Anonymität verlockt zur Tat

Auch im Zollernalbkreis tummeln sich die Internetkriminellen, darunter auch Serientäter. Die Anzahl der Straftaten laut Kriminalitätsbericht der Polizeidirektion Balingen fallen keineswegs gering aus.

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Seit 2005 werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) Delikte, die das Internet als Tatmittel einsetzen, gesondert gelistet. So führt auch die Polizeidirektion Balingen seither eine Statistik darüber, wie viele Verbrechen im Zollernalbkreis über das Internet begangen werden. Im Kriminalitätsbericht heißt es: "Die Bandbreite der bislang festgestellten Straftaten reicht vom klassischen Betrug über Internet-Auktionshäuser bis zur Möglichkeit, Seiten mit kinderpornografischen Inhalten aufzusuchen oder entsprechende Inhalte anzubieten."

Im Jahr 2008 zählte die Polizei insgesamt 352 Fälle von Internetkriminalität. 2010 schoss die Zahl der Delikte drastisch in die Höhe: 755 Fälle. Dies hat allerdings mit einem Serientäter zu tun: "Bedingt durch ein Seriendelikt, bei dem ein Tatverdächtiger in über 320 Einzelfällen über ein Internet-Auktionshaus gestohlene Ware verkauft, beziehungsweise angeboten hat, waren die Fallzahlen im Jahr 2010 bereits überproportional angestiegen", heißt es im Kriminalitätsbericht der Polizeidirektion Balingen.

Auch 2011 war die Zahl der Delikte hoch: 633. Hier schlägt laut Kriminalpolizei wieder ein Serientäter zu Buche, der mit 380 Einzelfällen Kunden um ihre Ware betrogen hat. Über einen eigenen Internetshop vertrieb er Elektronikartikel, die nach Bezahlung allerdings nie beim Kunden angekommen sind. Aber auch beim Ausspähen beziehungsweise Verändern von Daten waren die Zollernalbkreisler nicht ganz untätig. Wo es im Jahr 2008 noch 18 Fälle waren, stieg sie 2012 bereits auf 36 Delikte. Straftaten "gegen die sexuelle Selbstbestimmung" gab es 2008 insgesamt 65 Fälle und 2012 sechs. Hierzu gehören beispielsweise die Verbreitung und der Erwerb kinderpornografischer Schriften.

Die Aufklärungsrate bewegt sich durchschnittlich bei 35 Prozent. Die Anonymität der Täter im Netz und die Möglichkeit, international agieren zu können, erschwert den Beamten, die Kriminellen zu ermitteln - obwohl die Polizei darum bemüht ist, speziell ausgebildete Beamte einzusetzen, die in der Informationstechnischen Beweissicherung (ITB) die Ermittler vor Ort unterstützen. Auch in den Polizeirevieren werden speziell ausgebildete Cybercrime-Ermittler eingesetzt.

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