Afrika, Literatur und Wein: Tania-Blixen-Abend in der Buchhandlung Welte

Es war ein Ereignis für Literatur- und für Weinliebhaber: Die Buchhandlung Welte und das Café Blixen präsentierten gemeinsam die Lesung "Out of Africa", zu der Weine aus Südafrika gereicht wurden.

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Dirk Steinfort brachte in der Buchhandlung Welte mit den Geschichten von Tania Blixen die Schriftstellerin und ungewöhnliche Frau ein wenig näher. Foto: Leonie Maschke

Es wurde ein wenig eng in der Buchhandlung Welte: Zahlreiche Besucher wollten sich den literarischen Abend über die Schriftstellerin Tania Blixen und ihr berühmtestes Werk "Out of Africa" nicht entgehen lassen. Die Inhaberin des Buchladens und des Café Blixen, Teresa Welte, war sichtlich erfreut über das große Interesse. Mit dem Café in ihrer Buchhandlung wollte sie eine Kombination zwischen "Kaffee, Literatur und Afrika" und die Möglichkeit für solche Abende schaffen, erzählte sie. Und weiter: "Als ich Dirk Steinfort von meiner Idee mit dem Café erzählte, war er sofort begeistert und versprach mir einen Tania- Blixen-Abend, sollte ich das Café tatsächlich eröffnen - und hier sind wir nun!"

Der Literaturwissenschaftler und Theologe Dr. Dirk Steinfort gestand, dass er bis zu dem Gespräch mit Teresa Welte nichts von Blixen gewusst hatte: "Zuerst war die Lesung als Geschenk von mir an Teresa Welte gedacht. Doch dann wurde es ein Geschenk für mich, weil ich eine großartige Schriftstellerin kennenlernen durfte." Tania Blixen, die eigentlich Karen Blixen hieß, wurde 1885 in Dänemark auf dem elterlichen Anwesen in Rungstedlund geboren. Sie schrieb, malte und musizierte, wobei sie nicht beurteilen konnte, welches von alledem sie mehr liebte: "Meiner Ansicht nach ist das sowieso alles dasselbe." Während die großen Künstler jener Zeit es ihr ermöglichten, durch ihre Gemälde die europäischen Länder zu verstehen, habe nur "die afrikanische Hochebene gleich zu mir gesprochen".

Nach Afrika kam sie 1914, wo sie mit ihrem Mann eine Kaffeefarm verwaltete. Wortgewandt beschreibt sie "Out of Africa" ihre Eindrücke und ihre Bewunderung für dieses Land: Der Ausblick in die Steppen, "der unendlich weite. Alles, was man sieht, atmet Größe und Freiheit und unvergessliche Vornehmheit". Sie schwärmt von dem würzigen Duft des Grases, der leuchtenden Bläue des Himmels und den trockenen, aber kräftigen Farben.

Nach der Trennung von ihrem Mann Anfang der 1920er-Jahre und nachdem sie zur alleinigen Managerin der Farm wurde, entdeckte sie mehr und mehr das Schreiben für sich, das zu einem großen Teil ihres Lebensinhalt wurde. Die Lust am Erzählen verstärkte sich noch durch ihre Liebe zu dem Armee-Offizier und Großwildjäger Denys Finch Hatton, der nicht nur zuhören konnte wie kein anderer, sondern auch eine weitere Leidenschaft mit ihr teilte: Das Fliegen. Blixen schreibt: "Die Sprache ermangelt der Worte zum Fliegen, sie muss bald neue finden." Denys, die Liebe ihres Lebens, starb 1931 bei einem Flugzeugabsturz. Im selben Jahr ging ihre Farm bankrott, und Blixen musste nach Dänemark zurückkehren. Dort schrieb sie aus ihren Erinnerungen ihre Erfahrungen und Erlebnisse in "Out of Africa" nieder. Sie veröffentlichte etliche weitere Werke und Erzählungen bis zu ihrem Tod 1962. "Die Sprache und das Geschichtenerzählen retten ihr das Leben," so Dirk Steinfort.

Mit sonorer und sanfter Stimme las Steinfort Passagen aus Blixens berühmtestem Werk, ihren Gedichten und anderen Erzählungen vor und verflocht in die Lesung Episoden und Ereignisse aus dem Lebenslauf. So lernten die Gäste nicht nur Blixens poetische und bildreiche Sprache kennen, sie kamen der Schriftstellerin, Künstlerin und Abenteurerin auch selbst ein wenig näher. Unterbrochen wurde die Lesung von kleineren Pausen, in der die Gäste Zeit hatten, die Worte , die durch Steinfort lebendig wurden, auf sich wirken zu lassen.

Auch geschmacklich wurden die Besucher verwöhnt: Martin Benz servierte Weine von seinem Weingut "Schalkenbosch" in Südafrika.

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