Alles Curry im Kino

Dieser Donnerstagabend hatte alles, um den Höhepunkt des Hechinger Open-Air-Kinos 2015 zu markieren. 900 Zuschauer genossen den Duft von Curry zwischen den Gastronomie- Zelten und auf der Leinwand.

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Annette Sentz (Mitte) und ihre Freundinnen aus Bisingen und Balingen bereuten es nicht, "von weit her gekommen" zu sein.  Foto: 

"Wir kommen von weit her, um das zu erleben", sagt Annette Sentz, die sich zusammen mit zwei Freundinnen die kulinarischen Spezialitäten munden lässt. "Weit her" heißt in diesem Fall aus Bisingen und aus Balingen, "wo es so etwas nicht gibt", wie die junggebliebene Rentnerin hinzufügt. Und dann schwärmt sie in hohen Tönen von der Atmosphäre am Gourmet-Abend auf der Hechinger Schwimmbadwiese: "Tolles Essen, ein humorvoller, spritziger Film, ein Abend wie eine Sommerserenade. Und gespendet haben wir auch - alles verbindet sich bestens."

Damit hat Annette Sentz schön zusammengefasst, was ganz viele der rund 900 Gäste empfunden haben, die diesen lauen Donnerstagabend zu einem Besuch des Hechinger Open-Air-Kinos nutzten.

"Madame Mallory und der Duft von Curry": Diesen - für seinen Geschmack stark unterschätzten - Film hatte Kinomacher Ralf Merkel für die vierte Auflage des Gourmet-Abends aufgehoben, weil sich kulinarische Bezüge ähnlich geschickt herstellen lassen wie bei "Ratatouille" oder bei "Kochen ist Chefsache". Auf der Leinwand geht es um einen erbitterten Kleinkrieg zwischen einem von Madame Mallory (Helen Mirren) geführten französischen Edelrestaurant und ihren indischen Herausforderern, die den Duft von Curry von der anderen Straßenseite herüberwehen lassen.

Die Hechinger Gastronomen griffen das Thema dankbar und kreativ auf. Von einem Krieg zwischen den Chefköchen konnte jedoch keine Rede sein. Im Gegenteil: Sie wetteiferten mit ihren Kreationen zwar um die Gunst des Publikums, halfen sich aber immer wieder gegenseitig aus - mit Equipment und mit Personal. "Herausragend, wie die Köche und ihre Teams sich wieder reingehängt haben", urteilte Ralf Merkel. "Und das schon im vierten Jahr in Folge."

Frankreich trifft Indien: Das war das Motto bei Gerd Merkels "Kupferpfanne"-Team. An diesem Zelt fiel die Wahl zwischen Hähnchen in französischer Rotweinsoße und indischer Tandoori-Entenbrust in Currysoße wirklich schwer.

Die schwäbische mit der indischen Küche mixte nebenan Lothar Albus vom "Lamm" in Stein: Seine Fleischküchle vom Alblamm mit Curryreis und Orangensoße fanden ebenso reißenden Absatz wie die vegetarischen Kräuterflädle mit Pilzragout von "Michl's Vollmondbühne" aus dem Hechinger Schützenhaus. Und jetzt kommen wir zum persönlichen Favoriten des Autors dieser Zeilen: Die Mulligatawny-Suppe von Rainer Seifert vom Tailfinger Landhaus "Stiegel" war einfach ein Gedicht. Mulligatawny-Suppe? Ja, richtig, den Begriff kennt man aus dem Silvester-Sketch "Dinner for one". Dahinter verbirgt sich eine englische Suppe nach indischem Rezept mit Curry, Geflügelfleisch, Sahne, Ananas, Banane und Zwiebeln. Ein köstliches gelbes "Pfefferwasser", wie die Suppe wörtlich heißt.

"Die wollen's diesmal aber wissen. Die holen tatsächlich noch Nachschub", stellte Ralf Merkel kurz vor neun Uhr fest. In der Tat: Anders als im Vorjahr, als die Töpfe rasch leer waren, blieb diesmal trotz des riesigen Andrangs keiner hungrig zurück. Und durstig auch nicht. Dafür sorgte Getränke-Mebold mit französischen Weinen.

Höchst erfreulich am Rande: Die erstmals aufgestellten Spendenkässchen für Kinder brauchen Frieden waren rappelvoll. 1855 Euro spendeten die Gourmets (und die Gastronomen, die wie immer gratis kochten).

Zwischenbilanz: Schon mehr als 3500 Besucher

"Täterätää" top Mit mehr als 1000 Besuchern war "Täterätää - Die Kirche bleibt im Dorf 2" am vergangenen Sonntagabend bislang der Publikumsrenner des Hechinger-Open-Air-Kinos. Auf Platz zwei: "Madame Mallory" mit 900 Zuschauern.

Wetterglück Oft vom Wetterpech verfolgt, ist Open-Air-Kino-Macher Ralf Merkel diesmal mit Petrus im Bunde. Bislang war's immer schön und trocken - und deshalb gab es auch noch keinen echten Flop, auch wenn Merkel einräumt, dass die Klassiker "Pretty Woman" und "Blues Brothers" zahlenmäßig nicht alle Erwartungen erfüllten. In der Summe strömten bislang bereits mehr als 3500 Zuschauer auf die Schwimmbadwiese.

Noch vier Abende Und die Open-Air-Kino-Saison ist noch längst nicht vorbei. Heute Abend läuft "Honig im Kopf", am Sonntag "Minions", am Montag "Fifty Shades of Grey" (mit halbem Eintritt für Paare in Handschellen) und am Dienstag zum Abschluss "Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten" (mit freiem Eintritt für Cowboys und Indianer").

HY

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