"Sind betroffen vor Glück"

Noch immer gehen Gelder auf das Spendenkonto der HZ für den Arbeitskreis Asyl ein - fast sind 9500 Euro zusammen! "Wir sind betroffen vor Glück", sagen Hella Jetter, Christa Mummertz und Bärbel Hermann.

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Sie hatten Vorbehalte - daraus machen Hella Jetter, Christa Mummertz und Bärbel Hermann, die drei Damen der ersten Stunde des Hechinger Arbeitskreises Asyl, keinen Hehl. Vorbehalte dergestalt, die Gute-Taten-Aktion der HZ zugunsten ihres Bemühens um die in der Zollernstadt lebenden Asylbewerber könnte in der Öffentlichkeit auf Missfallen und Unverständnis stoßen. Antipathie und Abschiebungsgelüste habe sie befürchtet, sagt Hella Jetter. Nicht im Traum habe sie damit gerechnet, dass bald 9500 Euro auf dem Spendenkonto zusammenkommen könnten.

Das gilt auch für ihre beiden Mitstreiterinnen. Christa Mummertz erzählt, dass die Reaktionen in ihrem privaten Umfeld zum Start der HZ-Weihnachtsaktion "ganz zurückhaltend" gewesen seien. Erst mit jeder weiteren - werbenden - Berichterstattung über den Arbeitskreis Asyl und mit der stetig wachsenden Spendensumme habe es von den Bürgerinnen und Bürgern ein zunehmend anerkennendes Schulterklopfen gegeben.

Darüber freuen sich die Damen natürlich sehr: "Die positive öffentliche Resonanz auf unsere Arbeit ist uns Motivation weiterzumachen", sagen sie - und sind zugleich glücklich darüber, durch ihre mediale Dauerpräsenz in der HZ fünf (!) weitere Mitstreiterinnen für den Arbeitskreis Asyl gewonnen zu haben. Alle fünf Frauen seien äußerst kompetent und hätten den Eindruck hinterlassen, dass man längerfristig mit ihnen planen könne.

Von selbst versteht sich, dass sich das Dreigestirn Jetter-Mummertz-Hermann über die Spendensumme von bisher 9475 Euro ebenso freut wie über die dem Arbeitskreis zuteil gewordene Anerkennung und die spürbar gewordene Akzeptanz der Asylbewerber zumindest in weiten Teilen der Hechinger Bevölkerung.

Wie die Spendengelder der HZ-Leserinnen und -Leser verwendet werden sollen, darüber will der Arbeitskreis Asyl im Rahmen einer Arbeitssitzung beraten. In jedem Fall soll in Sprachkurse und in die Kinderförderung investiert werden, da sind sich die engagierten Frauen einig.

Interessant in diesem Zusammenhang: Nach seiner Anerkennung bekommt der Asylant einen Integrationskurs von der öffentlichen Hand finanziert - nicht so der Asylbewerber. Einen ganz anderen ("besseren") Status haben die Syrer - weil sie Kriegsflüchtlinge sind.

Noch bevor die Hohenzollerische Zeitung ihr Spendenkonto schließt, ist es Hella Jetter, Christa Mummertz und Bärbel Hermann wichtig, aufrichtig danke zu sagen: dem Land, das den Arbeitskreis Asyl vor einigen Wochen einen mit 1000 Euro dotierten Ehrenamtspreis gewürdigt hat, den langjährigen Sponsoren (Banken, Firmen, Privatpersonen, Stiftungen und Vereine), der verständnisvollen Nachbarschaft rund um die Sammelunterkunft Aviona, der Heimleitung und der Caritas, natürlich und ganz besonders den vielen spendenfreudigen HZ-Leserinnen und -Lesern - und der HZ selbst, die dem Arbeitskreis Asyl die Plattform gegeben hat, sich und sein Tun einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen.

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