Appell aus dem Kindergarten

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Eltern, Kindergartenmitarbeiter und Förderverein diskutierten mit.

Ist die Krise im Stettener Kindergarten überwunden? Nachdem in den vergangenen Monaten Krankheitsausfälle der Erzieherinnen und Sicherheitsmängel an Garten-Spielgeräten erboste Eltern dazu veranlasst hatten, ihre Beiträge zu kürzen, sind nun alle Erzieherinnen und die Kindergartenleitung wieder gesund. Die Spielgeräte im Garten sind zwar noch nicht repariert, aber die Stadt Hechingen ist laut Pressesprecher Thomas Jauch "feste dran".

Trotzdem waren zur gestrigen Ortschaftsratssitzung, in der Ortsvorsteher Hannes Reis zum Kindergarten Stellung nahm, so viele Zuhörer (Eltern, Förderverein, Kindergartenleitung, Elternbeirat) gekommen, dass mehr Stühle geholt werden mussten. In der Fragerunde zum Thema erklärten die Zuhörer: Das Personalproblem ist grundlegend und betrifft nicht nur Stetten.

Hannes Reis führte aus, dass er die Aufgabe von Ortsvorsteher und Ortschaftsrat in Bezug auf den Kindergarten vor allem darin sehe, zu "Deeskalation und Befriedung" beizutragen. Dazu müssten aber auch Zuständigkeiten geklärt sein: Wofür ist der Förderverein, wofür der Ortschaftsrat, wofür die Stadt und die einzelnen Sachgebiete und Fachbereiche und wofür die Elternvertretung und die Kindergartenleitung zuständig. Er habe beispielsweise keine Personalverantwortung für den Kindergarten. Der Ortschaftsrat sehe die Kinderbetreuung als "elementaren Baustein im Bildungssystem" und lege Wert auf gute Arbeit - gleichzeitig seien die Gebühren niedrig. Um die richtigen Schritte, die die Stadt bereits unternehme - unter anderem sollen die Kindergartenleitungen ab 2016 "Leitungszeit" für administrative Aufgaben bekommen - zu unterstützen, müssten "zum Wohle der Kinder, Eltern und Erzieherinnen alle an einem Strang ziehen".

Doch günstige Kinderbetreuung ist nicht alles, fanden die Eltern. Fördervereinsvorsitzende Michaela Klotz ist überzeugt: Manche Eltern wären bereit, "2,50 Euro mehr zu zahlen", wenn dafür nicht nur der Mindestpersonalschlüssel erfüllt sei und Springer Ausfälle auffangen könnten. Hier sei in jedem Fall "Luft nach oben".

Die "nicht zufriedenstellende" Personalsituation wurde auch von der Elternbeiratsvorsitzenden Simone Bulach und der Kindergartenleiterin Ramona Becker kritisiert. Hannes Reis verwies darauf, dass der Personalschlüssel eine politische Entscheidung sei, die nicht beim Ortschaftsrat liege. Er werde den Appell der Eltern jedoch mit in den Gemeinderat und den Arbeitskreis Kindertagesstätten nehmen.

Das unterstützten auch die Stettener Eltern, die betonten: Die Kindergarten-Situation war nicht nur in Stetten im Jahr 2014 kritisch, sondern man höre aus anderen Stadtteilen ähnliches. Deshalb müsse das Personalproblem auf die politische Tagesordnung.

Trotz dieses dringenden Appells an die Stadtverwaltung war man sich in Stetten am Ende soweit einig: Die Beschwerden der Eltern sind "endlich auf offene Ohren gestoßen" (Michaela Klotz), der "Rauch um den Kindergarten lichtet sich" (Ortschaftsrat Stefan Hipp) und es ziehen - wie erhofft - "viele an einem Strang" (Hannes Reis). Nun müssten den Worten Taten folgen, stellte der Ortsvorsteher abschließend fest.

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