„Schwäbisch gschwätzt ond gsonga“ findet vor 270 Gästen statt

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Herzhaft gelacht wurde bei „Schwäbisch gschwätzt ond gsonga“ mit „Huggendubbel‘s Komede“ im Hechinger Museum.  Foto: 

Dialekt, gesprochen oder gehört, weckt Heimatgefühle. Und genau dafür steht „Schwäbisch gschwätzt ond gsonga“, das seit Jahren beweist, wie facettenreich die schwäbische Mundart ist. Am Sonntag ging die 26. Auflage der beliebten Veranstaltung über die Bühne – und zwar erstmals im Hechinger „Museum“, das mit sage und schreibe 270 Besuchern prall gefüllt war. „Für uns beginnt hier heute eine neue Zeitrechnung“, unterstrich Organisator Werner Gaus, selbst Mundartdichter, der die Veranstaltung vor 27 Jahren ins Leben gerufen hat. Nachdem letztere in der Vergangenheit stets im Bildungshaus St. Luzen stattgefunden hatte, stellte die Stadt Hechingen als Veranstalter heuer erstmals die wesentlich geräumigere Stadthalle zur Verfügung, die viel mehr Publikum aufnehmen kann. Dass der Andrang aber so groß sein würde, damit hatte selbst Werner Gaus nicht gerechnet. „Ausverkauft – des frait mi granatamäßig“, betonte er. Dies zeige, dass die Mundart „nach wie vor im Trend“ liege. Sein Dank galt auch dem Tischtennisclub Stein, der die Gäste bewirtete.

Für beste Unterhaltung sorgte die bewährte Mischung aus Theater und Musik, wie es sich gehört auf Schwäbisch „gschwätzt ond gsonga“. Die Sketchgruppe „Huggendubbel‘s Komede“ aus Pliezhausen wartete dabei mit amüsanten Szenen aus dem Alltag auf, während die „Heilige3Zemmerner“, deren Namen sich von ihrem Heimatort Heiligenzimmern ableitet, originelle Musik beisteuerte.

Auf welche Art und Weise könnte man die Eigenarten des Schwaben besser beschreiben als mit humorigen Texten in Mundart? Ein bissle derb, ein bissle schroff, aber immer originell und unverkennbar – das sind die Lieder des Trios  „Heilige3Zemmerner.“ Sie packen all das in amüsante Liedtexte, was die Seele des Schwaben bewegt, untermalt von handgemachter Musik. Dass jede Hausfrau im Ländle „Grombira“ in ihrem Kochrepertoire haben sollte, echte Schwoba ihre Viertele am liebsten im Wirtshaus ums Eck „schlozet“ und gerne mal „die letschta en dr Boiz“ sind, wissen die drei nicht ganz so heiligen Heiligen aus  eigener Erfahrung. Da spielt es auch keine große Rolle, dass man in fortgeschrittenem Alter „oifach koi Kerle mai ischt.“ Hauptsache, man weiß, wo man herkommt, denn „Hoimkomma – des ischt oifach schee.“

Was sich im trauten Heim Tag für Tag so alles abspielen kann, führte „Huggendubbel‘s Komede“ dem Publikum auf äußerst humorvolle Art vor Augen. Dass sich die Herren der Schöpfung nur bedingt als Hausmänner eignen, zeigen gleich mehrere „Huggi-Sketsche.“ Da landen schon mal Köstlichkeiten im Topf, die man(n) auf den ersten Blick als „Schwemmfligel“ identifizieren könnte. Macht nichts, Hauptsache, die Angebetete ist schwer beeindruckt.

Wird dann endlich geheiratet, bleibt dem Schwiegervater nur zu sagen: „Mir hoffet, dass ihr genauso glücklich werdet, wie mir`s mol wared.“ Der Rüffel der Gattin folgt auf dem Fuß und als Geschenk gibt`s nicht nur altes Geschirr, sondern auch den Opa, der gleich beim jungen Glück miteinzieht.

„Arbet gnuag“ hat der Schwob eigentlich immer, wird er doch ständig vom Sofa gescheucht. Erholung verspricht die Zeit, in der die Gattin „s`Bäsle Elfried` bsuacht“, doch vorher erteilt sie natürlich noch allerlei Kommandos. „Do kascht doch bloß no uff Durchzug schtella“, lautet der Kommentar des geplagten Ehemannes.

Sparen, das tut der Schwabe ja eigentlich ganz gern. Doch wenn die Frau sagt: „Du hörscht mit am Raucha uff ond i kauf dir koi Bier mai“, dann hört der Spaß auch für ihn auf. Aber er kann ja immer noch sagen „Ade du Dracha“ – dann steht dem süßen Leben als Junggeselle nichts mehr im Wege.

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