Anlaufstelle für seelisch Kranke am Obertorplatz

Mitten in Hechingen gibt es jetzt eine Anlaufstelle für seelisch Kranke. Der Verein für gemeindenahe Psychiatrie im Zollernalbkreis hat das ehemalige Café "Lebensart" am Obertorplatz übernommen.

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Das "Lebensart" am Obertorplatz wird Begegnungsstätte. Darüber freut sich Bürgermeisterin Dorothea Bachmann mit Karin Haap (l.), Hans-Jörg Koch und Wolfgang Markowis (r.) vom Verein für gemeindenahe Psychiatrie. Foto: Hardy Kromer

Baustelle wird der Hechinger Obertorplatz erst im nächsten Februar. Dann, so ließ Bürgermeisterin Dorothea Bachmann gestern durchklingen, werden die Bagger anrollen, um Erdmassen für die Tiefgarage auszuheben. Ein neues Angebot, das allseits begrüßt wird, erfährt der Platz aber schon heute: Im ehemaligen Café "Lebensart", dann Café "Azul", das jetzt monatelang leer stand, nimmt der Verein für gemeindenahe Psychiatrie im Zollernalbkreis seine Hechinger Außenstelle in Betrieb.

Die Zollernstadt hat damit zwar noch kein vollwertiges Gemeindepsychiatrisches Zentrum mit Wohnplätzen und umfassender Betreuung wie Balingen und Albstadt (das ist noch ein Wunsch für die Zukunft), aber doch eine feste Anlaufstelle für alle Menschen mit psychischen Erkrankungen, für ihre Angehörigen und Freunde. "Lebensart" soll das Haus Obertorplatz 16 auch künftig wieder heißen, auch wenn es zunächst einmal kein Café mehr beherbergt, sondern "nur" ein Büro, eine Beratungsstelle und eine Begegnungsstätte.

Bürgermeisterin Dorothea Bachmann, die gestern zur Vorstellung der neuen Adresse gekommen war, freute sich zum einen darüber, dass der Obertorplatz wieder einen Leerstand weniger hat. Zum anderen, so meinte sie, sei es "für die Betroffenen wichtig, dass sie in Hechingen eine Anlaufstelle haben". Schließlich kommen die Klienten von Hans-Jörg Koch und Karin Haap, die die Außenstelle leiten, aus dem ganzen Mittelbereich Hechingen. Und viele von ihnen sind nicht sehr mobil und werden eine wohnortnahe Betreuung zu schätzen wissen.

Wolfgang Markowis aus Schlatt, der Geschäftsführer des in Balingen beheimateten Vereins für gemeindenahe Psychiatrie, sagte, man habe schon seit Jahren angestrebt, auch in Hechingen "eine Anlaufstelle für die ambulante Begleitung für Menschen mit Psychiatrieerfahrung aufzumachen". Das sei jetzt - zentral gelegen und in hübschem Ambiente - gelungen. Das "Lebensart" soll nicht nur Büroheimat, sondern auch eine "niederschwellige Anlauf- und Begegnungsstätte für Menschen in psychischen Krisensituationen" werden - wobei "niederschwellig bedeutet, dass hier jeder rein darf", wie Hans-Jörg Koch ergänzte.

Im "Lebensart" sollen Einzelberatung und Gruppenangebote stattfinden - und mindestens einmal pro Woche auch ein "offener Treff für die seelische Gesundheit". Zum Einstieg ist immer dienstagvormittags ein Brunch geplant.

Wie entwicklungsfähig die Hechinger Außenstelle ist, wird sich im Zuge der Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung zeigen, die der Landkreis derzeit erarbeitet. Markowis mittelfristiges Ziel ist ein Gemeindepsychiatrisches Zentrum mit betreuten Wohnräumen, fachärztlicher Praxis und halböffentlichem Café.

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