Rangendinger Alemannen fehlt das Brauchtum in der Fasnet

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Der Vorstand der Original Rangendinger Alemannen mit dem Vorsitzenden Thorsten Zähringer (rechts).  Foto: 

Mit den Original Rangendinger Alemannen e. V. gibt es ab der kommenden Fasnet eine dritte eigenständige Fasnetsgruppe in der Gemeinde Rangendingen. Eine Brauchtumsgruppe zur Förderung der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet. Chef der Gruppe ist Thorsten Zählringer.

Herr Zähringer, wie ist die Idee einer neuen Fasnetsgruppe in Rangendingen entstanden?

Thorsten Zähringer: Ich gehe schon seit jungen Jahren gerne auf die Fasnet. Früher war ich in Sulzau aktiv mit dabei. Die letzten Jahre war ich privat auf Umzügen und Abendveranstaltungen. Dabei fiel mir von Jahr zu Jahr deutlicher auf, wie sehr das Brauchtum zum Ballermann verkommt. Da stellte ich mir die Frage, was eigentlich aus der ursprünglichen Fasnet geworden ist. Das haben ich und ein paar Freunde historisch hinterfragt und recherchiert. Die Schwäbisch-Alemannische Fasnet ist immerhin immaterielles Unesco Kulturerbe. Dieses Brauchtum fehlt mir aktuell.

Was verstehen Sie unter der ursprünglichen oder Schwäbisch-Alemannischen Fasnet?

Zähringer: Die Schwäbisch-Alemannische Fasnet hat ihre Ursprünge im Mittelalter. Sie hat mit der Fastenzeit und dem Aufbrauchen verderblicher Lebensmittel zu tun. Fasnet stand oft auch im Zusammenhang mit Veranstaltungen von Gutsherren. Grundsätzlich geht es um das miteinander Spaß haben. Um mehr Brauchtum eben.

In Rangendingen gibt es mit der Narrenzunft Jägi und den Mönchsgraben Hexen bereits zwei örtliche Fasnetsgruppen. Warum trotzdem der Weg zu einer dritten Gruppe?

Uns ist es wichtig zu betonen, dass wir keine Konkurrenz zu den bestehenden Gruppen sein möchten. Wir möchten viel lieber ein Miteinander und eine zusätzliche Alternative bieten, zusammen mit den anderen Gruppen eine schöne Fasnet zu feiern. Einige unserer jetzigen Mitglieder waren Jahrzehnte als Hexen unterwegs, und das äußerst gerne und mit viel Freude. Unsere Absicht ist es lediglich, eine Gruppe im Ort zu integrieren, die direkten historischen Bezug zu Rangendingen hat: Rangod und seine Sippe. Durch Rangod, den Anführer der Alemannen, entstand vermutlich auch der Ortsname Rangendingen. Auf dieser Grundlage möchten wir den ursprünglichen Bezug zur Fasnet vermitteln.

Welchen Plan verfolgen Sie, sich als Verein in der Rangendinger Dorfgemeinschaft zu etablieren?

Wir sind da total offen. Wir möchten, wie bereits erwähnt, ein gutes Verhältnis zu den Jägi und den Mönchsgraben-Hexen. Wenn die Vorstände auf uns zukommen und uns bei traditionellen Bräuchen im Ort, wie beispielsweise der Schülerbefreiung und dem Rathaussturm dabei haben wollen, freuen wir uns. Wir wollen uns jedoch nicht aufdrängen. Ein fröhliches Miteinander mit den Bürgerinnen und Bürgern ist unser Ziel.

Zu einer Fasnetsfigur gehört immer ein Häs. Wie wird das bei den Alemannen aussehen?

Jede Maske  unserer Gruppe wird von einem befreundeten Schnitzer handgefertigt. Daher auch der Grund, warum wir nur acht ­Personen pro Jahr aufnehmen können. Das ist viel Arbeit. Das Häs wird viel Historisches ­beinhalten ohne altbacken zu wirken. Es besteht aus Leinenstoff, Leder und sonstigen Naturmaterialien. Es wird mit dem Anführer ­Rangod eine Einzelfigur geben. Mehr möchten wir aber bis zu unserer Häspräsentation am Samstag, 20. Januar 2018, noch nicht verraten.

Zu guter Letzt: Was hat es mit dem Alemannenglühen auf sich? Was steckt dahinter?

Mit dem Alemannenglühen möchten wir vor allem Abendveranstaltungen bereichern. Es ist eine Art Theater – eine schaurige Geschichte über die Alemannenfigur, die erzählt und gespielt wird.

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