Umfrage: Kaum Bedenken beim Thema Windkraft in Rangendingen

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Da gibt’s nichts zu verniedlichen: Windräder sind schon sehr mächtige Bauwerke.  Foto: 

Nein, sagen die beiden Bewohnerinnen der Rangendinger Seniorenwohnanlage in der Ortsmitte, das Thema Windkraft sei an ihnen nicht vorbeigegangen – man lese ja schließlich Zeitung. Und ja, eine Meinung haben sie auch – die sich im Wesentlichen sogar entspricht. Einzig darüber, wie sich so ein mächtiges Windrad aufs Landschaftsbild auswirkt, gehen die Ansichten der beiden Damen auseinander. Die eine sagt, dass so ein riesengroßes Bauwerk die Natur „schon ein bisschen verschandelt“. Auch sorgt sie sich um die Vögel, die Opfer der Rotoren werden könnten. Die andere sieht die Landschaft durch Windräder optisch nicht beeinträchtigt.

An der Notwendigkeit von Windkraftanlagen herrscht bei beiden Damen kein Zweifel: „Irgendwo her muss der Strom ja kommen nach dem Atomausstieg.“ Auch die Gesundheit durch Windräder „in der Nachbarschaft“ glauben sie nicht gefährdet. Bestünde diese Gefahr, könnten nicht so viele Windparks problemlos betrieben werden.

Eine weitere Rangendingerin, angetroffen beim Einkaufen, findet ebenso deutliche Worte wie die beiden Seniorinnen. Gesundheitliche Schäden durch Windkraftanlagen? „Nein, die fürchte ich nicht. Sonst dürfte ich ja nicht mal die Mikrowelle bedienen.“ Ebenso wenig Probleme hat sie mit deren Optik – und überhaupt: „Windkraft ist mir lieber als Atomkraft“, wobei man um erstere einfach „nicht mehr drumrum“ komme.

„Irgendwo her muss der Strom ja kommen“, gibt sich auch Frank Naumann ganz pragmatisch – und ergänzt: „Ein Windrad ist mir lieber als ein Heizkraftwerk.“ Dabei fürchtet der Rangendinger ebenso wenig um seine Gesundheit: „Infraschall ist überall.“ Und auch am Blick auf ein Windrad würde er sich nicht stören.

Strom aus Frankreich oder sonst wo her? Für Thomas Dreher, der in Rangendingen ein Ingenieurbüro unterhält, ist das keine Alternative. „Wir müssen umdenken – und bei uns anfangen.“ Damit ist klar: Dreher hat „kein Problem mit Windrädern“, auch wenn er in Rangendingen nicht nur arbeiten, sondern auch leben würde.

Für richtig hält er, dass die Windparks dezentral geschaffen werden. Und bei, wie in der Starzelgemeinde vorgesehen (so denn die Windhöffigkeit gegeben ist), einer Entfernung von Windrad zur Wohnbebauung von über einem Kilometer sieht er auch keine gesundheitlichen Gefahren. Genau so wenig kann er sich vorstellen, dass ein Windrad an der Peripherie der Gemeinde zu einem Verlust an Grundstücks- und Immobilienwerten führen könnte. Ein letztes Wort zur Optik: Windräder sind Ingenieurbauwerke, die schon zahlreiche Landschaften prägen – ohne zu stören.“

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