Bietenhausener Bürgerhaus ist jetzt ein Café

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Beim ersten Bietenhausener „Café am Brechplatz“ am Sonntagnachmittag genossen die zahlreichen Gäste schöne Stunden und ließen sich gerne mit Kaffee und Kuchen bewirten.  Foto: 

Wochenend’ und Sonnenschein und viel Zeit, das eine oder andere Schwätzchen zu halten. Da gibt es doch nichts Einladenderes als ein Café, das zum Verweilen einlädt. Doch was tun, wenn im Ort keine Gastronomie vorhanden ist? Einfach anpacken und selber machen, sagte sich eine engagierte Frauengruppe aus Bietenhausen. Und ging schon wenig später mit viel Tatendrang und Kreativität ans Werk.

So öffnete am Sonntag das „Café am Brechplatz“ zum ersten Mal seine Pforten. Und zwar im Bürgerhaus, das von den zwölf Helferinnen eigens zu diesem Anlass liebevoll dekoriert wurde. Dabei zeugten nicht nur die hübschen Windlichter und Blumen, die die Tische zierten, vom vielen Herzblut, das die Frauen in das Café-Projekt steckten. Auch ein ganz besonderes Möbelstück erfreute mit seinem Anblick die Gäste: Ein Raumteiler, der aus einem alten Fensterrahmen des Bietenhausener Pfarrhauses, das derzeit saniert wird, gestaltet und mit alten Fotos und Blumen ausgestattet wurde. Mit Unterstützung der Firma Holzbau Leins wurden zudem alte Dielen zur Rückwand umfunktioniert,  um das gediegene Kaffeehaus-Ambiente perfekt zu machen.

Die Idee hinter dem Café hätten eigentlich ältere Damen aus Bietenhausen gehabt, die sonntags durch den Ort spazierten, erzählt Uschi Leins vom Organisatorinnen-Team. Im Gespräch hätten sie ihr Bedauern darüber geäußert, dass es in Bietenhausen keine Möglichkeit gibt, einzukehren und Kaffee zu trinken. „Wir haben die Idee dann einfach aufgegriffen“, erklärt sie. Jede einzelne der zwölf Frauen, die bisher zum Team gehören, leiste durch ihr Engagement einen großen Beitrag. Sie alle spendeten Kuchen, waren am Sonntag in der Küche aktiv und sorgten für die Bewirtung der Gäste. Auch Ortsvorsteher Josef Pfister half tatkräftig mit. Die Gemeinde stehe voll hinter dem Projekt, betonte er: „Eine wirklich schöne Veranstaltung, die sich selbst finanziert, die die Gemeinde bei Bedarf aber in jedem Fall unterstützen wird“, betonte er. Das große bürgerschaftliche Engagement der  Helferinnen könne nicht genug gelobt werden. Zumal es in Bietenhausen schon seit dem Leader-Projekt im Jahre 2013 Überlegungen gegeben habe, mehr auf die Bedürfnisse der älteren Einwohner einzugehen. Mit dem behindertengerechten Zugang ins Bürgerhaus sei ein wichtiger Schritt dazu getan worden, betonte Pfister.

Doch nicht nur die älteren Bewohner, sondern alle Bietenhausener waren eigeladen, im Café am Brechplatz gemütliche Stunden zu verbringen. Besonders auch Familien mit Kindern. „Hier sollen sich alle Generationen treffen“, sagen die Organisatorinnen.

Dass das Café auf regen Zuspruch stieß, zeigt, dass die Idee goldrichtig war. Zur Freude der Helferinnen weilten auch die Damen unter den Gästen, die die eigentlichen Ideengeberinnen waren. Zwei von ihnen, Amalie Beuter und Magdalena Kaiser, sind schon über 90 Jahre alt. Gemeinsam mit Magdalena Eberhart und vielen weiteren Gästen genossen sie den schönen Nachmittag und sprachen den Organisatorinnen ein großes Lob für das erste „Café am Brechplatz“ aus. Letzteres soll in Zukunft öfter seine Pforten öffnen. Und zwar immer in den Monaten, in denen keine andere Veranstaltung in Bietenhausen stattfindet. Zwei Termine stehen für dieses Jahr schon fest. Dazu sind nicht nur Gäste, sondern auch weitere Helferinnen, die sich dem Organisatorinnen-Team gerne anschließen möchten, herzlich eingeladen.

Leben auf dem Lande, das muss man sich heutzutage fleißig erarbeiten. Das Gaststättensterben hat ebenso seine Spuren hinterlassen wie die Schließung vieler Dorfläden. In Bietenhausen steht man längst wieder gut da. Möglich gemacht hat dies insbesondere das europäische Förderprogramm „Leader“ mit seinem „Leben im Dorf“-Projekt. Das hat dem Pfarrgarten zu einem Kräutergarten verholfen, aber vor allem die Ortsmitte des Rangendinger Ortsteils gehörig aufgewertet.

In jeder Jahreszeit ist der Brechplatz von Bietenhausen seit seiner Neugestaltung 2014 zum gern angenommenen Treffpunkt geworden. Dort finden Adventsbasare statt, da wird das Beetenfest gefeiert, und der Maibaum, der steht selbstredend ebenfalls auf dem Brechplatz. Mit dem direkt angrenzenden Bürgerhaus hat Bietenhausen nun auch ein Café. Zumindest ein temporäres.

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