AfD-Kandidat Dubravko Mandic will die Grenzen dicht machen

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AfD-Kandidat Dubravko Mandic wirft den etablierten Parteien vor, austauschbar zu sein.  Foto: 

Selbstbewusst gibt sich
Dubravko Mandic im Telefoninterview. Warum er, Direktkandidat der AfD für den Wahlkreis Tübingen-Hechingen, am 24. September gewählt werden soll? „Weil ich nicht korrumpierbar bin, als Jurist etabliert und damit nicht darauf angewiesen, über die Politik Karriere machen zu müssen, weil ich nicht nach oben buckele – und weil ich bereit bin, Nachteile in Kauf zu nehmen.“  Natürlich, schickt er nach, habe er, bedingt durch seine Zugehörigkeit zur AfD, mit solchen immer mal wieder zu
kämpfen.

Dennoch bleibe er sich und seinen Überzeugungen treu. Er stehe für eine ehrliche und transparente Politik zum Wohle Deutschlands, für eine gelungene Integration, für Sicherheit und Ordnung. Und eben dafür stehe auch die Alternative für Deutschland. Anders die etablierten Parteien. Die hätten allesamt bewiesen, dass sie sich „durch nichts unterscheiden“. Sie seien austauschbar und würden, so man sie nicht stoppe, weiter darauf hinwirken, Deutschland „kaputt zu machen“. Wobei: Die CDU nennt Dubravko Mandic „da vielleicht doch noch ein bisschen schlimmer als die anderen“. Sie würde „Verratspolitik“ betreiben – „eine gegen das Volk gerichtete Politik“.

Die Christdemokraten hätten in der Vergangenheit mit dem Volksvermögen nicht gehaushaltet, Milliarden verschoben und in Prestigeobjekte investiert. Prestigeobjekte? Die Europäische Union, sagt Mandic, sei ein solches „Eliteprojekt“.

Auch die Flüchtlingspolitik sei ein Prestigeprojekt. Und vor allem „keine wirkliche Politik“, sondern die Selbstaufgabe der Bundesregierung. Wie seine Partei den Flüchtlingsströmen begegnen würde? „Wir müssen die Grenzen einfach dicht machen für die nächsten 30 Jahre.“ „Wirklich Verfolgte“, und Dubravko Mandic streitet nicht ab, dass es sie gibt, müssten in einem anderen Land Schutz suchen. „Wir haben unsere Schuldigkeit getan.“

Wichtig ist dem AfD-Kandidaten schon aus seinem juristischen Verständnis heraus, Deutschland sicher zu machen, wobei er es pragmatisch formuliert: „Weniger Kriminelle = mehr Sicherheit“. In diesem Zusammenhang macht er deutlich, dass es „dafür bei uns eigentlich gute Gesetze gibt“, doch dürfe es nicht länger so sein, dass „Menschen, die schon
straffällig geworden sind, auch noch in unser Land einreisen dürfen“.

Deutliche Worte findet der 37-Jährige auch zum Abgasskandal. Diesen wertet er als Kampf gegen die deutsche Autoindustrie. Diese so „unter Beschuss“ zu nehmen, sei völlig unnötig. Vielmehr hätten die USA wegen ihres harten Durchgreifens unter Druck gesetzt und sanktioniert werden müssen.

Kommen wir in Mandics Wahlkreis. Den, räumt er ein, kenne er noch nicht so gut. Auch wisse er nicht, wo die Menschen im ländlichen Raum der Schuh drückt. Dazu sei er noch nicht häufig genug vor Ort gewesen. Aber, versichert er für den Fall seiner Wahl: „Dann würde ich in Tübingen ein Bürgerbüro eröffnen und mir dort eventuell auch einen Zweitwohnsitz einrichten. Dann kann ich mich direkt mit den Sorgen und Nöten meiner Wähler auseinandersetzen.“

Wie gut oder schlecht glaubt er denn, dass die AfD am Sonntag nächster Woche abschneidet? „Ich gehe realistisch von 15 bis 20 Prozent aus“ – das reiche, um die zweite oder dritte Kraft im Bundestag zu werden. Und sollte ihm tatsächlich ein Mandat übertragen werden – was würde er als erstes anstoßen wollen? „Die Gründung eines Untersuchungsausschusses ,Verbrechen der Bundesregierung’“.

Info Dubravko Mandic konnte es sich aus zeitlichen Gründen nicht einrichten, persönlich in der Redaktion der Hohenzollerischen Zeitung in Hechingen vorbeizukommen. Aus diesem Grund fehlt diesem Artikel ein Video im Anhang,
wie es dies bei der Vorstellung der anderen Kandidaten für die Bundestagswahl gab.

Im Wahlkreis Tübingen-Hechingen heißen die Kandidaten für die Bundestagswahl am 24. September Christopher Gohl (FDP), Annette Widmann-Mauz (CDU), Chris Kühn (Grüne), Heike Hänsel (Linke), Martin Rosemann (SPD), Dubravko Mandic (AfD). Der Wahlkreis Tübingen-Hechingen umfasst den Landkreis Tübingen sowie Bisingen, Burladingen, Grosselfingen, Hechingen, Jungingen und Rangendingen des Zollernalbkreises. Haigerloch gehört zum Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen.

Wir stellen unseren Lesern aktuell die Wahlkreiskandidaten vor. Auftakt war mit Martin Rosemann (SPD), es folgte der Grünen-Kandidat und Bundestagsabgeordnete Chris Kühn, danach Heike Hänsel von der Linken, die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, CDU, und Dr. Christopher Gohl, FDP. Heute ist zum Abschluss Dubravko Mandic, AfD, an der Reihe.

Familie Dubravko Mandic wurde am 12. Mai 1980 in Sarajevo im damaligen Jugoslawien als Sohn eines kroatischen Germanisten geboren und kam 1983 mit seiner serbischen Mutter und seinem Bruder nach Freiburg. Der Vater war seit den Siebzigerjahren als Sozialarbeiter bei der Arbeiterwohlfahrt in Freiburg tätig.

Ausbildung Nach Grundschule, Gymnasium und Bundeswehr studierte Mandic Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er war zunächst Mitglied der Burschenschaft Alemannia Freiburg und schloss sich später der Freiburger Burschenschaft Saxo-Silesia an.
Er leistete sein Referendariat beim Landgericht Freiburg. Nach dem Zweiten Staatsexamen ließ er sich als Rechtsanwalt in eigener Kanzlei in Freiburg nieder. Er bearbeitet überwiegend Mandate aus dem Strafrecht und Ausländerrecht.

Politik Mandic ist Mitglied der Alternative für Deutschland und ihres Jugendverbandes Junge Alternative für Deutschland sowie ihres rechtsnationalen und „völkischen“ Flügels.
Er wurde 2014 in den Bundesvorstand der „Patriotischen Plattform“ gewählt, einer konservativ-nationalen Vereinigung in- und außerhalb der AfD.
Er war Mitglied des Schiedsgerichts des Landesverbandes
Baden-Württem-
berg.

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