreten“, sagte Maik Bulach am Ort des Geschehens. „Die Sicherheitseinrichtung hat sofort angesprochen und einen Wassersprinkler eingeschaltet. Dadurch wird das Gas gebunden, und es entsteht Salzsäure. Es war aber nur eine geringe Menge.“

Menschen waren zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Das Freibad ist seit Montag geschlossen. Das Hallenbad ist nach wie vor Baustelle. Arbeiter hielten sich nicht in der Nähe auf. Der kleine Unfall passierte in einem neuen Gebäude. Die Chlorgasflaschen sind seit diesem Sommer in einem separaten Raum untergebracht, der sich direkt an das neue Außen-Umkleidegebäude anschließt. „Früher“, so Maik Bulach, „war die Chlorgasanlage im Keller. Jetzt wurde sie aus Sicherheitsgründen in einen separaten Raum verlegt.“ Die Schwimmmeister, lobte der Feuerwehrkommandant, hätten völlig richtig gehandelt, als sie merkten, dass an der Anlage etwas nicht stimmt.

Chlor reagiert mit fast allen anderen Elementen und vielen Verbindungen und gilt als eines der giftigsten Gase. Im Ersten Weltkrieg wurde Chlorgas erstmals als chemische Waffe eingesetzt.

In Schwimmbädern wird es zur Wasseraufbereitung verwendet. Die desinfizierende Wirkung des bei der Reaktion von Chlor und Wasser entstandenem Hypochlorits wird ausgenutzt, um Wasser von Bakterien zu befreien.

Gefährlich wird es, wenn Chlorgas unkontrolliert austritt. Schon wer geringe Mengen einatmet, kann Atemwegsreizungen bekommen. Stärkere Mengen sind tödlich.

An diesem Montag sind in der Berliner Charité-Klinik drei Menschen verletzt worden, als in einem Technikraum Chlorgas austrat.

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