Bürgermeister a.D.(e)

Der Abschiedsabend für den Trochtelfinger Bürgermeister Friedrich Bisinger zeigte das hohe Maß an Anerkennung, das dieser sich in seinen 24 Amtsjahren erworben hat. Er erhielt die Bürgermedaille.

|

Mit einem eindrucksvollen Festabend verabschiedeten sich rund 300 geladene Gäste sowie mehrere hundert Trochtelfinger am Samstagabend von ihrem Bürgermeister Friedrich Bisinger. Wie ein roter Faden zog sich die Wertschätzung für Bisinger als Bürgermeister und Mensch durch das Programm in der Werdenberghalle.

"Seinen ursprünglichen Wunsch, die politische Bühne geräuschlos zu verlassen, konnten wir ihm natürlich nicht erfüllen", sagte Bisingers Stellvertreter und Programmplaner Herbert Stelz. Als erfolgreichen Bürgermeister mit viel "Gespür für das Notwendige und Machbare" charakterisierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Donth den scheidenden Schultes. Dessen Erfolg habe viel damit zu tun, dass er seinen Beruf als Berufung angesehen habe.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler charakterisierte Bisinger mit Blick auf die gemeinsame Zeit im Reutlinger Kreistag als "knochenharten Vertreter der Interessen des ländlichen Raums". Er habe frühzeitig den Stellenwert der Gemeinschaftsschule erkannt und sich vehement für deren Etablierung in Trochtelfingen eingesetzt. Jetzt sei dies von Erfolg gekrönt worden. "Später wird es den Trochtelfingern wie den Preußen gehen, wenn sie von Friedrich dem Großen oder dem Alten Fritz sprechen", sagte Käppeler schmunzelnd.

Der Reutlinger Landrat Thomas Reumann charakterisierte den noch bis heute Abend amtierenden Ratschef als "authentisch, ehrlich und offen". Mit aller Kraft und Herzblut habe er die Herausforderungen der vergangenen 24 Jahre bewältigt, dabei immer Bürgernähe gezeigt und eine "unglaubliche Präsenz" bewiesen. Als Geschenk überreichte er eine Urkunde, die Bisinger gestattet, in den Ruhestand zu gehen, eine Spielesammlung für die Aktivitäten mit den Enkeln und eine dreibändige Kreisbeschreibung.

Zusammen mit einem sachorientierten Gemeinderat, einer kompetenten Verwaltung und einer engagierten Bevölkerung habe Bisinger "das Städtle nachhaltig gestaltet und entwickelt", sagte dessen Hohensteiner Amtskollege Jochen Zeller. Es habe die Leute mitgenommen, ohne die eigenen Vorstellungen aus den Augen zu verlieren. Er habe Bisinger als "Kollegen, Mitstreiter und Freund" erlebt, so auch bei der interkommunalen Zusammenarbeit beispielsweise im Gewerbepark Haid oder beim Einsatz für das Förderprogramm Leader, in das die Mittlere Alb jetzt aufgenommen worden sei.

Als "Erfolgsgeschichte" bezeichnete der Wehlener Bürgermeister Klaus Tittel die Partner- und Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden, die nach 22-jähriger Prüfung und Verlobungszeit schließlich vor drei Jahren offiziell unterzeichnet wurde. Tittel erinnerte an die Bedeutung der Feuerwehren für diese Verbindung und vor allem an die beiden engagierten Hilfseinsätze der Trochtelfinger bei den Hochwasserkatastrophen der Jahre 2002 und 2013. Im Namen des sächsischen Ministerpräsidenten überreichte er Bisinger den "Fluthelferorden".

Für den Kreis der Ortsvorsteher bescheinigte Martin Herrmann dem Ratschef in allen Ortsteilen für ein zukunftsorientiertes Angebot im Bereich der Kinderbetreuung, Schulen und Infrastruktur gesorgt und die Vereine unterstützt zu haben.

Als Vertreter der Kirchen nannte der Mägerkinger Pfarrer Martin Rose Bisinger ein "Vorbild in Nächstenliebe und Mitgefühl". Das sei eine menschliche Stärke, die nicht erlernbar ist. Als "unglaublich wertvoll" bezeichnete Andree Fees, Leiter der Werdenbergschule, Bisingers Einsatz für die Schulen und Kindergärten der Stadt. Für die 60 Trochtelfinger Vereine dankte Herbert Frank für eine "24-jährige gute Zusammenarbeit".

Für seine "besonderen Verdienste um das Wohl der Stadt", wie es der stellvertretende Bürgermeister Armin Zeiler formulierte, zeichnete der Gemeinderat den scheidenden Schultes mit der Bürgermedaille der Stadt Trochtelfingen aus. Bisinger nutzte seine Abschiedsrede, um all jenen zu danken, die ihn auf seinem Weg und der Arbeit für die Stadt unterstützt hatten und schloss darin auch seine Frau Marlies ein: "Es war toll, mit dir gemeinsam diese Zeit zu gestalten".

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Zahl der tödlichen Unfällen im Kreis ist 2017 deutlich höher

Elf Menschen sind in diesem Jahr schon auf den Straßen im Zollernalbkreis gestorben. Die Polizei spricht von einem „negativen Ausreißer“. weiter lesen