Absolventen der Realschule treffen sich nach 50 Jahren wieder

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1967 haben sie die Realschule Hechingen verlassen: die erste Absolventenklasse zusammen mit dem heutigen Rektor Stefan Hipp.  Foto: 

Das Treffen zum Goldjubiläum des Schulabgangs begann mit ein gemeinsames Mittagessen im „Lamm“ in Stein. Anschließend galt ein Besuch der Villa Rustica, wo eine fachkundige Führung Aufschluss über die römische Geschichte in der Region gab. Bei Kaffee und Kuchen klang die muntere Runde aus.

14 Frauen und zwei Männer waren der Einladung von Organisatorin Margot Albrecht gefolgt. Sie alle waren unter den ersten Jugendlichen, die im Jahre 1967, unterteilt in zwei Klassen, die mittlere Reife in Hechingen ablegten. In den vergangenen Jahren hatten sie sich bereits zwei Mal getroffen. Zur jetzigen Zusammenkunft kamen sogar Teilnehmer aus Stuttgart, München, Nagold und Ehingen angereist.

Als Ehrengast an diesem Nachmittag durfte Ingrid Kästle den aktuellen Rektor der Realschule Hechingen, Stefan Hipp, willkommen heißen. Hipp sagte in seiner kurzen, humorvollen Ansprachen, Strafarbeiten in der klassischen Art und Tatzen gebe es heute nicht mehr. Außerdem, so fügte eine Teilnehmerin hinzu, müsse nicht wie einst vor einem Chemieexperiment zuerst die Apotheke aufgesucht werden. Anlässlich dieser Einladung habe er ein wenig in der Schulchronik recherchiert, fuhr Stefan Hipp fort. Demnach befürchtete man zu Beginn der 1960er-Jahre, dass eine Realschule die Schülerzahlen am Gymnasium und an der Hauptschule verringern würde. Trotz aller anfänglicher Bedenken habe man 1962 die Hechinger Realschule mit 44 Schülern in der Eingangsklasse gestartet. Lehrernamen wie Eha, Brändle oder Otto Werner fielen. Sie alle waren den Anwesenden noch sehr gut bekannt.

Die Raumsituation, so Hipp, sei nicht nur heute, sondern eigentlich immer ein großes Thema gewesen. Deshalb seien Wanderklassen unumgänglich gewesen, und von den 45 Minuten einer Unterrichtsstunde blieben oftmals nur noch 30 Minuten Lehrzeit übrig. 1965 gab es eine bemerkenswerte Ausstellung zum Thema Teilung Deutschlands. 1967 fand die erste Abschlussprüfung statt – unter Beteiligung der Anwesenden. Ein Jahr später wurde unter dem damaligen Bürgermeister Norbert Roth das erste Realschulgebäude erstellt.

Mit mehr als 600 Schülerinnen und Schülern sei die Hechinger Realschule heute die größte im Zollernalbkreis. Aktuell befasse sich der Hechinger Gemeinderat mit einem Neubau mit mehreren Klassenzimmern. Die im Bau befindliche Schloßberg-Mensa werde auch die Realschüler mit versorgen. Die Erziehung der Jugendlichen, so Hipp, sei heute eine zentrale Angelegenheit für die Schulgemeinde. Zu früheren Zeiten habe das Elternhaus noch einen großen Teil davon übernommen.

Eine große Herausforderung sei es, dass alle Kinder die Möglichkeit bekämen, ihren gewünschten Weg zu gehen, und die Chancen nicht vom Einkommen der Eltern abhängig sei. Die Realschule, so Hipp, erfreue sich einer starken Nachfrage, da der Bildungsgang Theorie und Praxis sehr gut vereine. Etwa 50 Prozent der Realschüler machten anschließend das Abitur, 25 Prozent gingen einer dualen Ausbildung nach und 25 Prozent absolvierten noch die Fachhochschulreife.

Ingrid Kästle bedankte sich bei Stefan Hipp für dessen aufschlussreichen Bericht und für die Einladung, beim nächsten Treffen des Abschlussjahrgangs in die Realschule zu kommen.

Diese Anzahl an Schülern hat die Realschule Hechingen inzwischen überschritten. Nicht von ungefähr ist sie mittlerweile die größte Realschule im Zollernalbkreis.

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